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Horb a. N. Sein Panama-Hut muss immer mit

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Ein Buch, Spazieren gehen am Neckar und zur Erfrischung Wasser: die Sommerfreuden von Sven Gnass Foto: Parage Foto: Schwarzwälder Bote

Horb (vp). Diesen Sommer ist alles anders: Corona macht manchen Urlaubs-Plänen einen Strich durch die Rechnung. Zumindest in dieser Hinsicht ist Sven Gnass bisher von den Auswirkungen der Pandemie verschont geblieben. Seine Sommer-Auszeit steht noch bevor, wie er im Interview berichtet. Gnass ist Leiter der städtischen Musikschule und städtischer Musikdirektor. Er macht den Auftakt in unserer neuen Sommerinterview-Serie.

Wie geht’s?

Sehr gut – und ich freue mich langsam auf ein paar Tage Urlaub.

Wo befinden Sie sich gerade?

In meinem wunderschönen Büro im Hohen Giebel.

Hat Corona Ihnen Ihre Urlaubspläne verhagelt?

Bisher noch nicht, da ich zurzeit noch mit meinen sehr diversen Aufgaben beschäftigt bin.

Und wo fahren Sie hin, wenn es soweit ist?

Wenn das Wetter in meiner norddeutschen Heimat schön wird, werde ich nach Hamburg und Sylt fahren. Falls sich aber der Sommer dort wie so oft verregnet und recht kühl gestaltet, wird’s wieder das sehr geliebte Norditalien.

Während des Lockdowns war es ja unmöglich, überhaupt irgendwohin zu reisen. Von welchem Urlaub haben Sie da geträumt?

Ganz abgesehen davon, dass ich durch Corona viele Bereiche meines Wirkungsumfelds neu strukturieren musste und dabei kaum an Urlaube zu denken war, tat der Gedanke schon weh, nicht einfach übers Wochenende ins benachbarte Ausland reisen zu dürfen. Dieses Gefühl kannte ich vorher nicht.

Und wo ist Ihr Lieblingsplätzchen in der Heimat, an dem Sie so richtig entspannen können?

Ich habe zwei Heimaten, wenn Sie so wollen. Meine tief kulturelle Heimat ist Hamburg, was für mich mehr bedeutet als nur ein Sohn dieser Stadt zu sein. Es ist eine Haltung zu vielen Bereichen des Lebens. Die Heimat meines beruflichen Wirkens ist in dieser wunderschönen Region, die für mich persönlich übrigens die schönste von ganz Deutschland ist, und es fühlt sich am stimmigsten an, wenn ich von dem Flößerwasen aus den fließenden Neckar mit unserer wunderschöne "Tagesschau-Stadtsilhouette" beobachte.

Nie werde ich vergessen, wie ich im Sommer 1999 zum ersten Vorstellungstermin mit meinem alten VW Golf von Nordstetten heruntergefahren bin und gedacht habe: "Das ist wirklich Horb a. N.ckar, so romantisch schön gelegen?" Dies hat sich bis heute nicht geändert, ich erwische mich immer wieder beim Staunen.

Die Deutschen entdecken ja gerade das eigene Land als Reiseziel: Was sollte sich ein Horb-Urlauber hier in der Gegend unbedingt anschauen?

Den Blick ins Neckartal.

Welches ist Ihr Geheimtipp für Urlaubsfreude in Horb?

Ich kann mir vorstellen, dass Menschen aus hektischen Ballungszentren ihre Sorgen völlig vergessen können, wenn sie sich auf einen langen Spaziergang am Neckar einlassen.

Was ist für Sie ein perfekter Sommertag?

Schwimmen in der Nordsee beziehungsweise im Bodensee, Zeit für ein Schläfchen in der Sonne danach, bis der Hunger kommt und ein hervorragender Koch in der Nähe ist.

Wie kühlen Sie sich an heißen Tagen am liebsten ab?

Immer im Wasser! Seit ich denken kann.

Wo würden Sie am liebsten einmal Ihren Liegestuhl aufstellen?

In meinem Büro – und dann die Sache mal ganz entspannt angehen.

Was tun Sie, wenn Sie drinsitzen?

Interessanten Gesprächspartnern über ihre weisen Erkenntnisse ihres Lebens zuhören, die mich (hoffentlich) fesseln.

Wenn Sie in den Urlaub nur drei Dinge mitnehmen könnten, welche wären das?

Mein Panama-Hut, mein altes italienisches Rennrad, mein nächstes Buch von Italo Calvino.

Vermiesen Ihnen die Corona-Einschränkungen die eigentlich schönsten Tage des Jahres?

Wenig, da ich in den Ferien im Sommer eher die Ruhe und den Abstand suche.

Können Sie den Erfahrungen in den vergangenen Monaten auch etwas Positives abgewinnen?

Ganz ehrlich? Leider kaum.

Auf was freuen Sie sich am allermeisten, wenn das alles vorbei ist?

Ich glaube, dass Corona unsere Gesellschaft nachhaltig verändert. Meines Erachtens werden viele Bereiche der täglichen Erfahrungen nie mehr so sein wie vorher. Es wird anders. Es ist anders. Jeder Tag, den ich neu beginne, erinnert mich daran, wie wertvoll unsere Lebenszeit ist und wie schnell sie vorübergeht. In diesem Jahr sind bereits mehrere, mir lieb gewonnene Menschen gestorben. Und ich nehme mir immer mehr Zeit für positive, Menschen zusammenbringende Gedanken. Dies hat mich auch in meinem wunderbaren Beruf weitergebracht.  Die Fragen stellte Verena Parage.

Die Corona-Pandemie hat Auswirkungen auf viele Bereiche des Lebens. Nun verhagelt sie uns auch noch die schönste Zeit des Jahres. Oder? In unserer Sommerinterview-Serie lassen wir Menschen zu Wort kommen, die berichten, wie für sie Urlaub in Zeiten von Corona aussieht. Dabei findet sich auch der ein oder andere Tipp, wie die Ferien trotz trotz Ausnahmezustands schön werden. Womöglich sogar direkt vor der Haustür.

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