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Horb a. N. Verband klagt: Es gibt zu wenig Fahrlehrer

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Die gelben Klebebuchstaben sind schon Standard auf den Fahrschulautos der Autohausfahrschule der AHG. Denn Kollegen sind für Fahrlehrer immer schwerer zu finden. Foto: Müssigmann

Horb - Sie sind Begleiter junger Menschen in die Eigenverantwortlichkeit, ein Auto zu fahren: Fahrschullehrer. Doch es gibt nicht genug von ihnen, sagt der Fahrschullehrerverband. Fahrlehrer aus der Region beklagen, dass der Verdienst zu schlecht ist.

"Kollege gesucht", steht auf den Autos der Fahrschule unter dem Dach des Autohauses AHG. "Wir suchen prinzipiell immer gute Fahrlehrer", sagt Tobias Wendt, der die Marke für die AHG betreut. Er schätzt, dass die Autohausfahrschule doppelt so viele Fahrlehrer wie derzeit beschäftigen könnte. Zu genauen Zahlen, wie viele Fahrlehrer die Autohausfahrschule hat, macht Wendt jedoch keine Angaben.

Der Beruf hat ein Nachwuchsproblem, wie der Fahrlehrerverband beklagt. Derzeit trifft das Problem Horber Fahrschulen nicht, weil sie ihre Fahrschule als Familienbetrieb führen und keine Angestellten haben. Aber schon in der nächsten Generation will niemand übernehmen.

Verdienst nicht attraktiv

Michael Wagner, dessen Fahrschule ihren Sitz in Sulz und ein Büro in Horb hat, berichtet, dass seine Tochter die Fahrlehrerausbildung zwar gemacht hat, sich dann aber für ein Studium entschied, weil der Verdienst als Fahrlehrer zu schlecht sei. Er verlange 40 Euro für eine Fahrstunde, sagt Wagner – das sei aber nicht sein Stundenlohn, vielmehr muss er damit auch Sprit und das Auto finanzieren, außerdem ist die Mehrwertsteuer schon enthalten. Heute kostet ein Führerschein in Deutschland je nach Region zwischen 1500 und 2300 Euro, wie Jochen Klima vom baden-württembergischen Fahrlehrerverband sagt.

Der Horber Fahrschulbesitzer Peter Piechotta meint, es müsse bekannter werden, wie man Fahrlehrer wird, um dem aus seiner Sicht eklatanten Nachwuchsmangel zu begegnen. Der Beruf mache Spaß: Die Entwicklung seiner Schüler bereite ihm immer wieder Freude. Ihnen mit dem Autofahren etwas zu vermitteln, was sie ihr Leben lang brauchen, sei ein tolles Gefühl.

Meldet sich vielleicht auch kein Nachwuchs, weil durch autonomes Fahren künftig keine Fahrlehrer mehr gebraucht werden? Klima vom Fahrlehrerverband erwartet nicht, dass in absehbarer Zeit niemand mehr Fahrstunden braucht. Es sei zwar wahrscheinlich, dass man schon bald auf der Autobahn autonom fahren kann, ein Fahrer sein Auto dann aber immer noch sicher zur Autobahn fahren müsse.

Neue Technik vermitteln

Aurora Hug von Horbs ältester Fahrschule, gegründet 1923, geht sogar davon aus, dass durch die neue Technik eine besondere Herausforderung auf die Fahrlehrer zukomme. Zunächst müsse der Fahrschüler weiter lernen, das Auto selbstständig zu steuern, dann müsse man ihm die moderne Technik und verschiedene Assistenzsysteme zeigen. Auch wenn das Auto vieles von alleine mache, müsse man das vorausschauende Fahren lernen. Sie ist überzeugt, dass der Beruf Zukunft hat – und kann auch nicht über Nachwuchsmangel klagen. Sie hat ihre Söhne für den Farhlehrerberuf begeistern können, der zweite beginnt die Ausbildung.

Auch der Horber Fahrschulbesitzer Arthur Krokos erwartet, dass sich die Aufgabenbereiche des Fahrlehrers durch neue Technik nur verschieben. Er ist überzeugt: Bis er 2035 in Rente geht, wird es den Berufsstand noch geben.

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