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Horb a. N. Perfektes Zusammenspiel

Von
Paul Theis und Bernhard Kratzer bei ihrem Auftritt in der Horber Stiftskirche Foto: Morlok Foto: Schwarzwälder Bote

Horb. Die Horber Stiftskirche stand dieser Tage ganz im Glanz von Trompete und Orgel. Die renommierten Profis Bernhard Kratzer (Trompete und Horn) sowie Paul Theis (Orgel) hatten zu einem außergewöhnlichen Konzert eingeladen und etwa 100 Musikbegeisterte wollten sich diese nahezu einmalige Gelegenheit nicht entgehen lassen. Um dem großartigen Klang der von Orgelbaumeister Tilman Trefz restaurierten Stiftskirchen-Orgel genießen zu können, nahmen sie dafür auch die Unannehmlichkeiten eines ausgekühlten Sakralbaues in Kauf. Obwohl Diakon Klaus Konrad in seinem geistlichen Impuls vor Beginn der Aufführung meinte, dass die Menschen, die an diesem Winterabend den Weg in die Stiftskirche fanden, "auf der Sonnenbank des Lebens sitzen" würden, musste die Musik die Herzen der Zuhörer erwärmen. Und das tat sie.

Die sehr niedrigen Temperaturen in der Kirche waren für Organist Theis kein wirkliches Problem, jedoch für den Blechbläser Kratzer, der noch vor Beginn des Konzertes seine Instrumente warmspielen musste. So hat eben jedes Instrument seine Besonderheiten. Der Trompeter kann seine Trompete, deren Klangfacetten er aus dem Effeff kennt, überall mit hinnehmen, doch Organist Theis muss sich bei jedem Auftritt neu mit der jeweiligen Königin der Instrumente, wie die Orgel ob ihrer opulenten Klangvielfalt oft auch bezeichnet wird, befassen. Insgesamt also Herausforderungen, denen sich die beiden Virtuosen, die seit 1997 gemeinsam auftreten, stellen mussten, die sie aber souverän meisterten.

Klar gegliedert füllen die Töne die Stiftskirche

Mit einem auf den Takt exakten Entree aus Henry Purcell’s "Suite" eröffneten sie ihr musisches Meisterwerk.

Schon bei den ersten Tönen von Kratzer hörte man, dass hier ein großer Meister des Trompetenspiels am Werk war. Selbst der Begriff "strahlender Klang" im Zusammenhang mit dem Trompetenspiel, der längst abgegriffenen ist, bekam beim letzten langen Ton im Rondo des erstens Stückes seinen wahren Ursprung zurück.

Die Zuhörer hörten perfekten Trompetenklang im Dialog mit der Orgel. Theis nutzte die Klangfarben der Orgel geradezu genial aus und insbesondere beim "Menuett der Stille" im Mittelteil des Auftakt-Stückes, verzauberte er mit wunderbarem Spiel. Auch die scheinbar verspielte Leichtigkeit, ja schon zierliche Akkordfolge im "Concerto grosso, Opus 6, Nummer 8" von Arcangelo Corelli, die immer wieder die imposanten, erhabenen Klangdimensionen durchbrachen, wurden zum Niederknien schön umgesetzt. Es war beeindruckend, wie zeitlos schön der Komponist aus der Barockzeit sein Werk durcharrangiert hatte. Nicht verschnörkelt verschachtelt, sondern klar gegliedert, füllten die Orgelklänge die Stiftskirche bis in den hintersten Winkel aus.

In ihrer Bearbeitung des Themenkomplexes der Nachtgebete aus Engelbert Humperdincks Oper "Hänsel und Gretel" prägte der warme Ton des Corno da Caccia, des Jagd- oder Waldhornes, das Arrangement. Es ist ein Klang, der in dieser Reinheit, wie Bernhard Kratzer ihn präsentiert, so unendlich schwer zu erzeugen ist und der an diesem Abend doch in einer Selbstverständlichkeit zu hören war, die nahezu wehmütig machte. Da war es für die Zuhörer wirklich schwer, sich mit dem Applaus zurückzuhalten, und ihn sich für den Schluss des Konzertes aufzusparen, wie vom Diakon eingangs gewünscht.

Mit einem fröhlichen Rondo in D-Dur, komponiert von Wolfgang Amadeus Mozart und bearbeitet für Orgel von einem Herrn Stachelbeer, ging es weiter. Ein Stück, das durch die Mannigfaltigkeit der Töne und der Kombination aus hellen und tiefen Pfeifen sowie durch die Tempi-Wechsel und die Verschmelzung aller Klangfarben der Trefz-Orgel begeisterte.

Insgesamt war dieser Konzertabend eine meisterhafte Demonstration lebendiger Musik. Selten hat man so viel Spielfreude und die Umsetzung musikalischer Gestaltungselemente mit dieser Präzision bis hin zur letzten Nuance und Feinheit gehört, wie bei dem Gastspiel der beiden Profis, die mit frenetischem Applaus des überwiegend sehr sachkundigen Publikums belohnt wurden.

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