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Horb a. N. Steht dem Rathaus neuer Ärger ins Haus?

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Das "abgestellte" Gleis: Gegner des Güterverkehrsterminals würden es gerne ungenutzt lassen wie es ist. Foto: Lück

Horb - Steht dem Rathaus neuer Ärger ins Haus? Nach der BI "Hau und Holzwiese", die sich gegen das geplante Gewerbegebiet in Ahldorf wehrt, könnte jetzt die nächste BI für Wirbel sorgen. Der Name: "Brot statt Logistik".

Es ist die große Zukunftshoffnung von OB Peter Rosenberger und großer Teile der Gemeinderatsfraktionen: Das Güterverkehrsterminal, welches im Industriegebiet Heiligenfeld entstehen soll.

OB Peter Rosenberger hatte schon angekündigt, dass er versuchen will, beim Land mehr Gewerbefläche zugeteilt zu bekommen, um neben dem geplanten Güterverkehrsterminal neben Logistern im Heiligenfeld mehr neues Gewerbe ansiedeln zu können. Im Interview mit dem Schwarzwälder Boten hatte Horbs Stadtoberhaupt gesagt: "Ich glaube – und das ist, was uns die Fachleute auch sagen: Mit fünf bis zehn Hektar kommt man da entlang der Bahn nicht weit. Wenn das Güterverkehrsterminal gut einschlägt und funktioniert und noch mal erweitert wird, dann sollte man an der Stelle auch von 20 bis 30 Hektar reden."

Doch dagegen will sich jetzt eine neue Bürgerinitiative wehren. Der Name: "Brot anstatt Logistik."

Eine der Initiatoren ist aus Horb-Talheim. Er möchte vorerst nicht, dass sein Name genannt wird. Aber es wird schon heftiger Widerstand gegen diese Pläne angekündigt.

Dieser Iniator hat in eine Google Maps Karte schon mal 29 Hektar eingezeichnet.

In einer Pressemitteilung heißt es: "Es bildet sich mittlerweile Widerstand gegen die Pläne von OB Rosenberger mit der Ausweitung des Flächennutzungsplanes nördlich der Bahnlinie im Heiligenfeld. Gegen diese Ausweitung von 20 bis 30 Hektar werden wir (Eigentümer, Bewirtschafter und Unterstützer aus Altheim und Talheim) uns mit allen rechtlich zur Verfügung stehenden Mitteln wehren." Zu diesem Widerstand gehört auch "die Gründung einer Bürgerinitiative ähnlich der BI ›Hau und Holzwiese‹ aus Ahldorf. Wir stehen bereits in Kontakt mit Mitgliedern der BI."

Und es wird schon in dieser ersten Ansage – noch vor der Gründung der neuen Bürgerinitiative – massiv Front gemacht. In der Pressemitteilung heißt es: "Zudem befürchten wir, dass sich durch das Bahnverladeterminal, welches wir in erster Linie für sinnvoll halten, hauptsächlich nur Logistik- und Speditionsunternehmen auf diesen neuen Gewerbeflächen niederlassen könnten, welche zusätzlichen Schwerverkehr erzeugen, den alle von uns nicht wollen und kaum Arbeitsplätze schaffen."

Offenbar wollen sich Grundstücksbesitzer, die bislang nicht an die Stadt Horb ihre Flächen am Heiligenfeld verkauft hatten, sich wehren. In der Mitteilung heißt es: "Außerdem wird einer geplanten Flurbereinigung in Talheim Süd unter anderem wegen dieser Pläne sicherlich nicht zugestimmt werden. Wir dienen im Zuge dieses Verfahrens nicht als Steigbügelhalter für die Stadt Horb, die durch Ausüben ihres Vorkaufrechts, zum "Schnäppchenpreis" an landwirtschaftlich genutzte Flächen kommen könnte."

Das ist eine brisante Ankündigung.

