Armin Noppenberger konnte auch die Narrenkappe mit gewisser Eleganz tragen. Foto: Schwarzwälder Bote

Kirche: Aufbruch in neuen Lebensabschnitt: Für Pfarrer Armin Noppenberger wird ein seit Jahren gehegter Wunsch wahr

Pfarrer Armin Noppenberger verlässt Ende Mai seine Seelsorgeeinheit Steinachtal, zu der die Kirchengemeinden Mariä Geburt in Altheim, St. Georg in Bittelbronn, St. Konrad in Grünmettstetten und Heilig Geist in Talheim gehören. Sein neuer Wirkungsort liegt am Bodensee.

Horb/Steinachtal. Noppenberger wechselt als leitender Pfarrer zur Seelsorgeeinheit der Seegemeinden im Dekanat Friedrichshafen (wir berichteten).

Für den heute 53-jährigen Theologen, der über 18 Jahre im Pfarrhaus von Altheim gewohnt und dort auch sein Büro hatte, ist es ein gewollter Aufbruch in einen neuen Lebensabschnitt. Er freut sich schon heute auf die Begegnung mit den Menschen der Kirchengemeinden Mariabrunn, Eriskirch, Langenargen, Oberdorf sowie Kressbronn und Gattnau. Diese sechs Kirchengemeinden am württembergischen Bodenseeufer bilden die südlichste Seelsorgeeinheit der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Für Noppenberger, der 1967 in Bad Waldsee (Landkreis Ravensburg) geboren wurde, ist es fast eine Art Heimkehr zu den Wurzeln, die aber bei seiner Entscheidungsfindung keine Rolle spielte, wie er in einem persönlichen Gespräch anmerkte. "Die Nähe zu den Eltern und meinen vier Geschwistern ist jedoch ein schöner Nebeneffekt", gab der Geistliche zu.

Für Armin Noppenberger war und ist dieser Stellenwechsel keine Ad-hoc-Entscheidung, sondern das Ergebnis einer längeren Überlegungsphase, die bereits vor vier Jahren begann. "Ich habe damals begonnen, darüber nachzudenken, ob ich für neue Aufgaben bereit bin. Ich habe mich auch mit meinen Mitbrüdern ausgetauscht, und die Zeichen standen damals schon in Richtung Veränderung", erinnerte er sich. "Doch dann kam die Diözese auf mich zu und bat mich, die vakante Stelle des Dekans des Dekanats Freudenstadt bis zu den Neuwahlen stellvertretend zu übernehmen." Er ist diesem Wunsch nachgekommen und fand plötzlich ein völlig neues Szenario im Hinblick auf seine berufliche Zukunft vor.

"Wenn die Wahl des Dekans auf mich gefallen wäre, dann hätte ich diese Aufgabe angenommen und wäre für mindestens weitere sieben Jahre im Kreis Freudenstadt geblieben", erklärte Noppenberger. "Ich habe mich zur Wahl gestellt, habe diesen Deal angeboten, doch der Dekanatsrat im katholischen Dekanat Freudenstadt hat sich für Anton Bock entscheiden." Für den scheidenden Geistlichen eine gute Wahl und gleichzeitig ein Zeichen, dass jetzt wirklich eine Veränderung ansteht.

Im kirchlichen Amtsblatt war seine neue Stelle schon seit längerem ausgeschrieben gewesen. Er hatte sich spontan beworben, und Ende Oktober 2020 fiel relativ schnell die Entscheidung, dass Armin Noppenberger zusammen mit Lorenz Rösch, bislang als Pfarrvikar in der Seelsorgeeinheit Oberes Nagoldtal tätig, an den Bodensee wechselt.

In einer Art kleinem, sehr komprimiertem Rückblick auf die letzten 18 Jahre im Steinachtal, erinnerte sich Noppenberger gerne daran, welche spannende und manchmal auch mühsame Arbeit der letztendlich erfolgreiche Zusammenschluss der beiden Talheimer Kirchengemeinden war.

