Jörg Rebmann (von links), Wolfgang Rosenkranz, Oliver Pollok und Denis Helzer legen ihre Ämter nieder.Fotos: Morlok Foto: Schwarzwälder Bote

Hauptversammlung: Wolfgang Rosenkranz dankt nach 23 Jahren ab / Jörg Rebmann nach elf Jahren nicht mehr "Mann für alles"

Einer der erfolgreichsten Tennisvereine von Horb, der Tennisclub Bildechingen (TCB), hat seit dem 1. April eine neue Vereinsstruktur.

Horb-Bildechingen. Die gesamte Vorstandschaft um Oliver Pollok, Denis Helzer und Jörg Rebmann, machte den Weg frei für eine neuen Ausrichtung des Vereins. Mit ihnen legte auch der Funktionärs-Methusalem Wolfgang Rosenkranz sein Amt nieder. Er war mit 16 Jahren als Schriftführer und Pressewart und zuvor sieben Jahre Kassier, also insgesamt 23 Jahre ununterbrochen in der Vereinsspitze aktiv und hält so einen einsamen Rekord. Vom Verein hat er neben einem Geschenkkorb auch einen Sonder-Presse-Ausweis für das Jahr 2021 erhalten, der ihn berechtigt so viel Kuchen zu essen, wie er mag und so viel Bilder zu knipsen, wie möglich. "Und die darfst du uns dann kostenlos zur Verfügung stellen" sagte die neue Vorsitzende Events und Kommunikation, Janet Rosenberger, mit leichtem Augenzwinkern zu ihm.

Dank geht sowohl an Unterstützer als auch an Kritiker

Der härteste Schnitt dürfte wohl der Rücktritt von Oliver Pollok sein, der den Verein in den zehn Jahren seiner Amtszeit komplett umkrempelte und neu ausrichtete. "Es waren zehn fette Jahre – ich habe TCB gelebt", sagte er gleich zu Beginn der Jahreshauptversammlung, zu welcher der Verein aus gegebenem Anlass nicht digital, sondern wie früher, vor Corona, persönlich eingeladen hatte. Man traf sich in der örtlichen Turn- und Festhalle, die genügend Raum bot, um die Sitzung den aktuellen Hygiene- und Abstandsregeln entsprechend durchzuführen.

Polloks Dank galt all denjenigen, die in diesen zehn Jahren seiner Amtszeit seinen nicht immer ganz unumstrittenen Weg mitgegangen sind; aber auch den Kritikern, die ihn Entscheidungen überdenken ließen und so mit dazu beigetragen haben, dass man den Verein auf das jetzige Level brachte. Sein Tipp an die neue Vorstandschaft, die jetzt aus vier gleichberechtigten Vorständen besteht, dass man auch mal aus dem Bauch heraus entscheiden darf und nicht immer alles ausdiskutieren muss. Er bot an, dass er mit seiner Erfahrung dem Verein weiterhin zur Verfügung steht. Er endete mit den Worten: "Ich habe fertig! Jetzt seid ihr dran. Viel Erfolg."

Dass auch Jörg Rebmann, der überall meist nur noch "Hausmeister Krause" genannt wird, seinen Job als "Mann für alles" an den Nagel hängt, ist ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des TCB. Elf Jahre hat er sich um jede elektrische Leitung, um jeden Wasseranschluss und um jede technische Kleinigkeit gekümmert und selbst am Abend der Hauptversammlung ging es nicht ohne "Krause". Er war es, der es schaffte für etwas Licht in der Festhalle zu sorgen. Mit ihm geht eines dieser schwäbischen "Käpsele" in Ruhestand, die alles, wirklich alles, irgendwie zum Laufen bringen. Auch er versprach seiner Nachfolgerin, der neu gewählten Vorsitzenden Facility Management, Melanie Ormos, sie die nächsten zwei Jahre quasi als Hausmeister-Pate, mit viel Rat im Amt zu begleiten.

Denis Helzer, seit drei Jahren zweiter Vorsitzender des Tennisclubs, legte ebenfalls sein Amt nieder. Gründe dafür wurden nicht genannt. Alle vier wurden mit großem, langanhaltendem Applaus der rund 40 anwesenden Vereinsmitglieder aus ihren Ämtern verabschiedet.

Clubhaus-Küche reißt ein Loch in die Kasse des Tennisclubs

Keine Begeisterungsstürme löste anschließend der Kassenbericht, den Markus Gramer vortrug, aus. Im Jahr 2020 lag das Clubleben mehr oder weniger auf Eis. Das Hauptevent, das internationale Damenturnier, musste abgesagt werden und mit viel Glück konnte man die Jahresbilanz mit Plus-Minus Null und Minus 15 000 Euro abschließen. "Die 15 000 Euro mussten wir für die neue Clubhaus-Küche bezahlen, die wir bereits im Vorjahr (2019) geplant und in Auftrag gegeben hatten", erklärte Kramer. Erstmals seit längerer Zeit hat die Vermögensentwicklung des Vereins eine deutliche Delle erhalten, die man vermutlich auch in naher Zeit nicht ausgleichen kann. Das Damenturnier musste man bereits für dieses Jahr auch schon absagen und ob man dieses Alleinstellungsmerkmal hier in der Gegend zukünftig überhaupt noch anbieten kann, das steht in den Sternen.

Sportlich steht der Tennisclub Bildechingen trotz der wenigen Spielmöglichkeiten, die man 2021 hatte, gut da. Die Damen 40 schafften den Aufstieg in die Verbandsstaffel, den Herren 40/1 gelang mit vier Siegen ein Durchmarsch in die Oberliga und bei der WTB Pokalrunde gewannen die Damen 1 des TCB den Bezirkspokal. Die Junioren U18 holten mit einer tollen Mannschaftsleistung den Meistertitel in der Kreisstaffel. Ebenfalls sehr erfolgreich war Joris Ganswind, der beim WGV-Cup Tennis Jüngsten-Bezirksmeisterschaften den 3. Platz belegte. "Grami, du musst aufpassen, der Joris schnappt dir bald den Platz 1 im Verein weg", stellte Sportwartin Annika Ormos in Richtung Markus Gramer, dem erfolgreichsten Spieler des Vereins, fest.

Mit einem recht übersichtlichen Ausblick auf die aktuelle Saison und der Entlastung der gesamten Vorstandschaft, die an diesem Abend der frühere Ortsvorsteher Ulrich Beuter durchführte, endete der erste Teil dieser richtungsweisenden Jahreshauptversammlung.

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