OB Peter Rosenberger gibt sich gelassen: "Wir haben bisher sehr transparent gearbeitet, was das geplante Güterverkehrsterminal anbelangt. Was ich nicht entkräften kann und will –­ selbstverständlich soll dort Logistik entstehen. Doch wir wollen ja alle hochwertige Arbeitsplätze –­ und deshalb soll man auch in der Weitsicht modulartig solch ein Projekt wachsen lassen dürfen. Den Slogan "Brot statt Logistik" halte ich für puren Populismus. Schade. Es geht um ein gesamtgesellschaftliches Thema, an dem sich Bund, Land und private Investoren engagieren. Unsere großen Firmen können von solch eine Ansiedlung nur profitiren. Wenn ich die BiM-Fraktion und andere im Gemeinderat richtig verstanden habe, ist dort der Tenor: Flächenversieglung schwierig. Doch wenn man durch das Terminal die Chance hat, Güter von der Straße auf die Schiene zu verlagern, dann sollte man die Zähne zusammenbeißen."

Das Güterverkehrsterminal ­ sollte vorher in Eutingen entstehen. Hier wurden die Pläne per Bürgereintscheid gekippt. Eins der Argumente damals: das Güterverkehrsterminal würde für mehr Durchgangsverkehr in Eutingen sorgen.

Fakt ist: Die Verbindung zwischen dem geplanten Horber Güterverkehrsterminal und der A 81 wird über die Hochbrücke laufen, wenn sie fertigstellt ist. Die Hauptverbindung Richtung Freudenstadt wird über die neue geplante Bundesstraße "Rauher Stich" – die bis zu drei Spuren bekommen soll – für den Schwerverkehr sein. Fakt ist auch: Die neueste Trassenvariante des RP Karlsruhe, die derzeit in Prüfung ist, wird diese neue Bundesstraße ziemlich nahe am geplante Güterverkehrsterminal vorbeiführung. OB Peter Rosenberger hatte schon vorgeschlagen, das neue Güterverkehrsterminal direkt an die Landesstraße 355 –­ die Verbindung zwischen Hohenberg und Horb-Talheim – anzuschließen.

Werden die neue BI "Brot statt Logistik" und die Ahldorfer BI "Hau und Holzwiese" gemeinsam kämpfen?

Auch eine spannende Frage. OB Peter Rosenberger hatte im Interview mit dem Schwarzwälder Boten gesagt, dass sowohl das Interkommunale Gewerbegebiet mit Empfingen und die neue zu entwickelnden Fläche rund um das Güterverkehrsterminal den Vorrang hat. Heißt: Wenn die BI Ahldorf auch gegen Heiligenfeld kämpft, erhöht das die Chance, dass der Ahldorfer Wald namens "Hau" für Gewerbe abgeholzt wird. BI Sprecherin Christina Nuss: "Es wenden sich schon die ersten Menschen wegen des Heiligenfeld an uns. Wir haben deshalb den Antrag im Gemeinderat gestellt, mehr Infos über das geplante Projekt im Heiligenfeld zu bekommen. Wir haben diese Informationen bisher nicht."

Wird das geplante Güterverkehrsterminal auf dem Heiligenfeld den LKW-Verkehr in den Ortschafen erhöhen?

Die Idee des Güterverkehrsterminals: Es soll ein Umschlagplatz sein, um Container von der Güterbahn auf Lkw umzuladen. Fraglich ist, ob die dann folgende "Klein"-Weiterverteilung die Belastung mit Schwerlastverkehr die Durchgangsstraßen in Orten wie beispielsweise Altheim, Grünmettstetten oder Bildechingen gegenüber dem bisherigen Lkw-Verkehr erhöht oder nicht. Dazu hat die Stadt Horb schon ein Verkehrsgutachten in Auftrag gegeben.

Bisher klar: Da die Umfahrung Hohenberg bisher nur in Planung ist, die Umsetzung aber nicht im aktuellen Bundesverkehrswegeplan enthalten ist, ist hier auf der Straße zwischen real und ahg auf jeden Fall mehr Belastung zu erwarten. Und: Die neu gebaute P3 Logistik-Halle ist jetzt an Mercedes vermietet worden. Dort dürften demnächst die ersten Laster rollen. Der erste Härtetest für so manche Ortsdurchfahrt.

Weitere Informationen: Kontakt zur Bürgerinitiative unter brot_anstatt_logistik@web.de

Ihre Redaktion vor Ort Horb

Florian Ganswind

Fax: 07451 9003-29

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