Die Talheimer Grundschule wurde einer Bewertung unterzogen.Archiv-Foto: Hopp Foto: Schwarzwälder-Bote

Steinachtalschule schneidet bei unabhängiger Bewertung gut ab, muss aber an einzelnen Punkten noch arbeiten

Von Peter Morlok

Horb-Talheim. Bei der Ortschaftsratssitzung berichtete der stellvertretende Schulleiter der Steinachtalschule, Karl-Heinz Kramer, über die vor Kurzem erfolgte Fremdevaluation (Bewertung) an seiner Schule, deren Weiterentwicklung er gleich mit vorstellte.

Bei dieser Art von "Stresstest", den so eine Fremdevaluation immer darstellt, wird die Schule nach unterschiedlichen Gesichtspunkten von Prüfern, die nicht aus dem Hause kommen, durchgecheckt. Es geht nicht nur um die Qualität des Unterrichts, sondern auch um so ganz einfache Fragen wie: "Ich gehe gerne in die Schule" oder "Das Mittagessen schmeckt mir immer". Diese Kriterien wurden nach Klassen getrennt abgefragt.

Die Antworten waren für das Ergebnis zum Ganztagesbetrieb wichtig, während für die weitere Infrastruktur der Talheimer Grundschule Themen wie "Umgang mit Konflikten und Problemen", die "Schule als Gemeinschaft" oder die "Pädagogischen Ziele" von Bedeutung waren. Hier haben die beiden Prüferinnen jeweils den Mittelwert "Zielstufe" vergeben. Nicht ganz so gut schnitt man im Bereich "Methoden und Medienkompetenz" und bei der "Abstimmung der Kriterien für die Leistungsbeurteilung" ab. Hier reichte es jeweils nur zur "Basisstufe".

Einen Volltreffer konnten das Talheimer Lehrkollegium dagegen bei der "Gestaltung der Lehr-/Lernprozesse im Qualitätsbereich Unterricht" landen. Hier reichte es zur Note "Exzellenzstufe". Besser geht’s nicht.

In der Begründung für diese Bewertung konnte man unter anderem lesen: "Die Schule richtet die Organisation des Schul- und Unterrichtsalltags an den Bedürfnis­sen der Grundschulkinder aus. Durch die täglich gleiche Rhythmisierung des Unterrichts­vormittags sowie des Ganztagsangebots schafft die Schule für die Kinder einen verlässli­chen Rahmen, bei dem ihre Lern- und Lebensbedürfnisse berücksichtigt sind. Am Vor­mittag beginnt der Unterricht für alle Klassen täglich um acht Uhr. Zwei Bewegungspau­sen sorgen für einen Wechsel zwischen intensiven, konzentrierten Arbeitsphasen und Phasen der Bewegung und Entspannung. Jeden Tag trifft sich eine Schülergruppe 30 Minuten vor Unterrichtsbeginn zum Zeitunglesen. Fest zum Wochenablauf gehört in allen Klassen der Morgenkreis am Montag, und regelmäßig findet die Schulversammlung ›what’s up‹ statt".

Seit dem Schuljahr 2010/11 ist die Schule, die von der Außenstelle der Werkrealschule Altheim wieder in eine reine Grundschule umfunktioniert wurde, auch eine Ganztagsschule in offener Form. In die­sem Schuljahr wird dieses Angebot von etwa der Hälfte der Schüler genutzt, so eine zusätzlich Info des Konrektors, der auch auf die Veränderung in der Schullandschaft einging. Innerhalb von drei Jahren habe sich die Hauptschule zur Werkrealschule gewandelt und nun gehe der Trend hin zur Gemeinschaftsschule. Diese Bewegung im Schulsystem brachte für die Lehrerschaft und die Schulleitungen zusätzlich viel Arbeitsaufwand, erinnerte sich Karl-Heinz Kramer.

83 Kinder gehen derzeit in die vier Klassen der Grundschule. Betreut werden die Kinder von vier Klassenlehrern, die von zwei Fachlehrern, einem Geistlichen und einer Assistentin unterstützt werden. Eine weitere Besonderheit der Steinachtalschule ist die Integration von fünf Schülern der Pestalozzi-Schule Horb. Seit drei Jahren gibt es diese Art der Kooperation, mit der der Inklusions-Ansatz ideal in die Praxis umgesetzt wird. Mehr als gut angenommen wird zudem das vielfältige Freizeitangebot, bei dem sich die Talheimer Vereine genauso einbringen wie viele andere ehrenamtlich Helferinnen und Helfer.

Es ist also viel los in der Talheimer Grundschule, und nur an einigen kleinen Verbesserungen muss noch gefeilt werden. Ansonsten ist man gut aufgestellt, und das hat man sogar schriftlich. Ortsvorsteher Thomas Staubitzer dankte dem Konrektor für die gelungene Präsentation, und Ortschaftsrat Michael Walz stellte in seiner Funktion als Papa fest: "Die Schule ist gut, die Kinder gehen gern zur (Ganztags)Schule." Eine Feststellung, mit der er nicht alleine dasteht. 29 von 39 befragten Schülern haben sich auf diese Frage einen lächelnden Smiley als Antwort ausgesucht, zehn konnten sich nicht entscheiden, jedoch hat keines der befragten Schulkinder gesagt, es würde gar nicht gerne kommen. Ein Ergebnis, das für sich spricht.

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