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Horb a. N. Startschuss für bis zu 140 Wohnungen

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Ralph Zimmermann (von links), Peter Klein, Andrea Vetter und Knut Maier informierten über das Vergabeverfahren für die Wohnbebauung auf dem Kasernenareal. Foto: Lück Foto: Schwarzwälder Bote

Das ist eins der großen Zukunftsprojekte von Horb: Neue Wohnungen in der Kaserne. Allein auf der Fläche des Sportplatzes und des Unteroffizierskasinos können bis zu 140 Wohnungen für bis zu 310 Einwohner entstehen.

Hor b . Kein Wunder, dass der neue Gemeinderat intensiv diskutiert, wie dieses Projekt umgesetzt werden kann. Zunächst stellte Knut Maier von Baldauf Architekten die bisherige Beschlusslage und die Entwurfsplanungen vor. Nach und nach sollen vom Sportplatz aus Wohnungen und Gewerbe auf dem Areal entstehen.

Klar ist: Am jetzigen Sportplatz soll es losgehen. Stadtplaner Peter Klein erklärte: "Wir waren uns damals im alten Gremium einig, dass man sich dem verbleibenden Quartierplatz von Süden nährt. Wir schlagen vor, vom Sportplatz aus anzufangen. Damit der Baustellenverkehr nicht durch das gesamte Gebiet führt."

Hier hatten die Architekten vorgeschlagen, einen Mix aus ökologischem, experimentellem oder auch bezahlbarem Wohnraum in Blöcken zu bauen. Diese Vorschläge kamen auch aus der Bürgerschaft. Architekt Maier erläuterte: "Wir planen, die Gebäude so auszurichten, dass man von möglichst vielen Stellen den Talblick hat."

Doch wer soll bauen? Wie können diese Ideen umgesetzt werden? Fakt ist: OB Peter Rosenberger möchte am liebsten spätestens Anfang nächsten Jahres die Investorenausschreibung starten.

Andrea Vetter, Fachanwältin für Verwaltungsrecht, erklärt die Vorgehensweise. Sie schlägt das "Vergabeverfahren" vor. Das ist eine Art Investorenwettbewerb. Und dieser Wettbewerb bietet die Chance, dass Verwaltung und Gremien ihre Vorstellungen weitestgehend umsetzen können, ohne, dass das Grundstück unter Verkehrswert verkauft werden muss.

Vetter sieht folgende Vorteile: "Man kann inhaltlich auf die zukünftige Bebauung und Nutzung Einfluss nehmen. Die Auswahl des geeigneten Investors erfolgt nicht nur nach wirtschaftlichen Gründen. Dazu ist es ein Verhandlungsverfahren, welches Rechtssicherheit bietet."

Und so funktioniert das Verfahren: Im ersten Schritt wird ein sogenannter Teilnahmewettbewerb gemacht. Dabei wird geprüft, ob die Investoren seriös und geeignet sind. Dann folgt die "indikative" Phase. Konkret: Die ausgewählten Investoren legen ihre Konzepte vor. Verwaltung und Gemeinderat können sagen, was ihnen gefällt und was nicht. Dann können die Investoren nachbessern.

Anschließend kommt die Phase der verbindlichen Angebote. Hier legen die Gremien für die Zuschlagskriterien dann Punkte fest, nach denen die Angebote bewertet werden. Das mit den meisten Punkten gewinnt.

FD/FW-Fraktionschefin Margarethe Rebholz riet: "Wir sollten eine Gruppe aus allen Fraktionen bilden, um gemeinsam mit der Verwaltung diese Kriterien festzulegen." Das wurde dann auch beschlossen.

Rebholz fragte weiter, ob es Sinn macht, den Sportplatz in mehrere Lose aufzuteilen, die an mehrere Investoren gehen können. Architekt Maier: "Je größer solch ein Baulos wird, desto eher schließt man kleine Bauträger aus. Ich meine, zwei Baulose würden auf dem Sportplatz funktionieren."

Stadtplaner Klein: "Das hat die Verwaltung bereits vorgeschlagen. Unter die beiden Baukörper würde jeweils eine Tiefgarage passen."

Dieter Rominger-Seyrich (SPD) gab zu bedenken: "Ich würde mir etwas mehr Zeit nehmen, um den Teilnehmerwettbewerb gut zu entwickeln. Ein Ausschlusskriterium könnte auch die Tariftreue bei den Subunternehmern sein."

Fachanwältin Vetter sagte dazu: "Die Ausschlusskriterien sind gesetzlich festgelegt. Es gilt außerdem das Landes-Tariftreuegesetz. Hier ist man gebunden."

SPD-Stadtrat Benjamin Breitmaier: "Es wäre toll, wenn sie ›Best-Practise-Beispiele‹ mit einbringen können. Beispielsweise aus Hamburg, wo bis zu 30 Prozent geförderter, bezahlbarer Wohnraum umgesetzt wird." Bürgermeister Ralph Zimmermann sagte zu, dass der Arbeitskreis der Gemeinderäte für den Wettbewerb nicht "alleine in der Wüste" gelassen wird. Dazu gehört auch, gelungene Beispiele einzubringen. CDU-Fraktionschef Michael Keßler warnt dagegen: "Wir sollten uns nicht mit Hamburg vergleichen. Laut Baugesellschaft liegt der durchschnittliche Mietpreis in Horb bei 6,20 Euro. Das Konzept der neuen Wohnungen sollte auf Horb passen."

BiM-Fraktionschefin Christina Nuss: "Bevor wir in die Diskussion um neuen Wohnraum gehen, sollten wir verlässliche Zahlen zum Thema exklusives Wohnen und bezahlbares Wohnen haben."

Fachanwältin Vetter sagt allerdings: "Gute Architektur muss nicht teuer sein. Konflikte beim zu erzielenden Kaufpreis gibt es eher bei sozialem Wohnungsbau oder Klimaneutralität. Wenn der Investor hier besondere Vorkehrungen reffen muss, kostet ihn das Geld."

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