Auf der Turnierwiese hat es 2013 Rabatz gegeben - doch auch im Ritterspieleverein herrscht wohl wieder Unfrieden? Foto: Hopp

Mitgliederversammlung findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Ursprünglich Wahlen geplant.

Horb - Was ist im Horber Maximilian-Ritterspieleverein los? Es scheint zu knirschen – nicht das erste Mal im Verein – trotz neuer Riege. Heute Abend findet eine Mitgliederversammlung statt. Wahlen sind angekündigt. Doch die Öffentlichkeit muss draußen bleiben.

 

Es hat etwas von den "Rittern der Tafelrunde" im stillen Kämmerlein. Dass es nicht harmonisch läuft im Horber Maximilian-Ritterspieleverein, geht bereits als Gerücht durch die Stadt. In einer Einladung, die an die Mitglieder herausgegangen ist, ist von einer außerordentlichen Wahl die Rede.

Die Presse ist allerdings nicht eingeladen. "Haben Sie etwas zu verheimlichen?", fragten wir gestern Abend Vorstandsmitglied Matthias Ertel. "Wir haben schon länger immer mal wieder nicht-öffentliche Sitzungen", erklärt er gegenüber unserer Zeitung. Warum eine Wahl abseits der Öffentlichkeit passieren soll, wie auf der Einladung steht, kann er nicht beantworten. Im Gegenteil: "Es ist wahrscheinlich so, dass gar keine Wahl stattfinden wird." Ist der Verein in chaotische Zeiten zurückgekehrt? Ertels weitere Aussage erscheint widersprüchlich: "Wir wollen mehr Transparenz in den Verein bringen."

Im Vorstand besteht Uneinigkeit, denn Siegfried Luft sieht das Ganze anders. "Wenn wir die Mitglieder zu einer Wahl eingeladen haben, dann muss auch eine Wahl stattfinden." Er habe kein Problem damit, dass die Versammlung öffentlich stattfinde. Unmut gibt es auch aus den Reihen der Mitglieder. Ertel berichtet, dass es zahlreiche Neuanmeldungen gebe. Doch sie seien laut Ertel bei der heutigen Versammlung nur "Gäste" – also wahrscheinlich nicht stimmberechtigt.

Ein Neumitglied erklärt im Gespräch mit unserer Zeitung. "Der Beitrag ist abgebucht. Daher fühle ich mich als vollständiges Mitglied und will auch mit abstimmen."

Vorstandsmitglied Siegfried Luft hat auch hier ebenfalls kein Problem. Neue Mitglieder seien willkommen und deshalb auch stimmberechtigt, findet er. Doch was ist der Hintergrund der Streitigkeiten, die es laut Ertel gar nicht gibt? Der Gerüchteküche folgend soll es auch um die Zukunft mit oder ohne den Veranstalter MPS gehen. Ertel sagt dazu: "Seitdem ich im Vorstand bin, also 18 Monate, ist das ein Dauerthema."

Für ihn scheint die Diskussion unnötig zu sein. "Die zwei vergangenen Ritterspiele zeigen einen klaren Aufwärtstrend. Wir können an frühere Zeiten anknüpfen." Auch finanziell stehe der Verein so gut wie nie zuvor da.