Die "Harmonie" Betra brachte eine außergewöhnliche Einlage zu Gehör: das "Sandpaper Ballet" (links). Peter Kreidler (von links) vom Kreisverband für Blasmusik ehrte Michael Dürr, Jasmin Maier und Johannes Maier. Lobende Worte gab es von Lisa Schäfer. Foto: Schwarzwälder Bote

Konzert: "Harmonie" überrascht mit Idee

Zum traditionellen Jahreskonzert hatte der Musikverein Harmonie Betra in die Hohenzollernhalle eingeladen.

Horb-Betra. Allein schon der imposante Einmarsch der 70 Musiker mit ihrem Dirigenten Martin Stöckel auf die Bühne der Hohenzollern-Halle ließ manchen Wow-Ausruf ertönen und erahnen, was für ein hochklassiges Konzert wieder zu erwarten war, waren doch alle Register wieder bestens mehrfach besetzt. Allein schon das begleitende Klatschen der vielen Konzertbesucher ließ erahnen, dass es wieder ein Konzert mit sehr hohem Niveau werden würde.

Vereinsvorsitzende Lisa Schäfer machte sich in ihrer Begrüßung zunächst Gedanken zum Jahreskonzert, wurde sie doch schon im Oktober mit Fragen konfrontiert: "Probt ihr denn schon auf das Konzert?, Wird es ein schönes Konzert?, Wird es ein schweres Konzert? "Wie jedes Jahr hat Martin Stöckel mit der Stückauswahl dafür gesorgt, dass für jeden etwas dabei ist", so Schäfer.

Die Musiker eröffneten den Abend mit "African Symphony". Als Dirigent Stöckel zum ersten Konzertstück den Dirigentenstab hob, stellte er fest, dass er vergessen hatte, die Partituren mitzubringen. Flugs sprintete er in sein Pausenzimmer und los ging es. Die "African Symphony" erzählt von der unendlichen Weite von Afrika. Mit schnellen Rhythmen und viel Percussion werden die vielen Nationalparks mit all ihrer Artenvielfalt beschrieben. Verschiedene Instrumenten-gruppen wie Hörner und Posaunen vertonen die Savanne mit Zebras, Nilpferden und Elefanten.

Sieben französische Musikstücke zu Medley zusammengefasst

Durch das Programm führte in bewährter humorvoller Weise Johnny Dorner. Es folgte der "Magnetberg", eine fantasievolle Geschichte aus 1001 Nacht. Dorner wünschte hier ein fantasievolles Erleben dieser Geschichte.

Mit "The Legend of Maracaibo" wurde die Geschichte des spanischen Schiffes Santo Cristo de Maracaibo erzählt. Dieses Schiff, voll beladen mit Gold, Silber und anderen wertvollen Gütern, sank in der historischen Seeschlacht, die vor mehr als 300 Jahren bei Vigo in Spanien stattfand. Schatzsucher glauben, dass die Santo Cristo de Maracaibo bis heute noch unentdeckt auf dem Meeresboden liegt.

Mit dem Stück "The Last of the Mohicans" erinnerte der Musikverein an den Roman "Der letzte Mohikaner Chingachgook". Die Musik stammt von den Filmkomponisten Travor Jones und Randy Edelmann.

Mit dem ersten Konzertstück "Schloss Orth" wurde nach der Pause an das Seeschloss Orth, das wohl eines der schönsten Schlösser in Österreich ist, erinnert, ein Ort der Begegnungen, des geschäftigen Treibens.

Bei "Rumba" ging es um einen Tanz kubanischer Herkunft. Die künstlerische Charakteristik des Rumba liegt im Spiel zwischen Mann und Frau. In einem gut getanzten Rumba wird intensiv umeinander geworben. Im Vordergrund steht die nonverbale Kommunikation. Dorner forderte die Männer dazu auf, die Augen zu schließen und zur Musik mitzutanzen.

Mit "Sandpaper Ballet" (Schleifpapier-Ballett) von Leroy Anderson gab es eine Einlage, die nicht einmal Dorner bekannt war. Einige Musiker bauten einen Schrank auf und fingen an, das Holz abzuschleifen, dies zum Takt der Musik. Der Einsatz einer elektrischen Schleifmaschine konnte gerade noch gestoppt werden.

Mit dem letzten offiziellen Konzertstück wurde an Frankreich erinnert. In "Vive la France" wurden sieben bekannte französische Musikstücke zu einem Medley zusammengefasst. Dorner: "Lehnen Sie sich zurück und lauschen Sie den bekannten französischen Chansons. Hören Sie gespannt zu und schauen Sie, ob Sie alle sieben Stücke erkennen."

Die Zuhörer wollten Zugaben. Dies zeigten sie mit lange anhaltendem Klatschen. So folgten als Zugabe noch "Allgäuland-Marsch" und ein Weihnachts-Medley.

Zu Beginn der Pause gab es beim Musikverein Harmonie Betra hochkarätige Ehrungen.

Vom Kreisverband der Blasmusik nahm Peter Kreidler die Ehrungen vor. Zehn Jahre aktive Musikerin ist Jasmin Maier. Sie erhielt die Ehrennadel in Bronze. Johannes Maier ist 20 Jahre dabei. Er erhielt die Ehrennadel in Silber. Auf 30 Jahre bringt es Michael Dürr. Er erhielt die Ehrennadel in Gold.