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Horb a. N. Stadtzentrum bleibt ein Nadelöhr

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Die Vollsperrung sorgt für Chaos in der Innenstadt. Foto: Schülke

Horb - Erwartet, aber auch gefürchtet: Das ist die Vollsperrung der B 32 zwischen Nordstetten und Horb. Zum einen ist sie ein Signal, dass der Bau der Hochbrücke näherrückt. Zum anderen bedeutet sie für Verkehrsteilnehmer und Anwohner viele Unannehmlichkeiten.

Der direkte Weg in die Stadt ist dicht: Seit Montag geht es von Nordstetten über die B 32 nicht mehr hinunter nach Horb. Die Hauptverkehrsachse ist zu. Wie geplant hat das Regierungspräsidium wegen des Baus der Horber Neckartalbrücke die Vollsperrung der Bundesstraße in diesem Bereich eingerichtet.

Verkehrszeichen verschwinden

Der Verkehr wird seit Montag über Ahldorf und Mühlen umgeleitet. Das hat natürlich Auswirkungen – auf die Autofahrer, die schnell in die Innenstadt wollen, die Händler dort, die sich Sorgen machen, wie sie die kommenden beiden Jahre überstehen sollen und auf die Anwohner entlang der Umleitungsstrecke.

Wie es läuft? Gleich zu Beginn taten sich Hürden auf, mit denen niemand gerechnet hatte: Vier Verkehrszeichen, die Teil der Umleitungsbeschilderung waren, sind offenbar in der Nacht zu Montag verschwunden und – Stand Dienstag – bisher auch nicht wieder aufgetaucht. So etwas habe er "vor Inkraftsetzen einer Umleitungsstrecke noch nicht erlebt", sagt Rainer Gumz, der zuständige Projektleiter im Regierungspräsidium Karlsruhe (RP). Glücklicherweise habe die Firma, die für die Verkehrssicherung zuständig ist, Ersatzschilder dabei gehabt.

Ansonsten habe nur noch ein altes Umleitungsschild von der vorherigen Umleitung, auf der B32 in Richtung Nordstetten, für Verwirrung gesorgt. "Diese Situation konnte schnell behoben werden."

Passend dazu teilte die Stadtverwaltung Horb bereits am Montag auf Nachfrage mit, dass bis auf einige Schwachstellen bei der Beschilderung der Verkehr mit den Umleitungsstrecken reibungslos funktioniert. Wie die Stadt berichtet, fahren jedoch sehr viele Verkehrsteilnehmer über die Alte Nordstetter Steige, weil die Schranke dort nach Auskunft des RP erst Ende der Woche installiert werde. Dort sei der Vollzugsdienst der Stadt vor Ort, auch die Polizei sei unterwegs. Die Strecke ist Rettungsfahrzeugen, Bussen und Fahrrädern vorbehalten.

In Mühlen, so berichtet die Stadtverwaltung weiter, wurde an der Einmündung L 370/ K 4769 eine abbiegende Vorfahrtsstraße beschildert. Diese wurde nochmals deaktiviert, da kurzfristig noch ein Markierungsplan mit Regierungspräsidium und Polizei abgestimmt werden müsse.

Den Knackpunkt vor Mühlen kennt Ortsvorsteher Michael Eitelbuß bereits gut. Am Montag "war es ganz chaotisch", erzählt er. Dass die Vorfahrtsregelung geändert wurde, das verwirrte offenbar viele Autofahrer. Denn wer nun von Mühlen kommend Richtung Horb fährt, hat ein Stoppschild vor sich. Vorfahrt haben nun aber eigentlich all jene, die von Horb Richtung Ahldorf wollen oder andersherum.

Achtung, Radfahrer!

An diese neue Regelung hätten sich die meisten Verkehrsteilnehmer zunächst nicht gehalten. Er vermutet, dass es viele einfach nicht "bewusst wahrgenommen haben" – mangels deutlicher Markierungen. An dieser Stelle wird noch nachgebessert. Sie bleibt laut Rainer Gumz "in den nächsten Tagen unter Beobachtung". Vorerst gilt wieder die alte Regelung.

Ein anderes Problem wird sich wohl nicht so leicht lösen lassen. Es gebe einen Rückstau an der Einmündung L 370 in die Mühlener Straße – "dieser wird leider auch durch die geänderte Ampelschaltung nicht zu vermeiden sein", teilte die Stadt mit. Am Donnerstag finde eine Überprüfung der Ampelschaltung durch das Landratsamt Freudenstadt, Straßenbauamt, statt. Nach Auskunft der Polizei seien bisher keine weiteren Auffälligkeiten bekannt. Die Stadt befinde sich im ständigen Austausch mit dem Regierungspräsidium, das für die Verkehrsführung zuständig ist.

Ortsvorsteher Eitelbuß hat unterdessen noch eine andere Problemzone in seinem Dorf ausgemacht. Die Umleitungsstrecke quert bei Mühlen den Neckartal-Radweg. Dort seien von Mai bis September besonders viele Fahrradfahrer unterwegs. "Da wurde bisher nicht so darauf geguckt", sagt Michael Eitelbuß. "Das werden wir in Mühlen sehr genau beobachten."