Er pickte diesen Zusammenschluss sehr bewusst aus der Vielzahl von Aufgaben heraus, denn es galt geistliche und strukturelle Befürchtungen und Hoffnungen zu bündeln und zu einer guten Entwicklung zu führen. Es war nichts, was sich in Zahlen oder Fakten erfassen ließ. Und es erforderte viel guten Willen von allen Seiten. Es waren Schritte, die die vielen Beteiligten auf einer Schriftrolle festgehalten hatten. Sie trugen diese Schriftrolle am 6. Januar 2015 vom Gemeindehaus im unteren Talheim hoch in die Kirche im oberen Talheim. Auf der Fahne, die damals die Prozession begleitete, stand das Motto der Katholikentage 2012 – "einen neuen Aufbruch wagen".

Ein Motto, dass nun auch für Armin Noppenberger gilt. Er geht mit dem Wissen, dass er als Theologe kein gelernter Personalfachmann oder Finanzverwalter ist, sondern sich auch auf die Begabung und die Talente anderer Menschen stützen darf. "Wir konnten hier nicht immer unsere Wünsche und Ziele realisieren, weil einfach Leute fehlten, die mitmachten", lautet seine Erkenntnis aus vielen Jahren.

Was er gelernt hat, ist, dass es nicht funktioniert, wenn man mit Gewalt Dinge durchsetzen will. Geduld und gute Zusammenarbeit, ein Weg, den die Diözese aktuell eingeschlagen hat, sind für ihn der richtige Weg zum Erfolg. "Es ist wichtig, immer im kooperativen Stil zu leben und zu arbeiten", betonte Noppenberger, der hier viel von seinem Amtsbruder Alois Höhne gelernt hat.

Für den Kirchenmann, der gerne Gitarre spielt, joggt, schwimmt und Rad fährt, der als prächtiger St. Nikolaus und mit Narrenkappe genauso souverän auftritt wie in den Messgewändern, der die Lyrik eines Walle Sayers schätzt und in seiner Freizeit auch mal ein Fachbuch liest, ist dieser Abschied "felice e triste" (glücklich und traurig) zugleich, wie er im Italienisch-Kurs, den er seit langem besucht, auf diese Frage antwortete. Traurig sei vor allem der Abschied von den vielen Freunden, die er hier gewonnen hat; glücklich und voller Spannung sei er in Erwartung der neuen Aufgaben. "Das Ganze fühlt sich jedoch gut an", so sein persönliches Empfinden. Er ist sicher, dass er viel verwertbare Erfahrung mit an den Bodensee nehmen kann.

Einen Nachfolger für seine Stelle gibt es noch nicht, auch wenn die Gerüchte, die durch Altheim geistern, etwas anderes sagen.

Doch eines ist sicher: Pfarrer Noppenberger geht, und irgendwann wird ein anderer Geistlicher in das Haus neben dem "Dom zum Schwarzwald", wie die heimische Pfarrkirche auch gerne genannt wird, einziehen.

Bislang ist Pfarrer Armin Noppenberger für die Seelsorgeeinheit Steinachtal zuständig. Geboren wurde er in Bad Waldsee, dort absolvierte er das Abitur, bevor er Ende der 1980er Jahre am Ambrosianum in Ehingen die alten Sprachen erlernte.

1989 wurde er in das Wilhelmsstift aufgenommen und studierte in Tübingen und Innsbruck Theologie, bevor er ins Rottenburger Priesterseminar eintrat.

Nach seiner Diakonenweihe in der Domkirche St. Eberhard in Stuttgart war Noppenberger als Diakon in der Gemeinde St. Josef in Albstadt-Ebingen tätig und vertrat die unständigen Diakone im Diözesanrat.

Die Priesterweihe empfing er am 4. Juli 1998 in St. Blasius in Ehingen an der Donau. Es folgten Vikarstellen in den Kirchengemeinden St. Kolumban in Wendlingen am Neckar (1998 – 2000) und Heilig-Geist in Schorndorf (2000 – 2002). Seit 1999 ist er geistlicher Begleiter der Schönstatt-Mannesjugend in der Region Rottenburg.

In die Seelsorgeeinheit Steinachtal kam er 2002 als Pfarrvikar und übernahm diese 2006 als investierter Pfarrer. Im Dekanat Freudenstadt war er 14 Jahre lang Dekanatsjugendseelsorger und leitete es in den vergangenen drei Jahren als kommissarischer Dekan. Im September dieses Jahres wurde er dort nach Amtsantritt von Dekan Anton Bock zu dessen Stellvertreter gewählt. Ende Mai 2021 verlässt er nun das Steinachtal.

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