Von Wildschweinen und Treibjagden: FDP-Generalsekretär Patrick Döring macht Wahlkampf in Horb
Von Jürgen Lück
Horb. Nur bei den Wildschweinen kam FDP-Generalsekretär Patrick Döring bei seinem Wahlkampfauftritt im Kloster etwas ins Schwimmen...
Horbs Ex-OB Michael Theurer und Landtagsabgeordneter Timm Kern begrüßten ihren "Patrick", und der Hannoveraner legte gleich los, warnte vor den Steuererhöhungsplänen von Rot-Grün, die die Mehreinnahmen in Bildung stecken wollen: "In allen Ländern, wo Rot-Grün regiert, fließt weniger Geld in Infrastruktur und Lehrer als vorher."
Döring steht, gestikuliert, wechselt immer wieder den Blick
Döring steht, gestikuliert, wechselt immer wieder den Blick, damit jeder Zuhörer angesprochen wird. Der Generalsekretär rechnet mit einem knappen Ausgang der Bundestagswahl, warnt aber auch: "Wenn man die Sommerinterviews von Gregor Gysi sich genau anschaut, dann ist der rote Teppich bis zum Willy-Brandt-Haus ausgerollt."
Im Rahmen der Diskussion um die erneuerbaren Energien kommt das Thema auf Biomasse-Kraftwerke. Döring: "Um die Konkurrenz zwischen Tank und Teller zu beenden, macht es Sinn, große Biogasanlagen als Grundversorgung zu etablieren, um landwirtschaftliche Abfälle zu verwerten."
Auf die Nachfrage, ob das dazu führen könne, dass noch mehr Mais hier angebaut wird, sagt Döring: "Im Bundesvergleich ist der Maisanbau in den vergangenen zehn Jahren ungefähr gleich geblieben. Er verteilt sich nur anders. Ist ja auch nicht schlecht für die Jäger: Wo viel Mais ist, gibt es viele Wildschweine, und damit viele Abschüsse."
Ein Jäger aus Waldachtal widerspricht: "Das stimmt nicht. Die Schwarzkittel sind echt schlau. Wenn du mit dem Hund ins Maisfeld gehst, laufen sie um dich herum."
Döring reagiert blitzschnell und macht die Bemerkung: "Dann hilft vielleicht eine kernige Treibjagd."
Angelika Engeln fragt dann nach den Auswirkungen der Bundestagswahl für die Horber Hochbrücke. Döring: "Bei Rot-Grün sehe ich da schwarz. Beide sagen: Erhalt vor Neubau. Das heißt aber: Erhalt statt Neubau. Da kann ich nur hoffen, dass das Land Baden-Württemberg den Mut hat, dem Bundesverkehrsminister zu schreiben, dass es die Horber Hochbrücke als Neubau haben will. In der Regierungszeit von Sigmar Gabriel in Niedersachsen hat es keine einzige Anmeldung für den Bundesverkehrswegeplan gegeben. Weil der 15 Jahre lang gilt, leidet das Land noch heute darunter."