Zugleich betont er aber, dass die Kommunikation in Sachen Umleitung mit der Stadtverwaltung, vor allem mit Thomas Staubitzer, dem Fachbereichsleiter Recht und Ordnung, sowie mit Rainer Gumz vom RP überaus gut sei. Mit Letzterem sei er auch am Dienstagmorgen wegen der Stoppstelle bereits in Kontakt gewesen.

Wie es nach den Sommerferien entlang der Umleitungsstrecke aussieht? "Schwer zu sagen", meint Mühlens Ortsvorsteher. Er hofft aber, dass sich bis dahin alles einspielt.

In der Innenstadt herrschte zumindest am Montagabend zwischen 17 und 18 Uhr der übliche "Feierabendverkehr", wobei die Staus vor den Ampeln vielleicht nicht so lang waren wie an anderen Tagen. Die Umleitung scheint jedoch wenig an der "Nadelöhr"-Situation zu ändern, denn nach wie vor wollen viele durch die Innenstadt. Die Fahrzeuge kommen aus Richtung Sulz, über die Alte Nordstetter Steige oder über Isenburg.

Alles hat zwei Seiten. Das zeigt sich auch beim Bau der Horber Hochbrücke. Die Innenstadt ächzt seit Jahrzehnten unter den Blechlawinen, die sich hindurchquälen. Genauso lange sehnen sich die Bürger deshalb nach der Brücke. So gesehen ist die Tatsache, dass sie in etwa vier Jahren fertig sein soll, noch immer eine Sensation. Dass die Riesenbaustelle Einschränkungen mit sich bringt, ist die andere Seite der Geschichte. Sie waren zu erwarten, erfreulich sind sie nicht. Da heißt es, mit Gelassenheit, Kreativität und Tatendrang die Bauzeit überstehen. Wenn es darum geht, den Einzelhandel mit Projekten wie dem "Horber Bussle" oder Brückenabenden zu unterstützen. Oder wenn jetzt entlang der Umleitungsstrecke nachjustiert werden muss. Den Horbern kommt dabei eine Tugend zugute, die sie sich in all den Jahren des Wartens aneignen mussten: Geduld.

Umleitung

Die Umleitung erfolgt von Horb kommend über die L 370 in Richtung Mühlen. Ab dem Ortseingang Mühlen geht es dann nach rechts auf die K 4769 und die K 4785 und vorbei an Ahldorf zurück auf die B 32 in Richtung Autobahn. Wer von der A 81 kommend unterwegs ist nach Horb, fährt die Strecke in umgekehrter Richtung. Die Autobahnanschlussstelle Horb bleibt geöffnet. Das Regierungspräsidium empfiehlt allerdings Verkehrsteilnehmern, die von Süden auf der A 81 kommen, die Anschlussstellen Sulz oder Empfingen zu nutzen. Wer von Richtung Stuttgart kommt und nach Freudenstadt will, sollte in Rottenburg abfahren. Vom Bereich Hohenberg geht es ebenfalls am besten via Rottenburg auf die Autobahn.

 Stimmen auf Facebook

D ie Vollsperrung der B 32 zwischen Horb und Nordstetten ist auch im Internet ein großes Thema. In einer lokalen Facebook-Gruppe wird seit Montag rege diskutiert über die Umleitungsstrecke und deren Knackpunkte. Genannt wird hier vor allem die Stoppstelle in Mühlen mit der geänderten Vorfahrt, die zu Beginn der Umleitung nicht ausreichend markiert wurde. Bei den Mitgliedern der Gruppe herrscht der Eindruck vor, dass es aber auch anderer Stelle durchaus hakt – schon am Anfang: "Wir haben Ferien und an Tag 1 bereits Stillstand in Horb", heißt es etwa. So werde auch der Abbiegeverkehr nach Dettingen, der die Innenstadt über die Brücke verlässt, stark beeinträchtig.

Zum Thema Stoppschild kommentiert Marco S. "Da wird es nur so Unfälle hageln wenn keine Linie gezogen wird." Zudem vermisst er "Verkehrsführung geändert"-Schilder.

Kamil J. fragt sich unterdessen, warum gerade an etlichen Baustellen gleichzeitig gearbeitet wird. "Die sollen erstmal die Brücke beim Rexroth fertig machen..." Er brauche manchmal fast eine halbe stunde von der Firma bis auf den Hohenberg. "Am besten noch 2 weitere Baustellen anfangen, dann läuft’s bestimmt noch besser!!!!!!!!!", kommentiert Jochen K. "Es ist und bleibt ein einziges Chaos in Horb mit den Umleitungen", schreibt Stephan B.

Immerhin ein positiver Kommentar findet sich unter den eiträgen: "von Horb kommend war die Umleitung über Mühlen heute wirklich super, habe mit mehr Chaos gerechnet", meint Julia H.

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