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Horb a. N. So viel Pop gab’s bei den Musiktagen noch nie

Von

"Wenn schon Pop-Musik – dann richtig", so der Anspruch, den Stadtmusikdirektor Sven Gnass an das erste reine Rock- und Pop-Konzert in der Geschichte der Horber Musiktage – bei Pleva in Empfingen – stellte.

Empfingen. Gnass war sich sicher, dass er mit der Stuttgarter Band "N*Cognito" das Beste, was man derzeit auf dem württembergischen Markt bekommen kann, nach Empfingen, in die Produktionshalle der Firma Pleva geholt hat.

Schaut man sich allein die Namen und die Vita der einzelnen Bandmitglieder an, dann konnte man schon erahnen, dass hier mehr oder weniger gar nichts schief gehen konnte. Bandleader Nikola Sofranac (Gesang/Gitarre) ist ein gefragter Sänger, Gitarrist, Produzent und Songwriter aus Göppingen. Seine außergewöhnliche und charismatische Stimme gepaart mit seiner Bühnenpräsenz prägen den Sound von "N*Cognito" und bilden das Highlight einer jeden Live-Show.

Wenn dann noch gleich vier herausragende Sängerinnen – Tamara Bencsik, Vanessa Iraci, Dimi Rompos und Selina Bulino –, die alle auf internationale Erfahrung und Teilnahmen bei "The Voice" und ähnlichem zurückblicken können, und eine vierköpfige Band mit auf der Bühne stehen, dann ist der gute alte Rock‘n‘Roll in all seinen Ausprägungen in allerbesten Händen.

Bevor die Rockstars von morgen so richtig loslegen durften, begrüßte Hausherr Ralf Pleva mit Unterstützung durch seine Tochter Kathrin die vielen Gäste. Pleva feiert im Laufe dieses Jahres sein 50-jähriges Firmenjubiläum mit einigen Veranstaltungen, und die 23. Musiktage gehörten hier mit dazu.

Nach der kurzen Begrüßung war es dann auch schon so weit. Die Sechssaiter von Lead-Gitarrist Uwe Metzler und der Bass von Sandro Gulino wurden eingestöpselt, Drummer René Letters nahm hinter seiner gewaltigen Schießbude Platz und Lisa Müller machte ihr Keyboard startklar.

Die Lichtorgeln spuckten blaue, grüne, gelbe und rote Strahlen aus, und fast wie auf Kommando verwandelte sich das überwiegend recht steif und teils auch overdressed dasitzende Publikum in eine rhythmisch klatschende Menge, die innerhalb weniger Takte um gut 30 Jahre jünger wurde.

Der Song "Uptown Funk" von Mark Ronson machte dieses Wunder möglich. Unendliche Energie und Dynamik brachten Band, die Sängerinnen und der Sänger mit auf die Bühne und holten das begeisterte Publikum sofort ab. "Uptown Funk" ist einer dieser Hits, der ohne lange Umwege über Denkapparat oder ähnliche Hindernisse direkt ins Tanzbein fährt. Eigentlich war es ein kleines Wunder, dass die freie Fläche zwischen Stuhlreihe Eins und der Bühne nicht schon nach zwei Minuten rappelvoll war. Aber, man war ja im Schwabenland und normalerweise wird bei den Musiktagen brav zugehört und nicht rumgezappelt.

Doch das lockerte sich in der ersten Stunde von Song zu Song. Bald waren die Gänge und die Flächen bei den Stehtischen mit – ausschließlich weiblichen – Tänzerinnen verstopft. Funkige Songs wie "Ain’t Nobody", oder "Give me a reason" sorgten für die Beats, zu denen sich so prima schwofen lässt. Sentimental wurde es dann, als sich Nikola Sofranac und Tamara Bencsik in das Traum-Duo Lady Gaga und Bradley Cooper verwandelte und den Superhit "Shallow" aus dem Film "A Star Is Born" geradezu zelebrierten. Echt, live, ohne Tricks und doppelten Boden – einfach phänomenal. Da konnte man Hollywood wegschmeißen – Empfingen reicht locker aus.

Doch den berührendsten Moment schenkte Dimi Rompos den Zuhörern. Sie teilte mit ihnen ihre Trauer um den Tod einer Freundin, die im vergangenen Jahr verstarb. "Plötzlich ist alles so unwichtig – es hat kein Gewicht mehr. Du bist jetzt frei – flieg ganz weit weg, von all dem Schmerz, all dem Dreck", sang sie voller Inbrunst und in der zuvor noch so lauten Halle hätte man eine Stecknadel fallen hören.

Eindringlich wurde dieser Teil des Konzerts, bei dem jeder der Stars von Morgen ein eigenes Lied vorstellte, von einem Streicherquartett der Horber Musikschule begleitet. Dimis Song war so gefühlvoll, dass ihre Kollegin Bencsik ihr Lied, das eigentlich danach an der Reihe war, nicht singen konnte. Tränen und fröhliche Songs passen halt nicht zusammen. Was dagegen sehr gut zusammenpasst, das sind die 23. Horber Musiktage und Rock und Pop. Rock trifft Klassik – das funktionierte auch bei diesem rund dreistündigen Gig, der einen Meilenstein in der Geschichte der Musiktage darstellt.

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