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Horb a. N. Verein strebt Generationenwechsel an

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Im Jahr 2007 war die Bücherei vom Steinhaus in das Bürger-Kultur-Haus auf dem Marktplatz umgezogen. Fotos: Straub Foto: Schwarzwälder Bote

Seit mehr als 15 Jahren gibt es den Förderverein der Stadtbücherei Horb. Seitdem hat sich aus der kleinen Bücherei eine Anlaufstelle für junge und ältere Leser entwickelt, deren Ausleihzahlen weiterhin ansteigen.

H orb. Anfang der 2000er-Jahre kam im Rahmen einer Einsparungswelle die Debatte auf, ob die Bücherei, die damals im Steinhaus war, so noch benötigt werde. "Damals hieß es: Die Bücherei ist keine Pflichtaufgabe", erzählt Kristina Sauter, die seit damals im Vorstand des Fördervereins ist. Für den kleinen Kreis an treuen Lesern und einigen Kulturschaffenden war dies ein Alarmsignal. Eine Unterschriftenaktion wurde gestartet und die Stadt reagierte, indem sie im Mai 2004 eine Arbeitsgruppe ins Leben rief. Das Ziel, einen Förderverein zu Gründen, wurde formuliert. Zwei Monate später arbeitete man an einer Satzung und an den Aufgaben, die von der Bücherei erfüllt werden sollten: Leseförderung, außerschulische Fortbildung, sinnvolle Freizeitnutzung, Treffpunkt für Jung und Alt sowie Erwachsenenbildung.

Bei der Gründung des Fördervereins im Oktober 2004 hatte man bereits 85 Mitglieder. Das Hermann-Hesse-Kolleg trat damals als erste juristische Person bei. Vorsitzende war damals Irene Vogel, Stellvertreterinnen waren Rosemarie Schmid und Kristina Sauter, Kassiererin war Jutta Poppinga, Schriftführer Wilhelm Hasse und Beisitzer: Heinz Högerle, Matthias Störr, Ute Gerlach, Christine Dietz und Manuela König.

In den ersten Sitzungen legten die Verantwortlichen fest, dass die Mitglieder in der Bücherei die Hauptamtlichen unterstützen sollten. So konnten die Öffnungszeiten nach und nach erweitert werden. Neben der Hilfe bei der Ausleihe halfen die Mitglieder auch beim Systematisieren der Medien, was zur echten Herausforderung werden konnte. "Am Anfang war das alles ein echtes Provisorium, aber der Förderverein hat geholfen, dass sich die Bücherei so entwickeln konnte", berichtet Sauter, die gemeinsam mit Christine Jacob stellvertretende Vorsitzende ist. Ein Jahr nach der Gründung konnte der Verein bereits 120 Mitglieder vorweisen. Drei Jahre nach der Gründung folgte 2007 der Umzug ins Bürger-Kultur-Haus und eine Personalaufstockung um 20 Prozent wurde erreicht. Zudem wurden Leigebühren eingeführt. Zehn Euro kostet diese in der Bücherei für das ganze Jahr.

Ein weiterer Meilenstein für den Verein sei das Jahr 2012 gewesen: Der Antrag auf eine Fachkraft wurde von der Stadt bewilligt. Monika Bauer startete mit 50 Prozent, inzwischen arbeitet die Büchereileiterin zu 60 Prozent. Unter Bauer ist das Angebot der Bücherei runderneuert worden. "Wir achten darauf, immer aktuelle Literatur vorweisen zu können, die den Geist der Zeit trifft." Im Jahr 2014 startete man die Onleihe. Trotz aller "Unkenrufe" sei das Angebot an DVDs und Zeitschriften vor Ort immer noch sehr beliebt, ergänzt die Büchereileiterin. Mittlerweile habe man 30 000 Euro an Budget und sei gut aufgestellt. Vor acht Jahren sei man noch bei weniger als der Hälfte gewesen. 4000 Euro seien im vergangenen Jahr noch an Spenden durch den Förderverein dazu gekommen. Für Bücher habe man 2019 rund 10 000 bis 12 000 Euro verwendet, insgesamt rund 18 000 Euro für Medien. Die Bücherei hat inzwischen 1,6 Stellen. "Wenn man bedenkt, wo wir angefangen haben, dann hat sich die Bücherei gut entwickelt", betont Bauer.

Für die Zukunft sei es für die Büchereileiterin und den Förderverein das Ziel, unter der Woche tägliche Öffnungszeiten anzubieten. Denn bislang ist die Bücherei dienstags und donnerstags geschlossen. "Donnerstag wäre ein sehr guter zusätzlicher Öffnungstag, da hier das Rathaus seine verlängerten Öffnungszeiten hat", regt Eden Volohonsky an, der seit drei Jahren Vorsitzender des Fördervereins und Leiter des Hermann-Hesse-Kollegs ist. Weiteres Zukunftsthema ist, dass langfristig die Bücherei erneut umziehen soll. Platzmäßig sei man im Bürger-Kultur-Haus am Limit angekommen. "Dazu muss beobachtet werden, was in Horb die nächsten Jahre geht", sagt Volohonsky.

Doch zuvor müsse ein Generationenwechsel im Förderverein erreicht werden: "Wir werden ja nicht jünger." Da auch langfristig die Finanzierung sowie die Veranstaltungen wie "Heiß auf Lesen" erhalten bleiben sollen, müssten mehr Mitglieder gefunden werden. Jeder, der Interesse habe, im Verein mitzuarbeiten, könnte sich in der Bücherei melden. "Egal ob man bei der Ausleihe helfen möchte, Fördermitglied werden will oder auch explizit bei der Organisation des Büchermarkts mitmachen möchte", ruft Sauter zum ehrenamtlichen Engagement auf. Durch zusätzliche Mitglieder könnte die Bücherei zudem weitere Öffnungszeiten erreichen. "Bislang unterstützen mittwochs und samstags Ehrenamtliche die Hauptamtlichen. So ist gesichert, dass es immer eine fachliche Beratung gibt", betont Sauter, die auch Stadträtin für die OGL ist.

Der Büchermarkt, der sich in den vergangenen Jahren zum Erfolgskonzept entwickelt hat, ist ein Jahr nach der Gründung des Fördervereins ins Leben gerufen worden. 2013 zog er dann auf den Flößerwasen um. "Inzwischen ist der Markt regelmäßig ausgebucht – so viele Stände werden immer angemeldet", freut sich Bauer über die Entwicklung. Die Organisation dazu übernimmt das Personal der Bücherei. Für das Rahmenprogramm sorgt der Förderverein. In diesem Jahr sind zusätzlich zum Büchermarkt unter anderem auch zwei Kulturveranstaltung geplant. Eine Lesung und Theateraktion am Martin-Gerbert-Gymnasium zum Holocaust im Frühjahr. Außerdem eine Ausstellung mit einem Maler zu Hölderlin, die im Herbst vorgesehen ist. Der Förderverein hält am 29. April seine Hauptversammlung im Steiglehof ab.

Die Stadtbücherei auf dem Marktplatz im Bürger-Kultur-Haus hat folgende Öffnungszeiten: Montag 14 bis 19 Uhr,

Mittwoch 14 bis 18 Uhr, Freitag 9.30 bis 17.30 Uhr, Samstag 10 bis 13 Uhr.

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