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Horb a. N. Rund 60 Zuhörer trotzen der Eiseskälte

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Die Horber Nachtwächter vom Kultur- und Museumsverein sorgen zum Horber Advent in den Eingangsbereichen der Altenpflegeheime Bischof Sproll und Ita von Toggenburg für einen weihnachtlichen Blumenschmuck. Darüber freuen sich Johanna Korherr, Gudrun Fischer, Thomas Müller und Schwester Ushus (von links) von der Spitalstiftung. Foto: Kultur- und Museumsverein Foto: Schwarzwälder Bote

Die Nachtwächter vom Kultur- und Museumsverein sorgten mit ihrem Umgang durch die weihnachtlich beleuchtete Altstadt während des Horber Advents kurzfristig für eine Belebung des Marktplatzes. Vereinskassier Stefan Reichel zählte knapp 60 Personen, die sich trotz Eiseskälte beim Weihnachtsbaum vor dem Rat- und Wachthaus versammelt hatten.

H orb. Die Umgangsteilnehmer amüsierten sich zunächst darüber, dass Nachtwächter Bruno Springmann zum ersten Mal während seiner vierzehnjährigen Dienstzeit ohne Kopfbedeckung in den Arkaden des Wachthauses stand. Ausgerüstet mit Rufhorn, Hellebarde, Laterne und Nachtwächterkontrolluhr hatte er in der Hektik des Gefechts seinen federgeschmückten Nachtwächterhut zu Hause vergessen.

Nach den Ausführungen von Joachim Lipp, Heinrich Raible und Bruno Springmann war der Wohlstand der einstmalig vorderösterreichischen Stadt Horb nicht nur an ihren Türmen, Toren und Mauern zu erkennen, sondern auch an der Zahl ihrer Kirchen und Klöster. Bis zur Säkularisation gab es in der kleinen Neckarstadt sieben Kirchen und vier Klöster, vor denen die Nachtwächter dann schwäbische Weihnachtsgedichte von Helmut Engisch vortrugen.

Der Umgang führte zunächst zum ehemaligen Franziskanerinnenkloster auf dem Buß, wo sich die mittlere Sammlung im Haus des Kaufmanns Hans Esellast 1408 ihr Kloster eingerichtet hatte. Während des Dreißigjährigen Kriegs erfolgte die Zusammenlegung mit der unteren Horber Sammlung und der Nordstetter Klause. Im Jahr 1780 wurde es als eines der ersten Klöster unter der Herrschaft von Kaiser Josef II. säkularisiert. Bei den Franziskanerinnen spielte die Josefsverehrung eine herausragende Rolle. Der heilige Josef, der sogenannte Mann am Rande, spielte aber in dem dort vorgetragenen Weihnachtsgedicht "Z’ Bethlehem em Kreiz" nur eine Nebenrolle.

Im Burggarten berichteten Lipp, Raible und Springmann, dass die Gründung des Horber Dominikanerinnenklosters laut Ordensüberlieferung drei Gräfinnen aus dem Hause Tübingen, Eberstein und Hohenberg zugeschrieben wird.

Neben der Verehrung der Maria vom Guten Rat fand sich in diesem Kloster bis 1806 auch die Verherrlichung des himmlischen Trösterleins, an die noch ein prunkvoll gewandetes, stehendes Jesuskind erinnert. Von der Geburt Jesu und der Visite der Heiligen Drei Könige handelte das schwäbische Weihnachtsgedicht "Z’ Bethlehem em Schopf".

Im 1387 gegründeten Horber Chorherrenstift standen nach den Regeln der Augustiner-Chorherren elf Stiftsherren unter der Leitung eines Propstes. Die klösterliche Gemeinschaft beschränkte sich lediglich auf die Gebetszeiten und die Gottesdienste in der Stiftskirche. Hier sangen die Nachtwächter "Ein ander Lied zur Weihnachtszeit", das gleichfalls aus der Feder von Engisch stammt und die Idealvorstellung von einer friedvollen, fröhlichen, weißen Weihnacht mit dem Schlussvers persifliert: "Bedenke wohl, du Menschlein klein: Der Schnee wird bald geschmolzen sein."

Vorbei an der beleuchteten Stadtsilhouette ging es über die Sommerhalde zum Burgstall, wo 1656 Franziskaner der Tiroler Provinz im Zuge der Gegenreformation ein Kloster an die Liebfrauenkapelle angebaut hatten. Die Minderbrüder brachten die Weihnachtskrippe nach Horb und damit die Horber zwischen Weihnachten und Dreikönig nicht wie Ochs und Esel in der Gegend herumstehen, gaben die Nachtwächter ein paar Ratschläge mit, die Engisch nach den Tagen der Heiligen aus dem Bauernkalender geschöpft hat.

Mit den beim Umgang von Kassierer Stefan Reichel verwahrten Spenden bereiten die Horber Nachtwächter den Bewohnerinnen und Bewohnern der beiden Altenpflegeheime der Spitalstiftung Horb in der vorweihnachtlichen Adventszeit eine kleine Freude. Deren Eingangsbereiche zieren zwei Blumenkübel mit weihnachtlichem Blumenschmuck.

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