In Talheim fürchten die Bürger um die Infrastruktur ihres Ortes. (Symbolbild) Foto: Stratenschulte

Talheimer wehren sich gegen Schließungs-Pläne. Sie fürchten Infrastruktur-Schwächung. 

Horb-Talheim - Talheimer Bürger wehren sich gegen die Schließungspläne der Kreissparkasse. Ihr Argument: Als Anstalt des öffentlichen Rechts, dem Gemeinnützigkeitsprinzip verpflichtet und mit dem Ziel, die Gemeinden mit Bankdienstleistungen zu versorgen, hätten sie diesen Schritt nicht erwartet.

Wie Ende Januar berichtet, schließt die Kreissparkasse Freudenstadt 13 von 15 Filialen. Manche werden in Selbstbedienungsstandorte umgewandelt. Entlassungen sind aber nicht vorgesehen.

Laut dem Vorstandsvorsitzenden Werner Loser soll das Konzept bis Mitte des Jahres umgesetzt werden. Die Bank solle dadurch "schlanker, aber qualitativ auch höher unterwegs sein", so Loser.

Die Niederlassungen auf dem Marktplatz und in der Nordstadt in Freudenstadt sowie im Horber Stadtteil Hohenberg, in Lützenhardt, Klosterreichenbach und Glatten sollen im Lauf des Jahres zu Selbstbedienungsfilialen umgewandelt werden. Außerdem sollen die Filialen in Wittlensweiler, Mitteltal, Bildechingen und Talheim sowie die Selbstbedienungsstellen in Altheim und Weitingen schließen.

Bürger fürchten um Infrastruktur

In Talheim stößt die beabsichtigte Schließung der dortigen Sparkasse auf Widerstand. Bürger befürchten, dass die Infrastruktur des Ortes empfindlich gestört wird. Gerade bei älteren, nicht so mobilen Kunden, wächst die Angst, ihre Bankgeschäfte nicht mehr wie gewohnt erledigen zu können. Eine Talheimer Bürgerin schildert: "Als Landwirtschaftsminister Hauck kürzlich durch den Landkreis fuhr, um Millionen zu verteilen, Gaststätten wieder zum Leben zu erwecken und andere Projekte im ländlichen Raum zu unterstützen, hörte sich das ›hohe Lied‹ auf den ländlichen Raum ganz anders an."

In Talheim sieht man zwar auch den Ertragsdruck, unter dem die Banken leiden, vermisst jedoch die Bereitschaft der Sparkasse, auch unkonventionelle Modelle auszuprobieren, um ihre Kunden auf dem Land zu versorgen. Stattdessen seien Kahlschläge angesagt. Als Option gilt zum Beispiel die Kooperation zwischen der Volksbank und Kreissparkasse. Und so könnte das laut einem Vorschlag aus der Bevölkerung aussehen: Eine Filiale wird geschlossen und in der anderen bedienen beide Banken zu unterschiedlichen Zeiten ihre Kunden. Geldautomat und Kontoauszugsdrucker können von Volksbank- und Kreissparkassenkunden gleichermaßen genutzt werden.

 Diese Modelle gibt es bereits. Die Frankfurter Volksbank und die Taunus Sparkasse haben über 50 Filialen zusammengelegt.

Eine Gruppe Talheimer Bürger hat bereits über 279 Unterschriften gesammelt, die ihrem Anliegen Nachdruck verschaffen sollen.

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