Hans-Peter Ade bleibt skeptisch: Er fragt sich, ob "Talheim 21" wirklich endgültig gestorben ist. Foto: Hopp

Steinbruchauffüllung: Auf seinem Gebäude stehen die letzten Slogans gegen das Projekt.

Horb-Talheim - Er will zwar jetzt – wenn das Wetter gut ist – seinen Protest gegen Talheim 21 am Ortsausgang entfernen. Doch der Talheimer Hans-Peter Ade bleibt skeptisch.

 

Am Ortsausgang Talheim kurz vor der scharfen Kurve an der Hochdorfer Straße steht ein Gebäude. Mit weißen Lettern ist darauf geschrieben: "Talheim steht kurz vor dem Zerfall, und Horb merkt es nicht." Protest gegen die umstrittene Steinbruchauffüllung. Aufgemalt von Ade, der gegenüber wohnt. Zwar will er jetzt auch die Slogans an seinem Gebäude entfernen – wenn das Wetter besser ist. Doch er bleibt skeptisch, ob jetzt wirklich Frieden herrscht.

Ade: "Der Steinbruchunternehmer hat zwar gesagt, dass er seinen Antrag ruhen lässt. Doch das heißt nicht, dass das Projekt Talheim 21 endgültig gestorben ist. Dazu hat der Ortschaftsrat keine Beschlussfassung gemacht."

Das Misstrauen bleibe, so Ade: "Der Horber Gemeinderat hatte damals mit 32 zu null Stimmen das Ende des Steinbruchs in Talheim beschlossen. Dann kam die Anfrage – und all das war vergessen. Der Ortschaftsrat in Talheim hätte einen Beschluss fassen können, dass er das Projekt komplett ablehnt. Wie die Vergangenheit zeigt, kann man sich in alle Richtungen bewegen."

Denn: Der Ortschaftsrat Talheim hatte am 16. Oktober 2014 mit einem Stimmenpatt zu Talheim 21 gestimmt. Das galt damals aus formalen Gründen als Ablehnung.

Im Gemeinderat Horb gab es am 25. November 2014 auch ein Stimmenpatt – das wurde jedoch als Votum dafür gewertet, dass weiter mit dem Steinbruchunternehmer Kaltenbach verhandelt wird. Erst als Steinbruchunternehmer Armin Kaltenbach mit einem Anruf am 9. März bei OB Peter Rosenberger erklärte, dass er das Projekt ruhen lasse, hatte sich der Ortschaftsrat Talheim am 7. April einstimmig gegen das Projekt ausgesprochen. Ein Beschluss ist aber nicht gefallen.

Hans-Peter Ade: "Meine Frau und ich haben die letzten zwei Jahre schlaflose Nächte gehabt. Mein Küchenfenster geht direkt zur Straße. Wenn da die Lkw vorbeifahren, fahren sie direkt über meinem Kopf vorbei. Die Lkw über die Haiterbacher Straße haben die (gemeint: Runder Tisch) zwar mit dem Förderband-Plan wegbekommen. Aber: Ob bei einer Verfüllung des Steinbruchs keine zusätzlichen Lkw kommen, das kann keiner garantieren."

Für Ade ist die jetzige Situation keine große Entspannung. Er sagt: "Das ganze Hin und Her um Talheim 21 hat mir die Nerven geraubt. Und trotzdem ist man jetzt auch nicht weiter als vorher."