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Horb a. N. Wie viel Gas gibt das Rathaus bei Solar?

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Gute Nachricht von den Stadtwerken: Die Solardach-Initiative kommt ins Laufen. Nach dem schleppenden Start in Ahldorf gibt es jetzt Anfragen für Photovoltaik-Anlagen in Horb im Wert von 400 000 Euro.

Horb. Die Strategie von Oberbürgermeister Peter Rosenberger ist klar: Ehe die Haushaltsstrukturkommission am 14. September tagt, sollen mögliche neue Kosten schon mal diskutiert worden sein. Damit dann nach der Sommerpause entschieden werden kann, was man angesichts des drohenden Haushaltslochs zwischen 2,7 und 5,7 Millionen Euro durch den Corona-Lockdown und die davor schon gestartete Rezession vielleicht einsparen kann.

Dazu gehört auch die Solardach-Initiative. Stadtwerke-Chef Eckardt Huber schlägt vor, hier einen zusätzlichen Mitarbeiter mit Assistenz einzustellen. Er sagt: "Es macht Sinn, die Initiative zu intensivieren. Um die vorliegenden Anfragen mit einem Volumen von rund 400 000 Euro zu bearbeiten."

Dazu müssten die bereitgestellten Haushaltsmittel aus diesem Jahr genommen werden und auch noch die aus dem nächsten Jahr.

Huber schlägt auch vor, mehr "Gas" bei der Solardach-Initiative zu geben. Der Stadtwerke-Chef: "Um das Potenzial der solartechnisch ungenutzten Dachflächen von rund 16 000 Quadratmetern laut dem Energieatlas der Landesanstalt für Umwelt merklich zu heben, ist eine Intensivierung sicherlich erforderlich." Denn das nützt den Stadtwerken. Bei einem kalkulierten Durchschnittsertrag pro Anlage von nur 485 Euro im Jahr würden sich die dann installierten Solaranlagen innerhalb von fünf Jahren amortisieren.

Laut einer Tabelle hat Huber mal ausgerechnet, was das für die Stadtwerke bedeuten würde: Bei einem "Zubau von 1,5 Anlagen pro Woche bei 220 Arbeitstagen" würde sich der Jahresüberschuss für die Stadtwerke bis zum Jahr 2029 auf 300 000 Euro erhöhen, bis zum Jahr 2041 auf 700 000 Euro. Vorteil für die Hausbesitzer: Sie bekommen günstigeren Strom.

Das geht aber laut Huber nur, wenn es einen extra Mitarbeiter gibt, der sich um die Kunden kümmert. Der "Solaranlagen-Kümmerer" soll nach der Anlaufphase noch eine Verwaltungsfachkraft bekommen für die Anfrage und Akquise.

Ist das nicht zu optimistisch? Nachdem der Start in Ahldorf 2017 keinen Erfolg hatte, wurden die Konditionen verändert: Hausbesitzer hatten keine Lust, ihre Dachflächen für die lange Nutzungsdauer durch Solaranlagen blockieren lassen. Deshalb haben die Stadtwerke angeboten, dass die Besitzer die Anlage nach einem gewissen Zeitraum selbst übernehmen können.

Und das funktioniert. Inzwischen wollen fünf Gebäudeeigentümer in Ahldorf Solaranlagen durch die Stadtwerke installieren lassen. Dazu kommt noch ein Gewerbebetrieb. Hier müssten die Stadtwerke bis zu 120 000 Euro investieren. Stadtwerke-Chef Huber rechnet hier mit einer Kapitalrendite von drei bis vier Prozent.

Auch in der Weststadt läuft das Modell, so Huber: "Es hat sich inzwischen herumgesprochen. Wenn wir informiert haben, ist das Ergebnis, dass wir es bei 15 bis 20 Kontakten geschafft haben, neun Anlagen zu installieren."

Insgesamt haben die Stadtwerke jetzt 51 Solaranlagen auf dem Dach, dazu kommt die technische Betriebsführung des Solarparks Reute.

OB Rosenberger: "Ich bin überzeugt, dass wir und unsere Stadtwerke das können. Wenn die Qualität steigen soll, ist es wichtig, dafür ein Personalentwicklungskonzept für das nächste Jahr vorzustellen."

Kristina Sauter (OGL): "Wir freuen uns, dass die Initiative so gute Früchte getragen hat. Eine Zeitlang hatte man den Eindruck, sie stagniert. Aber es funktoniert, wenn man gute Werbung bei den Privaten macht."

CDU-Fraktionschef Michael Keßler sprach sich für die personelle Verstärkung aus: "Solardächer sind, wie Nahwärmenetze, regenerativ. Dafür gibt es eine hohe Akzeptanz. Wir sehen es als unerlässlich, dass wir dort personell nachsteuern müssen. Nur durch intensive Betreuung ist dort weiteres Potenzial zu heben. Flyer alleine reichen nicht aus."

BiM-Fraktionschef Christina Nuss will noch wissen, ob man Wiesen unter einer Photovolatik-Anlage noch ökologisch nutzen kann. Huber: "Das sieht man beim Solarpark Reutte. Unter der Photovoltaik-Anlage weiden die Schafe." Inzwischen gibt es auch Anfragen aus der Verwaltungsgemeinschaft wie aus Empfingen, betont Huber.

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