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Horb a. N. Wie realistisch ist Schule im Corona-Schichtbetrieb?

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Könnte es in Schulbussen bald nicht mehr so eng zu gehen? Wenn sich die Corona-Situation verschärft, könnte es zum Schichtbetrieb kommen. Die Busunternehmen haben Gesprächsbereitschaft signalisiert. (Symbolfoto) Foto: © Emolaev Alexandr – stock.adobe.com

Horb - Könnte ein Schichtbetrieb die Schul- und Bus-Situation in der Corona-Krise etwas entspannen? Busunternehmer Franz Schweizer signalisiert Interesse, nachdem Götz Peter, geschäftführender Rektor der Horber Schulen, in unserer Zeitung diesen Wunsch geäußert hatte.

Peter indes macht klar, dass sich die Lage an den Schulen vor Ort wieder verschärfen könnte.

Schülerbeförderung zu versetzten Zeiten

Volle Busse, volle Klassenzimmer – in der sich zuspitzenden allgemeinen Coronalage machen sich auch die Verantwortlichen vor Ort Gedanken, wie der Regelbetrieb aufrecht erhalten bleiben kann. Was kann neben Lüften und klarer Trennung von Klassen noch getan werden?

Götz Peter, der auch Rektor der Gemeinschaftsschule ist, hatte deshalb in unserer Mittwochsausgabe einen Schichtbetrieb für die Schulen ins Spiel gebracht. "Voraussetzung dafür wäre jedoch, dass auch die Schülerbeförderung zu versetzten Zeiten erfolgt. Dieses Thema wurde bereits mehrfach angesprochen. Die Antwort der Verantwortlichen lautet, es gebe zwar durchaus Busse, aber nicht genügend Fahrer, da viele einer Risikogruppe angehörten."

Busunternehmen derzeit an der Belastungsgrenze

Auf die se Aussage reagiert jetzt Busunternehmer Franz Schweizer, selbst Mitglied des Kreistags und Geschäftsführer der Verkehrs-Gemeinschaft Landkreis Freudenstadt GmbH. Jüngst hatte Schweizer dort Rede und Antwort gestanden und klargemacht, dass in der aktuellen Situation Mindestabstände in den Schulbussen nicht gewährleistet werden könnten. Nun sagt Schweizer zu Peters Wunsch: "Mit diesem Vorschlag stößt er bei uns offene Türen ein. Auch meine Kollegen sehen das so." Ein Schichtbetrieb könnte auch die Busunternehmen entlasten. Denn aktuell stoßen diese an ihre Grenzen. "Durch die Verstärker-Busse haben wir morgens in der Spitze Probleme, genügend Personal und Busse zur Verfügung zu haben." Auch den Busfahrern käme eine Aufteilung in zwei Schichten gelegen, haben diese doch zwischen Schulstart und Schulende oft Leerlauf.

Schweizer sieht die Kritiker eher auf der anderen Seite. "Herr Peter ist einer der wenigen Rektoren, die die Entzerrung der Schulzeiten befürwortet. Es gab schon Diskussionen mit anderen Schulleitern, die erklärt haben, dass sie das nicht hinbekommen."

"Homeschooling" verhindern

Allerdings gehen Peter und Schweizer bisher wohl von unterschiedlichen Schicht-Systemen aus. Während der Busunternehmer die Aufteilung der Schülergruppen auf erste und zweite Schulstunde sieht – was dann nur zu einer Entspannung in den Bussen sorgen würde – schwebt dem geschäftsführenden Rektor der Horber Schulen eine mutigere Entzerrung vor: "Unser (im Frühjahr geäußerter – modellhafter) Wunsch wäre: Die erste Schülergruppe ist ab circa 8 bis 11.30 Uhr im Präsenzunterricht, die zweite ab circa 12 bis 15.30 Uhr." Das sei allerdings erst eine Modellannahme, betont Peter, "und müsste mit Schulen und Busunternehmen zu gegebener Zeit besprochen werden". MGG, Realschule und Gemeinschaftsschule seien im Falle einer Zuspitzung der Lage grundsätzlich daran interessiert. Doch spielen da die Eltern mit? Was ist mit den Freizeitaktivitäten der Kinder und Jugendlichen? Und was ist mit der Betreuung von Schulkindern berufstätiger Eltern?

Peter beruhigt: "Dieses Modell würde in der Tat nur dann spruchreif, wenn wir wieder in eine Situation wie im Mai/Juni/Juli kämen und aufgrund einer Verordnung der Landesregierung/des Kultusministerium kleinere Gruppen bilden müssten." Klar ist: Ist die Corona-Lage so verschärft, wird es wohl auch weniger Freizeitaktivitäten geben, die mit dem Unterricht kollidieren könnten. Und es könnte die Alternative "Homeschooling" verhindern, die für viele Eltern wieder zur Frage der Betreuung würde.

Für Modell gesprächsbereit

Doch was sagt Schweizer zu dieser deutlicheren Entzerrung? "Das müssten wir natürlich mal durchspielen. Gut wäre, wenn wir das Hinbringen der einen Schülergruppe mit dem Abholen der anderen Gruppe kombinieren könnten. Das wäre noch einmal eine zusätzliche Optimierung für uns. Grundsätzlich sind wir auch für dieses Modell gesprächsbereit."

Rektor Peter macht deutlich, dass sich die allgemeine Situation an den Schulen in Horb und im Kreis wieder verschärfen könnte. Am Freitagmittag sagt er: "Mittlerweile ist der landesweite Inzidenzwert von 35 tatsächlich erreicht – soeben kam eine Mitteilung des Kultusministeriums. Ab Montag gilt demnach auch in den weiterführenden Schulen ab Klasse fünf eine Maskenpflicht während des Unterrichts." An den Grundschulen kann laut Ministerium auf die Pflicht zum Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung verzichtet werden, weil die "Kinderstudie" der Universitätskliniken im Land ergeben hat, dass das lnfektions- und Übertragungsrisiko bei Kindern bis zum Alter von zehn Jahren deutlich geringer sei.

Kommt es bald wieder zu mehr Fernunterricht?

Ab einem Inzidenzwert von über 50 Fällen pro 100 000 Einwohnern werde es laut Rektor Peter voraussichtlich auch an Schulen weitere Verschärfungen geben. "Möglicherweise gibt es dann auch wieder einen wöchentlichen Wechsel von Präsenz- und Fernunterricht. Wir müssen die Entwicklung abwarten und wachsam sein."

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