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Horb a. N. Sollen Doppel-Blitzer nur Stadtkasse füllen?

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Horb - In Horb wird aktuell so viel geblitzt wie wohl nie zuvor: Acht Wochen ist der neue, mobile Blitzer-Anhänger des Rathauses schon unterwegs in der Raumschaft. Und weil auch die Lichtschranken-Anlage des Ordnungsamtes im Einsatz ist, werden Temposünder gleich doppelt in die Mangel genommen! Wie die Stadt ihre neue Radarkontrollen-Strategie erklärt und wie die erste Zwischenbilanz ausfällt, lesen Sie in unserem (SB+)-Artikel.

Das ist der Doppel-Schlag des Horber Rathauses gegen alle Raser!

Am Mittwoch beispielsweise steht der mobile Blitzanhänger auf der Eutinger Hauptstraße – in der Nähe des Griechen. Der silberne Radarbully hat sich schön in der Einfahrt eines kooperativen Bürgers in Mühlen eingenistet. Die Lichtschranke geht quer rüber Richtung Bahnübergang, während von oben aus Richtung Ahldorf jede Menge Autos durch die Vollsperrungs-Umleitung ins Tal rollen. Passend dazu wurden gleich hinter dem Ortseingangsschild Tempo 30-Schilder installiert.

Blitz, blitz –­ und die Kasse klingelt wie nie?

Fakt ist: Durch die Corona-Krise sind auch die Bußgeldeinnahmen des Rathauses gesunken. Zum 30. Juni brachten Blitzer und Co. knapp 95 000 Euro weniger als erwartet in die Rathauskasse, so der Bericht zum Haushaltsvollzug für das erste Halbjahr 2020.

Soll jetzt die mobile Doppel-Blitzer-Strategie das Minus bei den Bußgeldern wieder reinholen?

Rathaussprecherin Inge Weber: "Der Stadt geht es dabei nicht um ein Einspielen von Geldern, sondern um die Verkehrssicherheit! Uns erreichen vermehrt Anfragen aus der Bürgerschaft, die eine Überwachung der Geschwindigkeit an bestimmten Stellen einfordern."

Mit dem neuen "Enforcement Trailer", wie Hersteller Jenoptik den mobilen Blitzeranhänger nennt, (Kosten für das Rathaus: rund 240 000 Euro) soll diesem Begehren einiger Bürger weiter entgegengekommen werden.

Blitzer sollen zur EInhaltung des Rechts zwingen

Schwabo-Leser Wilhelm Küstermann schreibt: "Ein Blitzer ist nicht ›fies‹. Ich ärgere mich als langjähriger Autofahrer (60 Jahre) ohne Flensburgpunkte auch, wenn beispielsweise im Raum Tübingen fast nur noch Schneckentempo gefahren werden darf. Trotzdem: Wer 178 fährt statt der erlaubten 100 ist doch ein verantwortungsloser Zeitgenosse. Die Blitzer sind nicht da, um die Stadtsäckel zu füllen, sondern die Unverständigen unter den Autofahrern zum Einhalten des Rechts zu zwingen."

Stimmt das? Fakt ist, so Rathaussprecherin Inge Weber: Den härtesten Raser hat der neue Blitzer-Anhänger an der alten Säge vor Mühlen erwischt (siehe Aufmacherfoto). Hier machte die Kamera ein sehr teures Foto für einen Autofahrer aus Richtung Starzach. Statt der erlaubten 70 km/h schlug das Messgerät des "Enforcement Trailers" bei 131 km/h aus! Das sind 61 km/h schneller als erlaubt. Laut Bußgeldkatalog 440 Euro und zwei Monate Fahrverbot sowie zwei Punkte.

Krass. Allerdings war der Raser nachts um 1.45 Uhr unterwegs.

Durchschnittlich muss ein Raser 40 Euro blechen

Und so bringt die Doppel-Blitz-Strategie der Stadt so manchen Temposünder zur Strecke. Rathaussprecherin Inge Weber: "Die Anzahl der Verstöße ist nach Standorten verschieden und bewegt sich im Rahmen der sonst üblichen Geschwindigkeitsmessungen. Der Durchschnittliche Betrag der Bußgeldforderungen liegt bei rund 40 Euro."

Was sagt das über die Raserei in Horb? Glück für viele, die ihr Gaspedal lieben: Durch einen Formfehler des Bundesverkehrsministeriums gelten derzeit noch die alten "Strafen" aus dem Jahr 2014.

40 Euro gibt es hier nicht. 30 Euro kosten 16 bis 20 km/h außerorts. Die nächste Stufe sind 80 Euro mit 21 bis 25 km/h innerorts oder dieselbe Tempolimit-Überschreitung außerorts mit 70 Euro.

Kontrollen sollen von vielen Verkehrsteilnehmern wahrgenommen werden

Fakt ist auch: Die Vollsperrung der B 32 und die Umleitungen – beispielsweise durch Eutingen oder Mühlen –­ bieten natürlich hervorragende Einsatzmöglichkeiten für die Doppel-Blitz-Strategie des Rathauses. Sprecherin Weber: "Die Gesamtstrategie zielt insbesondere auf einen generalpräventiven Effekt ab, der durch die Wahrnehmung von Kontrollen durch möglichst viele Verkehrsteilnehmer hervorgerufen wird und somit die Verkehrssicherheit fördert. Durch die Sperrung der B 32 gibt es derzeit auch mehr Umleitungsverkehr und Geschwindigkeitsbegrenzungen. Dadurch kommt es zwangsläufig zu mehr Einsatzmöglichkeiten."

Viele Bürger erhoffen sich, dass durch die "Doppel-Blitzer-Strategie" endlich mehr vor Schulen, Kitas und überall, wo Kinder unterwegs sind, geblitzt wird. Das ist bisher fast Fehlanzeige. Außer vor dem Sportplatz Nordstetten war der neuen "Enforcement-Trailer" noch nicht im Einsatz für die Kids.

Blitzer nach Schulstart öfter im Einsatz

Stadtsprecherin Inge Weber: "Die bauliche Art der semistationären Geschwindigkeitsmessung (Blitzer-Anhänger, Anm. d. Red.) spielt bei der Auswahl des Messbereiches eine untergeordnete Rolle. Die semistationäre Messanlage wurde bisher noch nicht im Bereich von Schulen, Kitas oder an ähnlichen Gefahrenpunkten für Kinder eingesetzt. Derzeit sind noch Schulferien."

Doch auch hier droht der "Doppel-Blitzer", wenn die Schule in knapp zwei Wochen wieder losgeht. Die Stadtsprecherin: "Wegen der räumlichen Gegebenheiten vor den Schulen ist der Bus mit der mobilen Geschwindigkeitsmessung besser geeignet. An geeigneten Stellen wird während der Schulzeit auch der semistationäre Blitzer eingesetzt werden!"

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