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Horb a. N. Tote Tauben schrecken Bürger auf

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Das frühere Fabrikgebäude im Nordstetter Fabrikweg ist ein begehrtes Tauben-Domizil. Foto: Ganswind

Horb - Mit einem mysteriösen Fall von Taubensterben hat es der Tierschutzverein in Horb zu tun. Bereits 19 Vögel sind verendet.

Mit der Entdeckung von toten Tauben am Brunnen beim Horber Amtsgericht ging es vor wenigen Tagen los. Seither erhält der Tierschutzverein immer wieder Anrufe von Anwohnern und Touristen, die über verendete oder sichtbar kranke Vögel informieren. Auf seiner Facebook-Seite schreibt der Horber Verein über das mysteriöse Taubensterben und berichtet: "Wir haben Samstag fünf Tiere sichern können davon leben nun noch zwei, Sonntag noch mal zwei lebende, zwei tote, Montag eine lebende gesichert bis jetzt." Stand gestern waren es insgesamt 19 tote Tauben, wie Jacqueline Dießner vom Verein auf Nachfrage berichtet. Sie wurden entweder tot aufgefunden oder sind in ihrer Obhut gestorben. Vier lebende versorgt Dießner derzeit noch.

Vieles deutet auf eine Taubenkrankheit hin

Doch was ist ihnen widerfahren? Aus Sicht der Tierschützerin deutet vieles auf eine Taubenkrankheit hin. "Das tritt auf, wenn Tauben nicht kontrolliert gefüttert und beaufsichtigt werden", erklärt sie. Eine gezielte Fütterung mit speziellem Futter sowie eine Geburtenkontrolle könne solch ein Taubensterben verhindern. Denn die Tiere hätten dann ein stärkeres Abwehrsystem und seien kräftiger.

Allerdings könne auch eine Vergiftung nicht ausgeschlossen werden. Sollte tatsächlich jemand Gift ausgelegt haben, wäre das ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und eine Straftat. Solch ein Fall von gezielten Taubenvergiftungen ist im Landkreis Freudenstadt allerdings bisher noch nicht vorgekommen oder zumindest nicht bekannt geworden, teilt das Polizeipräsidium Pforzheim auf Nachfrage mit. Um sicherzugehen, haben die Tierschützer inzwischen Kontakt mit dem Veterinäramt des Landkreises aufgenommen. Die Behörde lässt zwei der toten Tier untersuchen.

Jacqueline Dießner hat so etwas noch nicht erlebt, seit sie im Tierschutz tätig ist. "Es werden aber auch immer mehr Tauben." Gefunden werden sie im Bereich Altheimer Straße, Marktplatz und unterer Marktplatz. Aus Sicht des Tierschutzvereins ist es nun endgültig Zeit für "betreute Taubenpflege" in Horb. Die Vorstandsmitglieder wollen deshalb Kontakt mit der Stadtverwaltung aufnehmen.

Nisten verhindern: Stadt schreibt Hauseigentümer an

Noch gibt es keine städtischen Taubenschläge. "Eine Taubenpopulation war zwar stets vorhanden, aber nie so gravierend. Es wurden Maßnahmen wie das Taubenfütterungsverbot erlassen sowie die gezielte Ansprache und Information von Hauseigentümern", teilt Stadtsprecherin Inge Weber mit. Gerade im Bereich des Unteren Markts habe die Verwaltung "Hauseigentümer gezielt angeschrieben und darauf aufmerksam gemacht, dass neben einem Taubenfütterungsverbot im gesamten Stadtgebiet auch Maßnahmen getroffen werden sollten, die ein Nisten und Niederlassen von Tauben verhindern."

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Doch die Vögel halten sich nicht nur in der Kernstadt auf. Auch ein leerstehendes, ehemaliges Fabrikgebäude in Nordstetten ist ein wahrer Tauben-Hotspot. Dies ist der Verwaltung bekannt. Sie habe auch diesen Eigentümer schon aufgefordert, "bauliche Maßnahmen zu treffen, damit hier keine Nistmöglichkeiten bestehen".

Taubenhäuser seien eine Möglichkeit, bei zentralem Taubenaufkommen Abhilfe zu schaffen, erklärt Weber. "Dazu bedarf es aber auch der Mitarbeit geeigneter Personen." Sie ergänzt, dass ein Taubenhaus in Horb ja das Taubenproblem etwa in Nordstetten nicht löse. "Die Ausbreitung der Taubenpopulation sollte deshalb beobachtet und analysiert werden, wie und warum sich die Tauben in manchen Bereichen weiter verbreiten."

Tieren soll geholfen werden

In andere Städten gibt es solche betreuten Taubenschläge dennoch. In Rottweil etwa. Sie befinden sich in Dachböden von Wohnhäusern in der Innenstadt, wo die Belastung durch Taubenkot besonders hoch war. Die Verunreinigungen sind nicht nur unschön, sondern auch potenziell gefährlich für die Gesundheit. Über Tierkot können Bakterien oder Viren übertragen werden.

Das Problem mit den Verunreinigungen nimmt zu, wenn sich die Vögel unkontrolliert vermehren können. Dies verhindert ein aktives Taubenmanagement. In Rottweil betreuen Ehrenamtliche die Taubenschläge, reinigen diese und versorgen die Vögel. Vor allem aber tauschen sie deren Eier gegen Exemplare aus Gips aus. Das ist ein zeitaufwendiges Ehrenamt, aber am Ende profitiert die ganze Stadt davon: Weil die Taubenpopulation nicht weiter zunimmt.

Der Horber Tierschutzverein ruft derweil dazu auf, offensichtlich schwache Tiere in den besagten Bereichen zu helfen. "Bitte sammelt sie ein und meldet euch bei uns. Wir holen sie ab." Die toten Tiere lasse die Stadt entfernen.

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