Die Kristall-Apotheke in der Neckarstraße ist eine von bisher drei Apotheken in der Kernstadt. Mit der Neckar-Apotheke kommt eine weitere Konkurrenz Mitte 2018. Foto: Hopp Foto: Schwarzwälder Bote

Stadtleben: Die Faustregel der Landesapothekenkammer ergibt zumindest eine Tendenz

Horb (gw). Kristall-, Schiller-, Stadt- und Neckar-Apotheke – vier Apotheken in der Kernstadt auf engstem Raum konzentriert: Kann das gut gehen? Die Betreiberin Monika Rönfeldt-Büttel der neuen Neckar-Apotheke sagt Ja. Die Nutzer unserer Facebook-Seite sehen das dagegen kritischer. "Es werden dann nicht mehr lange vier Apotheken sein...", schreibt Stefanie S. "Wir brauchen keine vier Apotheken in Horb-Kernstadt. Auf dem Hohenberg bräuchten wir eine", sagt Mehmet C. und teilt damit die Meinung einiger anderer Facebook-Nutzer, die sich ebenfalls eher eine Apotheke auf dem Hohenberg vorstellen können.

Stefan Möbius, Pressesprecher der Landesapothekenkammer Baden-Württemberg sieht Apotheken allgemein in einer angespannten Situation. "Die wirtschaftliche Situation für Apotheken ist nicht ganz einfach." Die Zahl der Apotheken sei landesweit rückläufig – auch im Kreis Freudenstadt. "Es gibt aktuell 28 Apotheken, zwei weniger als noch vor zehn Jahren."

Grundsätzlich sei es so, dass sich Apotheken da niederlassen, wo auch Ärzte sind. Deutschland sei im Gegensatz zu anderen Ländern so liberal, dass es eine Niederlassungsfreiheit gebe.

Doch wie viel Einwohner braucht man pro Apotheke, damit es sich rechnet? "Es gibt da zwar keine feste Vorgabe, aber man kann sagen, dass grob 4000 Einwohner pro Apotheke benötigt werden", so Möbius. Eine Rechnung für den Landkreis ergibt dabei Folgendes: rund 116 000 Einwohner und dann ab Mitte 2018 29 Apotheken. Ergebnis: 4000 – Punktlandung. Für Horb würde sich sogar ein noch besseres Ergebnis ergeben: rund 25 000 Einwohner, vier Apotheken, ergibt einen Schnitt von 6250. Eine Erfolgsaussicht hänge aber ganz klar davon ab, so Möbius, ob genügend Ärzte vor Ort seien. "80 Prozent des Umsatzes macht die Apotheke mit verschreibungspflichtigen Medikamenten, das ist aber nicht gleichbedeutend mit dem Gewinn. Trotzdem: Rezepte sind der Frequenzbringer." Ein wichtiger Faktor sei übrigens auch die Parksituation.

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