Wäre ohne Wahlhelfer nicht möglich: politische Mitbestimmung durch Stimmenabgabe. Foto: dpa

215 ehrenamtliche Helfer machen Urnengang im Raum Horb möglich. Bundesweit mehr als 600.000.

Horb - Am 22. September steht er wieder an: der Gang zur Wahlurne. Damit die Wahl reibungslos funktioniert und die Stimmen rechtzeitig ausgezählt werden können, sind bundesweit über 600.000 Wahlhelfer im Einsatz, im Raum Horb sind es 215.

 

In den Wahllokalen müssen sie die Wahlberechtigung auf Grund des Wählerverzeichnisses überprüfen, den Wählern Stimmzettel ausgeben, die Urne für den Einwurf des Stimmzettels freigeben und die Wahlteilnahme im Wählerverzeichnis vermerken.

Alles in allem muss sicher gestellt werden, dass die Wahl ordnungsgemäß abläuft. Dazu gehören beispielsweise auch Kontrollgänge im Umkreis des Wahllokals, um gegebenenfalls unerlaubte Parteiwerbung in unmittelbarer Nähe zu entfernen. Ab 18 Uhr müssen die Wahlhelfer die abgegebenen Stimmen auszählen.

Im Raum Horb fehle nur noch ein Wahlhelfer, dann könne in den 24 Horber Wahlbezirken die Wahl reibungslos ablaufen, so Sabrina Raible. Sie ist bei der Stadt Horb für Wahlen zuständig und damit auch für die Rekrutierung der Wahlhelfer verantwortlich.

"Mein Gefühl sagt mir, dass es immer schwieriger wird, Walhelfer zu finden. Bisher können wir uns aber noch nicht beklagen." Etwa 90 Prozent der Horber Wahlhelfer sei "Stammpersonal", das schon seit Jahren den Urnengang für die Horber ermögliche. "Wir fragen die Leute an, viele davon warten schon auf unseren Anruf."

Heinrich Raible engagiert sich seit gut 25 Jahren als Wahlhelfer. Er sei damals gefragt worden und habe eine Absage gar nicht in Erwägung gezogen. "Schließlich ist das eine Bürgerpflicht". Gemäß §9 der Bundeswahlordnung (BWO) kann ein Wahlehrenamt tatsächlich nur abgelehnt werden, wenn der Gefragte dringende persönliche oder berufliche Verhinderungsgründe nachweisen kann. Heinrich Raible hilft gerne als Wahlvorstand, mittlerweile kenne man sich untereinander und komme gut miteinander aus. Und trotzdem: "Ewig will ich das nicht machen, irgendwann muss der Nachwuchs ran. Es gibt zu viele, die fordern und wollen, aber nichts fürs Gemeinwohl tun, teilweise nicht einmal Lust haben, als Wähler an der Wahl teilzunehmen."

Als Urgestein der Horber Wahlhelfer kann man auch Dietrich Sievert bezeichnen. Zehn, 15 oder 20 Jahre, wie lange sich der 74-Jährige schon als Wahlhelfer engagiert, kann er nicht sagen. Er habe damals Post von der Stadtverwaltung bekommen und sei gleich dabei gewesen. "Ich gehe sowieso wählen, da kann ich ebenso gut hinter der Urne stehen." Das Amt mache ihm Spaß, das Team sei nett und der Posten biete ihm die Möglichkeit, Bekannte wiederzusehen, von denen er lange nichts mitbekommen habe. Schwierigkeiten bei der Durchführung der Wahl habe es noch nie gegeben. Ein einziges Mal habe sich ein SPD-Mitglied bei ihm beschwert, dass ein Wahlplakat der CDU zu nahe am Wahllokal hinge, ab und zu schreibe jemand Quatsch auf den Stimmzettel, ansonsten verliefen die Wahlen ruhig.

Früher war Dietrich Sievert parteipolitisch tätig, schon deshalb ist für ihn jede Wahl interessant. "Natürlich besteht eine emotionale Zugehörigkeit zur jeweiligen Partei. "Es ist immer spannend, wie hoch die Stapel der einzelnen Parteien am Ende des Wahlabends sind." Viel wichtiger als der Erfolg einer bestimmten Partei ist sowohl Dietrich Sievert als auch Heinrich Raible, die Ergebnisse schnell zu ermitteln und vor allem die Wahl ordnungsgemäß durchzuführen. Denn dafür unterschreiben sie bei jeder Wahl aufs Neue.