Rexinger Bürger sind gegen den geplanten Kreisverkehr beim Horber Kegelhof. Bei der Ortschaftsratssitzung zu dem Thema war das öffentliche Interesse groß. Foto: Baiker

Einwohner sehen sich als Leidtragende der Horber Verkehrsberuhigung. "Unsere Ortschaft ist Westumfahrung."

Horb-Rexingen - Der geplante Kreisverkehr an der Kegelhofkreuzung am Ende der Altheimer Straße wird zum kommunalpolitischen Streitthema. Der Kreisel soll aus Richtung Freudenstadt deutlich mehr Verkehr als bisher von der Nutzung der Altheimer Straße abalten. Rexinger Bürger befürchten, dass im Gegenzug ihr Ort stärker belastet wird.

Unter dem Tagesordnungspunkt "Verkehrsberuhigung Altheimer Staße/Umgestaltung Kegelhofkreuzung" war der geplante Kreisverkehr Thema in der Ortschaftsratssitzung. Viele Rexinger Bürger waren gekommen, darunter auch Horbs Bürgermeister Jan Zeitler.

Ortsvorsteherin Birgit Sayer las zu Beginn einen offenen Brief an die Gemeinderäte, Oberbürgermeister Peter Rosenberger, Bürgermeister Jan Zeitler und Wolfgang Kronenbitter vor, den sie vergangene Woche geschrieben hatte. Darin fasste sie nochmals die Planungen, Beschlüsse, Bedenken und Presseberichte der letzten Monate und Tage zusammen.

Sayer machte keinen Hehl aus ihrem Verdacht: "Letztendlich, so erscheint es, soll die Altheimer Straße in einem langen steten Prozess nahezu dicht gemacht werden."

Die Verkehrsführung in dem Kreisverkehr soll so gestaltet werden, dass es für LKWs unmöglich und für Autos deutlich schwerer wird, von oben in die Altheimer Straße einzufahren. Sayer: "Sollen dafür Bürger (aus Rexingen) Verständnis haben, die an einer vom Schwerlastverkehr stark befahrenen Straße wohnen? Die Aussagen in den Presseberichten sind ein Schlag ins Gesicht der Rexinger."

Jede Verkehrsberuhigung an einer Stelle bringe zustätzlichen Verkehr an anderer Stelle, argumentiert Sayer. "Rexingen übernimmt bei jeder Veranstaltung in Horb die komplette Umleitung von Horb. Seit vielen Jahren macht das Sonntagsfahrverbot (in der Altheimer Straße) unsere Ortschaft zur Westumfahrung von Horb." Die Sonntagsruhe in der Altheimer Straße – in Rexingen löst sie offenbar ein lautes Echo aus. Sayer: "Weshalb haben die einen das Recht auf Sonntagsruhe, aber die anderen nicht – trotz täglichen Schwerlastverkehrs?"

An der geplanten Umgestaltung der Altheimer Straße entzündet sich der Zorn nicht. In Sayers Augen ist die Maßnahme "verständlich" – das habe sie auch bei der Gemeinderatssitzung am 25. Juni vergangenen Jahres gesagt. In der gleichen Sitzung habe sie aber auch mitgeteilt, dass es in Rexingen Bedenken gegen den Kreisverkehr gebe.

Regierungspräsidium schlägt zweiten Kreisverkehr vor

Sayer beruft sich unter anderem auf den "historischen Kompromiss" vom 21. Juli 1998, der eine totale Sperrung der Altheimer Straße ausschließt. Jetzt fragt sie: "Was bleibt von diesem Kompromiss, wenn alles umgesetzt wird? Die Maßnahmen kommen einer totalen Sperrung gleich, wenn erst einmal alle baulichen Veränderungen getroffen sind und alle Schilder stehen!"

Für Sayer sind noch einige Fragen offen, die sie gegen Ende des Briefes aufführt: "Ist die Altheimer Straße im Vergleich zu den Mitbetroffenen nicht schon viel mehr berücksichtigt worden?" Oder: "Wird hier berücksichtigt, dass das Verkehrsaufkommen sich mit dem Bau der Brücke mit Sicherheit ändern wird?" Die Maßnahmen in der Altheimer Straße, so rechnet sie vor, kosten 353.000 Euro, und der städtische Anteil für den Kreisel schlägt mit 170.000 Euro zu Buche. "Wie erklärt man das den Stadtteilen, die für 180.000 Euro massiv in ihrer Selbstständigkeit beschnitten wurden?" Sayer bittet die Gemeinderäte, einen Kompromiss zu suchen, der aus ihrer Sicht so aussehen könnte: "Umbau und verkehrsberuhigende Maßnahmen wie beschlossen, aber Umgestaltung der Kreuzung eventuell nach Feststellung späterer, neuer Verkehrszahlen."

In der Ortschaftsratssitzung kamen auch Zuhörer zu Wort. Eine der Meinungen: Die aktuelle Situation und Faktenlage um die B28 und die Brücke könnten einen Kreisverkehr überflüssig machen.

Wilfried Wüstholz sprach sich dafür aus, dass alle Tore, die zur Kernstadt führen, offen bleiben sollen. Er ist gegen einen zweiten Kreisel. Des Weiteren war er der Meinung, "wenn 1995 Hörner als OB wiedergewählt worden wäre, wäre die Entlastung schon lange vorhanden". Wüstholz schlug vor, alle Stadtteile zu befragen, wie man in die Kernstadt kommen soll. Jürgen Schmitt ist dafür, mit den anliegenden Stadtteilen über den zweiten Kreisel zu diskutieren. Er sieht darin mehr einen "Schildbürgerstreich" als eine seriöse Planung. Ortschaftsrat Wolfgang Essig sprach sich für eine faire Handhabung aus.

Bürgermeister Jan Zeitler versuchte aus Sicht der Stadtverwaltung einiges zurechtzurücken. Wunsch sei nicht der Kreisverkehr, sondern eine Vorfahrtsänderung gewesen. Der Umbau der Altheimer Straße sei beschlossen. Das Regierungspräsidium habe vorgeschlagen, einen zweiten Kreisverkehr zu planen. Aber bis jetzt gebe es noch keine Vereinbarung über die Erstellung des zweiten Kreisverkehrs sowie dessen Planung und Finanzierung.

In der weiteren Diskussion wurde deutlich, dass der zweite Kreisverkehr von den Rexinger Bürgern abgelehnt wird. Sie befürchten eine Mehrbelastung für die Ortsdurchfahrt Rexingen.

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