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Horb a. N. Stammmutter aller Habsburger Könige und Kaiser

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In historischer Gewandung referierte Rosemarie Sieß-Vogt aus Rottenburg über Gertrud von Hohenberg, die als königs- und kaiserreichste Ahnfrau der Weltgeschichte gilt. Foto: Kultur- und Museumsverein Foto: Schwarzwälder Bote

Horb. Auf Einladung des Kultur- und Museumsvereins hielt die Rottenburgerin Rosemarie Sieß-Vogt im gut besuchten Ausstellungsraum des Stadtmuseums einen Vortrag über Gertrud von Hohenberg, die unter ihren Zweitnamen Königin Anna als königs- und kaiserreichste Ahnfrau der Weltgeschichte gilt.

Für ihren Vortrag hatte sich die Referentin mittels zeitgenössischer Gewandung in die Tochter von Graf Burkhard III. von Hohenberg und der Pfalzgräfin Mechthild von Tübingen verwandelt. In Ich-Form berichtete die ehemalige Lehrerin über ihre Familie, die aus einer Linie der Zollergrafen hervorgegangen ist. Aus diesem schwäbische Adelsgeschlecht entwickelten sich über die fränkische Linie die ehemals preußischen Könige sowie die deutschen Kaiser und alle Habsburger Könige und Kaiser besaßen eine Stammmutter aus der Hohenberger Linie. Seit den Stauferkaisern waren somit alle imperialen Herrscher entweder über die männliche oder weibliche Seite der Zollerndynastie von schwäbischer Herkunft.

Sieß-Vogt berichtete, dass alle Angaben über ihr Leben vor dem Jahr 1250 recht vage sind. Deshalb findet man in den Geschichtsbüchern verschiedene Geburtstage und Geburtsorte. Aber aller Wahrscheinlichkeit nach dürfte Gertrud um 1234 auf der bei Rottenburg gelegenen Weiler Burg das Licht der Welt erblickt haben.

Dort dürfte Gertrud auch rund 20 Jahre später mit dem etwa 15 Jahre älteren Grafen Rudolf IV. von Habsburg vermählt worden sein. Über das Grafengeschlecht der Kyburger waren die Familien der Habsburger und der Hohenberger miteinander weitläufig verwandt. Die Verhandlungen über das Heiratsgut sollen um 1253 beim Landgericht unter freiem Himmel auf dem Wendelsheimer Burgenlai stattgefunden haben. Gertruds Mitgift, das Albrechtstal im Elsass, dürfte ausschlaggebend gewesen sein, dass Rudolf gerade um ihre Hand geworben hat. Dieses Tal, durch das eine bedeutende Salzstraße verlief, rundete den elsässischen Besitz der Habsburger ideal ab.

Gertrud unterstützte ihren Rudolf, der sich als Ritter in Turnieren und auf Kriegszügen bewährt hatte. Sie verwaltete bei seiner Abwesenheit die Güter. Vor allem sorgte sie für eine zahlreiche Nachkommenschaft, die den Plänen des ehrgeizigen Habsburgers überhaupt erst einen Sinn verliehen. Gertrud hatte eine sorgfältige Ausbildung genossen. Diese umfasste für eine Frau ihres Standes auch das Reiten sowie das Abrichten von Greifvögeln für die Beizjagd.

Nach dem tragischen Tod des Stauferkaisers Konradin im Jahr 1254 brachte Papst Gregor X. die Kurfürsten nach einer neunzehnjährigen kaiserlosen Übergangszeit dazu, einen neuen König zu wählen. Im Oktober wurden Rudolf von Habsburg und seine Frau Gertrud in Aachen zu König und Königin des Römischen Reiches Deutscher Nation gekrönt. Bei der Krönung legte sich Gertrud einen neuen Namen zu. Laut Sieß-Vogt nahm sie als große Verehrerin der heiligen Anna deren Namen an und ging als Königin Anna in die Weltgeschichte ein.

Königin Anna unterstützte Rudolfs Reichs- und Familienpolitik und fügte seiner Sprache der Waffen die Gesten der Großmut hinzu. So soll sie zur Bedeckung des völlig entblößten Leichnams von König Ottokar II. von Böhmen, der 1278 bei der entscheidenden Schlacht auf dem Marchfeld getötet worden war, eine kostbare Purpurdecke gespendet haben.

Im Februar 1281 erkrankte Königin Anna so schwer, dass sie im Alter von nicht ganz 50 Jahren starb. Ihr letzter Wille war es, in Basel begraben zu werden. Begleitet von einem beachtlichen Tross von Edelleuten, Priestern und Mönchen wurde ihr einbalsamierter Leichnam den langen Weg von Wien nach Basel geführt.

Gertrud von Hohenberg hatte mit ihrer Heirat ihre Familienangehörigen zu Parteigängern der Habsburger gemacht, weshalb Rudolf III. von Hohenberg als Letzter dieses Adelsgeschlechts seine Grafschaft 1381 an Herzog Leopold III. von Habsburg verkaufte. Damit blieben die Horber zumindest bis 1806 von der württembergischen Knechtschaft befreit. Zur Erinnerung an die österreichische Zeit reichte Sieß-Vogt zum Schluss ihres Vortrags allen Anwesenden einen Marillenlikör aus Österreich.

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