Spitzentreffen der Maskottchen: VfB-Fritzle und Necky im Duo mit den Kindern. Foto: Morlok Foto: Schwarzwälder-Bote

Große Hitze macht dem Kinderfest einen dicken Strich durch die Rechnung / Veranstaltungen zu weitläufig geplant

Von Peter Morlok Horb. "Unsere Stadt in junger Hand" stand als Motto über dem großen Kinder- und Jugendfest, das am Wochenende auf dem gesamten ehemaligen Gartenschaugelände stattfand. Die Macher dieser Veranstaltung, die als Angebot für die Daheimgebliebenen gedacht war, hatten sich bei der Programmgestaltung sicherlich viel Mühe gegeben, jedoch nicht mit so viel schönem Wetter gerechnet.

Bereits am Samstag stöhnten alle Beteiligten – von den Musikanten über die Besucher bis zu den Kids auf dem Flohmarkt – über die Hitze und egal mit wem man sprach, man bekam immer den gleichen Satz zu hören. "Es ist zu heiß – die Leute sind alle im Freibad und kommen erst abends her". Da war es aber leider zu spät, denn die meisten Mitmachangebote endeten am späten Nachmittag.

Auch die Strecken, die man von einer Attraktion zur andern zurücklegen musste, waren recht groß. Im Programm wurde das gesamte Gelände – von der Kleintierzuchtanlage hinterm Neckarbad bis zur Inselspitze – komplett genutzt und wer an den Führungen und Kursen, die teilweise gleichzeitig stattfanden, mitmachen wollte, musste gut zu Fuß sein, ein Auto oder mindestens ein Fahrrad besitzen.

Vielleicht hätte man sich auch mit einem der Zauberstäbe, die in der Kreativwerkstatt beim Marmorwerk gebastelt wurden, hin und her beamen können. Wer dachte, dass in der Dualen Hochschule der Bär oder gar der Necky steppe, sah sich getäuscht. Ein einsamer Professor Peter von Viebahn klackerte rhythmisch mit seinen Steppschuhen auf den Parkettboden. Für seinen Schnupperkurs im Steppen interessierte sich niemand und auch seine Verwaltungsleiterin saß relaxt im Pausenhof und las ein Buch, anstatt Horden von Kindern zu schminken, die man erwartet hatte.

Sehr generationsfreundlich war die Überlegung, zum Konzert von "Black & White" parallel eine Kinderdisco zu veranstalten. Die Erwachsenen sollten ihre Kids in die Disco schicken und selbst den blechlastigen Klängen der Band lauschen. Es gab nur ein kleines Problem. "Black & White" spielte beim alten Freibad, die Disco fand im Marmorwerk statt. Eine Kombination, die entfernungstechnisch ungünstig war und deshalb nicht funktionierte.

Auch am Sonntag fiel der Besucherandrang förmlich ins (Freibad)-Wasser. Fanden sich zur Schauübung der Jugendfeuerwehren aus Obertalheim, Horb, Nordstetten und Dettensee noch eine anschauliche Anzahl Zuschauer ein, so verlief sich diese kurz darauf wieder im Gelände.

Stefan Aupperle, Vorstand des FC Horb, konnte einen neuen Besucherrekord beim Menschenkicker melden. Null Teilnehmer wollten bei diesen hochsommerlichen Temperaturen ans Gerät. Allein das VfB-Fritzle lockte für kurze Zeit ein paar Menschen in Richtung Turnierwiese. Nicht viel besser ging es den Künstlern beim alten Freibad.

Ob nun der Zauberer oder der Bauchredner, sie zeigten ihre Kunst vor bescheidener Kulisse. Heiner Raible, der eine Stadtführung zu Plätzen, an die man sonst nicht hinkommt, anbot, marschierte mit einer Truppe von fünf Mann los. Darunter jedoch der Besucher mit der weitesten Anreise. Ted Henkels kam aus Kalifornien.

Als Fazit freute sich Ute Königsberger-Walz vom Stadtmarketing wenigstens darüber, dass alle Akteure bei der Stange blieben und das Programm trotz Zuschauerflaute durchgezogen haben.