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Horb a. N. So schnell ist die Feuerwehr vor Ort

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Zu insgesamt 83 Brandeinsätzen musste die Feuerwehr im vergangenen Jahr ausrücken. (Archivfoto) Foto: Hopp

Sogar Horbs ehemaliger Feuerwehrkommandant Markus Megerle war im Gemeinderat, um den ersten Auftritt seines Nachfolgers Marco Schlagregen zu beobachten. Der bilanzierte, wie es um die Retter steht.

Horb a. N. - Die Feuerwehr Horb ist auf Zack: 83 Brandeinsätze gab es im vergangenen Jahr. Darunter fünf Großbrände. Beispielsweise der auf den Buchhöfen. 117-mal wurde die Feuerwehr zu technischen Hilfeleistungen gerufen. Zwölfmal wurden dabei im Auto eingeklemmte Personen befreit. Schlagregen: "Insgesamt wurden 24 Personen gerettet!"

Die Freiwillige Feuerwehr hatte zum 1. April 2020 774 Mitglieder, davon 497 im Einsatzdienst und 125 in der Altersabteilung. Ganz wichtig: Wie sieht es mit dem Nachwuchs aus?

Detailliert hat das der neue Stadtkommandant auf 228 Seiten dargelegt. Der Schwarzwälder Bote analysiert die Zahlen.

Fakt ist: Die Jugendfeuerwehr hatte Anfang April diesen Jahres 122 Mitglieder (darunter 24 Mädchen). Statistisch gesehen, so Schlagregen, müssten in den nächsten Jahren zwischen 2021 bis 2025 genau 91 davon in die aktive Einsatzabteilung wechseln. Allerdings ist das nur ein theoretischer Wert.

Schlagregen schreibt: "Die Anzahl der Jugendlichen, welche in diesem Zeitraum in die aktive Wehr wechseln, dürfte pro Jahr vermutlich deutlich niedriger sein (zwischen 10 und 15). Im Jahr 2020 waren es rund 14 Jugendliche."

Das Fazit: Bisher ist die freiwillige Feuerwehr sehr gut aufgestellt. Aber, so Schlagregen: "In den nächsten fünf bis zehn Jahren müssen mindestens 70 bis 80 Mitglieder gewonnen werden."

Doch wie schnell können die Freiwilligen wirklich ausrücken? Kommen sie weg vom Arbeitsplatz? Das ist entscheidend, wenn es tagsüber brennt. Die Feuerwehr hat deshalb Fragebögen an die Einsatzkräfte versendet. Aus Mühringen kamen keine Antwort zurück.

Welche Abteilungen stehen gut da?

Welche Abteilung steht in der sogenannten Tagesverfügbarkeit gut da? Die Abteilung Stadt steht mit 15 aktivierbaren Kräften gut da – alle Fahrzeuge können besetzt werden. Dasselbe gilt für die Abteilung Ahldorf. Bildechingen hat sogar eine sehr hohe Tagesverfügbarkeit, genau wie Talheim. Auch Mühlen und das Dießener Tal stehen sehr gut da.

Befriedigend: Dettingen. Hier gibt es mit zehn tagesverfügbaren Einsatzkräften nicht genug, die Führungsfunktion kann nicht immer sichergestellt werden. Nordstetten: Tagsüber ausreichend, aber es könnte zu einem kurzfristigen Mangel an Atemschutzträgern kommen.

Ausreichend: In Altheim und Betra ist die Tagesverfügbarkeit ausreichend – bei Atemschutzträgern könnte es in den ersten zehn bis 15 Minuten zu einem Engpass kommen.

Kritisch: Dettensee. Nicht ausreichend Einsatzkräfte, auch bei den Führungskräften herrscht Mangel. Rexingen: Keine ausreiche nde Tagesverfügbarkeit. Nur eine Führungskraft, nicht genügend Atemschutzträger. Grünmettstetten: Nur fünf tagesverfügbare Feuerwehrmänner, zu wenig Atemschutzträger. Altheim hilft aus. Werden jetzt weitere Feuerwehren zusammengelegt? O B Peter Rosenberger: "Das wollen wir nicht mit Zwang und Kraft forcieren. Nur dann, wenn die Feuerwehrkameraden selbst sagen: Wir wollen verschmelzen. Angesichts der Hilfsfristen sollten wir gut gewappnet sein und bleiben!"

In der Tat: So zeigt die statistsche Auswertung aller Einsätze aus dem Jahr 2019, dass es teilweise recht knapp werden kann. Bei einem Feuer muss das Löschfahrzeug der Feuerwehr so schnell wie möglich vor Ort sein. Möglichst innerhalb von zehn Minuten, so die Vorschriften.

