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Horb a. N. Unbequeme Dänen – lässige Amerikaner

Von
Riesen-Stimmung und Partyfeeling auf dem Mini-Rock-Festival. Foto: Hopp

Horb - Die Atmosphäre des Mini-Rock-Festivals ist seit jeher familiär geblieben, doch international gesehen gesellen sich zunehmend namhafte Headliner dazu.Beim Durchsehen der Setlist am Freitag sticht ein Bandname sofort ins Auge: "Kellermensch". Auf Spurensuche sitzen ausgerechnet zwei der Bandmitglieder ziemlich entspannt im Künstlerzelt und warten auf ihren Auftritt. Den äußerst charmanten Dänen merkt man gar nicht an, dass sie direkt vom größten Rock-Open-Air-Festival der Welt in Wacken kommen. "Wir haben uns sehr gefreut, hier und überhaupt in Deutschland spielen zu dürfen", sagt Sänger und Organist Christian Sindermann.

Und der Name, "ja den haben wir uns von einem Roman des Schriftstellers Dostojewski abgeschaut. Es gibt zwischen ihm und uns gewisse Parallelen", so Gitarrist Sebastian Wolff. "Wir versuchen, seine dramatischen Elemente musikalisch auszudrücken." Klingt exotisch und ist es auch. Auf der Bühne weiß man dann, was gemeint ist: Ihre Songs zeichnen sich aus durch die außergewöhnliche Verbindung von roher Aggression und trauriger Melancholie. Simple Rockinstrumentierungen verbinden sich in manchen Liedern mit Instrumentenklängen von Orgel, Kontrabass oder Violine. Am besten lässt sich der Stil mit einer Mischung aus Hard Rock, Punk und Doom zusammenfassen. "In Dänemark jedenfalls passen wir nirgends rein", meinen sie unisono. Macht aber auch nichts. Wer Konzertanfragen aus Schweden, Holland, Österreich oder eben Deutschland erhält, wird das leicht abtun. Beim Mini-Rock präsentierten sie auch gleich mal vier neue Lieder.

Nur einen Steinwurf entfernt steht ein meterlanger Nightliner, hinten dran hat er einen Anhänger vollgeladen mit Equipment des Topacts am Freitag, Boysetsfire. Während ein Techniker an einer Gibson-Gitarre neue Saiten aufzieht, hat es sich die Combo daneben bequem gemacht.

Die Jungs sind, man muss das einfach so sagen, arschcool und mindestens so relaxed wie Kellermensch. Dass sie nie mit ihrer Meinung hinter dem Berg halten und sich keinen äußeren Zwängen beugen, ist Fans und Kennern hinlänglich bekannt. Aber die Haltung in Horb toppt wirklich noch mal alles.

Zwischen Pop-Punk und Alkoholbeschränkung hat sich Hardcore inzwischen weit von einem seiner ursprünglich wichtigsten Standbeine entfernt: der politischen Aussage. Das Quintett steht glücklicherweise für eine der wenigen Ausnahmen. Ihnen ist die Message mindestens genauso wichtig wie die Musik.

Bevor die Jungs aber das Festival rocken dürfen, steht noch einiges an Arbeit an. Der Techniker kommt gar nicht mehr raus, die Instrumente auf Vordermann zu bringen. "Mir ist der Gitarrenhals gebrochen, verdammt", sagt Gitarrist Chad Istvan mit einem verschmitzten Lächeln, der Techniker hingegen ist gar nicht begeistert. Irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass Chad einen gewissen Anteil an der kaputten Gitarre hat. Aber sie konnte laut Bassist Marc Krupanski wunderbar weiter verwendet werden: "Wir haben damit einfach ein Feuer gemacht und dann gegrillt, perfekt!", sagt Marc. Daraufhin verfinstert sich die Miene des Technikers noch mehr.

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