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Horb a. N. "Religiöse und weltanschauliche Vielfalt sehen wir als positive Stärke"

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Diözesan-Caritasdirektor Oliver Merkelbach hält anlässlich der Jubiläumsfeier eine Rede. Foto: Baiker Foto: Schwarzwälder Bote

Horb (jb). Zu Beginn seines Festvortrags gab Diözesan-Caritasdirektor und Pfarrer Oliver Merkelbach seiner Freude Ausdruck, dass er wieder nach Horb kommen konnte. Er komme gern nach Horb, wo er ein Jahr als Diakon vor der Priesterweihe gewirkt hat, dies Anfang der 90er-Jahre. Pfarrer Ewald Werner, dem er jetzt wieder begegnete, war sein erster Principal.

Merkelbachs Vortrag handelte von der Vielfalt in der Gesellschaft. In jüngster Vergangenheit seien in Deutschland politische Kräfte erstarkt, die menschen- und demokratiefeindliche Haltungen vertreten und fundamentale Werte des Rechts- und Sozialstaates hinterfragen. "Insbesondere die Vielfaltsgesellschaft – darunter verstehen wir eine Gesellschaft, in der Menschen unterschiedlicher ethnischer Herkunft, sexueller Identität, Religionen, Lebensformen respektvoll zusammenleben – wird hierbei immer mehr in Frage gestellt." Und weiter: "Als Caritas sind wir der Überzeugung: Vielfalt ist gleichermaßen Bereicherung und Herausforderung, die es zu gestalten gilt." Eine freiheitlich-demokratische und rechtsstaatliche Gesellschaft müsse sich daran messen lassen, wie sich die Unterschiedlichkeit der Menschen bereichernd entfalten kann und inwiefern Inklusion gefördert und Exklusion verhindert wird.

Diskriminierung dürfe keinen Platz bekommen. Wer sich für Demokratie und Vielfalt einsetzt, müsse ein Wagnis eingehen, so Merkelbach. Er ging auf die Werte der Caritas ein. "Dies sind Menschenliebe, Gerechtigkeit, Anstößig und Professionell."

Merkelbach ging auch auf die Mitarbeit bei Caritas ein. Wer darf bei Caritas arbeiten? Wieviel Vielfalt wird bei der Caritas gelebt? Wie sieht es aus bei einer zweiten Eheschließung nach einer Scheidung, wie ist die Situation für Homosexuelle, für Muslime? 50 Prozent der Mitarbeiter bei der Caritas sind katholisch, 33 Prozent evangelisch, vier Prozent sind Muslime. Es gibt auch Mitarbeiter mit jüdischem und buddistischem Glauben. Acht Prozent der Mitarbeiter gehören keiner Religion an.

Änderung im Jahr 2015

Bis 2015 sei die Religionsfrage, die Lebensform ein Problem gewesen. "Vielfalt ist in der Caritas längst da. Sie ist Reichtum, aber sie will auch gestaltet werden. Caritas in der Vielfalt ist mehr als eine Frage der Anstellung. Es galt, gemeinsam als Verband eine Haltung zu erarbeiten. In einem Netzwerk von karitativ tätigen Theologinnen haben wir hierzu die wesentlichen Orientierungen entwickelt. Die entscheidende Motivation für den kirchlichen Umgang mit Vielfalt muss das Evangelium selbst sein. Die Mitarbeiter erfahren es ganz konkret. Vielfalt ist erwünscht und nicht nur geduldet."

Caritas in Vielfalt – was heißt das jetzt konkret? "Religiöse und weltanschauliche Vielfalt sehen wir als positive Stärke des Verbandes. Entscheidend ist, ob die Mitarbeiter die Werte und Ziele der Caritas mittragen und den kirchlich-religiösen Charakter der Caritas respektieren. Wiederverheiratete Geschiedene und homosexuelle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gehören selbstverständlich zur Dienstgemeinschaft. Eine Haltung des Respekts und des Vertrauens in die persönliche Lebensführung ist für uns hierbei leitend. Vielfalt darf nicht mit Beliebigkeit verwechselt werden." Gottes Liebe teile nicht nach Gruppenzugehörigkeiten, Taufscheinen und Identitätsmerkmalen. Sie gelte allen Menschen.

Im Festgottesdienst am Ende der Jubiläumsfeierlichkeiten stellte Merkelbach den Leitspruch der Caritas "Not sehen und handeln" in den Mittelpunkt seiner Predigt. Im Evangelium sei die Rede von Menschen, die hungrig und durstig sind, von Fremden, Nackten, Kranken, von Menschen im Gefängnis. "Wir könnten viele weitere Notlagen und Notsituationen hinzufügen", so Merkelbach. "Es geht um mehr als körperliche Notlagen. Es sind existenzielle menschliche Grenzsituationen, in denen einem Menschen etwas wichtiges fehlt zu einem guten, heilen glücklichen und erfüllten Leben. Was bedeuten Hunger, Nacktheit, Fremdheit?"

Hunger könne auch seelischer Natur sein. Wenn das Leben einen Menschen nicht nährt, wenn er verkümmert oder verschmachtet. Weil es an Wertschätzung fehle, an Lebenschancen, an Lebensfreude, an Liebe.

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