Statue aus Horb als Kuriosität auf bekannter Unterhaltungsplattform in den USA: "thechive.com".
Horb - Neun Stunden Arbeitstag, Matsch im Kopf, zu müde, um auch nur einen klaren Gedanken fassen zu können. Das ist genau die richtige Zeit: Laptop auf, "Thechive.com" an – verlieren in den amüsanten Nichtigkeiten eines der größten Bilderblogs der Vereinigten Staaten. Ein endloser Schwall an mehr oder weniger intelligenter Fotounterhaltung.
Die Kategorie "you can’t explain that" (du kannst das nicht erklären) – innerlich brüllend vor lachen scrollt man sich mit leblosem Gesichtsausdruck durch Kuriositäten wie das Bild eines furchtlosen New Yorkers, der mit seinem Staubsauger die Straße vor seinem Haus reinigt. Erstaunen erweckt auch der Straßenmusiker, der seine Gitarre mit etwas bearbeitet, dass wie der Oberschenkelknochen eines menschlichen Artgenossen aussieht – nett, aber irgendwie auch nur semi-lustig.
Ein Ding, das Aufsehen erregt
Aber dann: Bild Nummer 36. Das respektable Gemächt der riesigen Schwanenfigur lässt die Synapsen wieder leuchten. Zweiter Blick: Tatsächlich – Horb hat es mit seinem Schwan in der Neckarstraße ins Kuriositäten-Kabinett eines amerikanischen Blogs geschafft, der circa 41 Millionen monatliche Seitenbesuche vorweisen kann – etwa so viel wie die größten deutschen Seiten.
Bei der Überschrift "you can’t explain that" – liebes Amerika – können wir ein wenig Licht ins Dunkel bringen: Der große Phallus mit dem noch größeren Schwan dahinter erzählt nur eine Hälfte der Geschichte. Der befiederte Schlingel ist nämlich kein geringerer als Göttervater Zeus – inkognito unterwegs als Schwan. Der kann wie so oft seine Triebe nicht im Zaum halten. Das Objekt seiner Begierde: Die schöne Leda. Sie befindet sich direkt daneben als weitere Statue – eingefroren, auf der ewigen Flucht vor dem lüsternen Götter-Gockel.
Ob die Stadt Horb Kapital aus der temporären Netz-Popularität schlagen kann, bleibt fraglich. Zum Aufwecker für den Horber "Chiver" an einem trüben Dienstagabend taugt die Entdeckung aber allemal.