Die Ausrückzeiten der Abteilung Stadt bilanziert Stadtkommandant Schlagregen: "Im Bereich Montag bis Freitag kommt es in der Zeit zwischen 7 Uhr und 17 Uhr zu einer regelmäßigen Gefährdung des Schutzziels, da bei durchschnittlichen Anfahrtszeiten zur Einsatzstelle von drei bis sechs Minuten und einer durchschnittlichen Ausrückzeit von 6,7 Minuten eine Überschreitung der zehnminütigen Eintreffzeit als wahrscheinlich anzusehen ist."

Bildechingen steht besser da: Hier gab es nur bei einem von acht Einsätzen eine Überschreitung der Zehn-Minuten-Frist. Dasselbe gilt für Talheim. Das zeigt auch sehr deutlich, wie die Verkehrssituation in der Horber Kernstadt die Feuerwehr behindert hat.

Ahldorf und Nordstetten helfen aus

Jetzt kommt noch erschwerend die Hochbrücken-Vollsperrung hinzu. Gesamtkommandant Markus Schlagregen: "Dadurch gibt es erhebliche Probleme, in den Süden zu kommen. Das führt dazu, dass die Abteilung Nordstetten verstärkt nach Dettensee und Isenburg fährt. Ahldorf rückt dann nach Mühringen aus. Wenn die Hochbrücke steht, werden sich die Eingriffzeiten aber deutlich verbessern!"

Interessant auch: Weil die Zahl der Atemschutzträger – auch durch die dafür erforderlichen Prüfungen und Leistungsnachweise –­ derzeit knapper zu werden scheint, setzt die Freiwillige Feuerwehr auf mehr Mannschaftstransportwagen. Damit die Retter – die direkt ins Feuer können – aus anderen Ortschaften "eingesammelt" und zum Brandort gebracht werden können.

Kommandant Schlagregen: "Wir setzen hier auf gebrauchte Fahrzeuge."

Da mit die Feuerwehr fit bleibt, hat der Gemeinderat Investitionen beschlossen.

Neue Dienstkleidung 450 Einsatzkräfte bekommen neue Dienstkleidung für je 220 Euro. Sie werden in den nächsten zwei Jahren von der Stadt gekauft. Auf die neue Uniform haben die Retter verzichtet –­ die Dienstkleidung mit Cargo-Hose und Base-Cap oder Schirmmütze – ist vielseitiger einsetzbar. Gesamtkosten: 99 000 Euro.

 Digitalfunk Ab dem Jahr 2023 soll mit dem Neubau der zentralen Leitstelle in Freudenstadt auch die Feuerwehr mit Digitalfunk ausgerüstet werden. Laut OB Rosenberger laufen hier Kosten zwischen 130000 und 150 000 Euro auf.

Fahrzeuge Bis 2025 werden zwei Mannschaftstransportwagen, ein mittleres Löschfahrzeug für Mühlen und Nordstetten und ein Löschgruppenfahrzeug für Bildechingen gekauft. Die Drehleiter für die Stadt-Abteilung soll nach 26 Jahren Dienst im Jahr 2025 ersetzt werden. Geschätzte Gesamtkosten: Knapp 1 Mio. Euro. Das Geld ist im Haushalt zurückgelegt.

Die Löschfahrzeuge bekommen 18 neue Systemtrenner zum Trinkwasserschutz – Kosten: 20 000 Euro.

 Neues Feuerwehrhaus Die Feuerwehr Rexingen bekommt ein neues Feuerwehrhaus – aber erst zum Frühjahr 2025. Dafür sollen 800 000 Euro zurückgelegt werden. OB Peter Rosenberger: "Gemeinsam mit der Feuerwehr in Rexingen haben wir uns gefragt: Ist es sinnvoll, jetzt schnell das vorhandene Feuerwehrhaus für mehrere 100 000 Euro zu sanieren oder machen wir gleich einen Neubau, der den modernsten Anforderungen entspricht. Wir sind alle froh, dass sich die Rexinger für den Neubau entschieden haben, obwohl sie darauf noch warten müssen."

FD/FW-Fraktionschefin Margarethe Rebholz: "Der Platz um das alte Feuerwehrhaus ist zu knapp, das führt zu gefährlichen Situationen beim Ausrücken. Es kann keine andere Lösung als Neubau gehen. Durch die finanziellen Folgen der Corona-Maßnahmen können wir den Neubau nicht so schnell realisieren, wie wir das wollen."

Mehr Geld Der Verrechnungssatz für Pers onal der Feuerwehr (beispielsweise bei Unfällen) für Versicherungen und die Einsatzentschädigung wird auf Antrag der FD/FW von 10 auf 13 Euro erhöht. Jährliche Mehrkosten für die Stadtkasse: 15 150 Euro. Martin Raible (ULH) forderte eine Erhöhung auf 14 Euro: "Unsere freiwillige Feuerwehr leistet unschätzbare Dienste. Ich war selbst 30 Jahre lang dabei." Oberbürgermeister Peter Rosenberger: "Das können wir nächstes Jahr beschließen, wenn wir die dafür notwendige Satzung dann verabschieden." Die Erhöhung auf 14 Euro würde die Stadtkasse jährlich mit 20 200 Euro belasten.

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