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Horb a. N. Ritterspiele: Stadt will Preise "anpassen"

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Dem Spektakel beizuwohnen wird bald teurer: Die Stadt will die Preise für das Turnier bei den Ritterspielen erhöhen. Foto: Hopp

Horb - 3000 Euro Gewinn – das ist die erste Bilanz für die Ritterspiele unter der Regie der Stadt. Und für die nächsten Ritterspiele ist auch schon eins in Planung: Der Preis für den Wegezoll (bisher 13 Euro) soll sinken, dafür soll der Preis für das Ritterturnier (Stehplatz bisher 4 Euro, Sitzplatz: 6 Euro) steigen.

Bürgermeister Ralph Zimmermann legte die Bilanz im Ausschuss für Kultur und Soziales (KSA) am Dienstagabend vor. Der Bürgermeister: "Dass wir das Ergebnis mit einer schwarzen Null abschließen können, ist ein großer Erfolg. Das haben wir auch dem tollen Team in der Stadtverwaltung zu verdanken, die mit großem Engagement und Herzblut die Aufgabe mit übernommen haben, die Ritterspiele nach der überraschenden Absage des bisherigen Betreibers MPS in Eigenregie zum Erfolg geführt zu haben."

Gesamtkosten liegen bei 270.000 Euro

Und so sieht die Bilanz in Zahlen aus: Für Handwerker, Künstler, Gaukler, Musiker und das Turnier legte das Rathaus 70.000 Euro auf den Tisch. Für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit sind 65.000 Euro Kosten entstanden. Der größte Ausgabenblock liegt laut der Rathaus-Bilanz bei "Infrastruktur und Verwaltung" mit 135.000 Euro. Insgesamt sind so Kosten in Höhe von 270.000 Euro entstanden.

Die Einnahmen gliedert das Rathaus wie folgt: Eintrittsgelder, Ritterturnier und Parken haben 163.000 Euro gebracht. Sponsoring und Spenden: 55.000 Euro. Der Mittelaltermarkt und der Getränkeverkauf spülten 55.000 Euro in die Kasse. Laut Joachim Patig, Fachbereichsleiter Zentrale Steuerung, kamen gut 33.000 Euro durch den Mittelaltermarkt und 22.000 Euro durch den Getränkeverkauf rein.

Den Ausgaben in Höhe von 270.000 Euro stehen so Einnahmen in Höhe von 273.000 Euro entgegen. Fakt ist aber auch: Laut der Bilanz haben 13.000 Besucher ein Ticket gelöst. Im Jahr 2018, als die Stadt Veranstalter war, aber MPS noch der Betreiber, hatte Jürgen Wünsche von MPS von einem Verkaufsplus von 15 Prozent gesprochen und im Schnitt von 15.000 verkauften Tickets. Bei den ersten Ritterspielen unter der kompletten Verantwortung der Stadt waren es also 2000 weniger. In der Drucksache, die von Oberbürgermeister Peter Rosenberger und Bürgermeister Zimmermann unterschrieben ist, steht als Begründung: "Das drohende Unwetter am Samstagabend hat sicher einige Interessierte vom Besuch abgehalten."

Kostenfreies Turnier soll wegfallen

Doch wie soll das Besucherminus verringert werden? Joachim Patig: "Die Preisstruktur wollen wir im Jahr 2020 anpassen. Der Preis für den Wegezoll soll sinken, der Turnierpreis soll steigen. Bei den Familienkarten wird die Begrenzung auf zwei Kinder aufgehoben."

Das kostenfreie Turnier am Freitagabend soll wegfallen, auch bei den Bands wird es eine Verlagerung geben. In der Drucksache heißt es: "Stärkung des Abendprogramms am Samstag, um mehr an Mittelaltermusik Interessierte anzuziehen. Abstimmen des Programms am Freitagabend auf die ›kommunikationsintensive Besucherstruktur‹." SPD-Gemeinderat Benjamin Breitmaier will wissen, was das genau bedeutet. Ob noch bekanntere Bands gebucht werden. Stadtmarketing-Chef Martin Scherer: "Nein. Die Gagen der bisherigen Bands sind im überschaubaren Bereich. Wir werden die Bands allerdings von Freitag auf Samstag verlagern."

Podestbühnen für Gaukler und Spielleute

Das neue Konzept: Immerhin wird auch versprochen, dass "mehr Horb-Inhalte" beim Ritterturnier eingearbeitet werden sollen. Dazu sollen Gaukler und Spielleute kleine Podestbühnen erhalten, um die Festatmosphäre zu verbessern.

Die Gremien sollen dabei aber nicht groß mitsprechen dürfen, macht Bürgermeister Zimmermann klar: "Wir betrachten vieles als laufendes Geschäft der Verwaltung. Wir haben von den Gremien den Auftrag bekommen, die Ritterspiele langfristig weiter zu entwickeln. Wir werden sie aber informieren."

Großes Diskussionsthema auch: Sind die Mehrkosten durch die Arbeit der Stadt-Mitarbeiter in den Gesamtkosten enthalten? Laut Joachim Patig wird die Arbeit und das Engagement der Stadt-Mitarbeiter in der Arbeitszeit für die Ritterspiele nicht erfasst: "Personalkostenanteile von Verwaltungsmitarbeitern sind hier nicht zusätzlich ausgewiesen. Das ist On-Top. Das sind Mehrarbeitsstunden, die durch Überstunden dann abgefeiert werden können. Ich halte es dennoch für sinnvoll, das weiter so zu machen."

Breitmaier sowie CDU-Fraktionschef Michael Keßler forderten trotzdem eine genauere Aufstellung der Arbeitsanteile durch Rathaus-Mitarbeiter. CDU-Stadtrat Ulrich Beuter: "Als ungefähre Zahl würde ich von 10.000 bis 40.000 Euro ausgehen. Es muss eine Stundenzahl geben – das wäre schon interessant." Patig: "Ob diese Zahlen steuerungsrelevant sind, wage ich zu bezweifeln." Er sagt aber auch: "Wir können uns schon vorstellen, den Fraktionen die genauen Kosten detaillierter zu erläutern."

Standgebühren zu teuer?

FD/FW-Stadtrat Michael König bringt das Thema Standgebühren ein: "Ich kenne Rittervereine, die ziehen durch ganz Deutschland. Sie kommen nicht mehr nach Horb, weil ihnen die Standgebühren zu hoch sind. Kann man die senken?"

Patig: "Das ist eine alte Diskussion. Der Veranstalter MPS mit Jürgen Wünsche hat nach der Übernahme der Ritterspiele eine große Reform der Gebühren eingeführt. Die Gastronomie zahlt hohe dreistellige Beträge für die Standgebühren, dafür gibt es sogar Erstattungen für interessante Handwerker, die den Markt bereichern, aber nicht viel Umsatz haben. Die bekommen sogar eine Art Antrittsgebühr. Diese Struktur wollen wir beibehalten."

Und wie geht es jetzt weiter? Bürgermeister Zimmermann: "Wir müssen alles tun, um weitere Ehrenamtliche in die Ritterspiele miteinzubinden. Die Spiele müssen attraktiver werden, damit wir Personen bezahlen können, die die Ritterspiele betreuen können. Da muss man auch schauen, wie man mehr Stände nach Horb bekommt. Die Ritterspiele müssen attraktiv sein, damit die Mittelalterszene zu uns kommt."

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