Nagnag zeigte seine Reitkünste beim Fun-Turnier. Foto: Hopp

OB Rosenberger drückt Zapfhahn einfach ins Fass. Auch das Wetter ist ausgezeichnet für die 18. Ritterspiele.

Horb - Was ein Auftakt für die Ritterspiele! OB Peter Rosenberger zeigt beim Fassanstich, dass er auch ganz mittelalterlich zupacken kann.

 

19 Uhr. Durstige Ritter warten mit Gefäßen. Das Holzfasssteht, Carl Glauner, geschäftsführender Gesellschafter der Alpirsbacher Klosterbräu, checkt noch mal das Fass

Rosenberger: "Mit den 18. Ritterspielen sind wir volljährig geworden. Ich bin stolz, dass mit einem zukunftsfähigen Vertrag die Ritterspiele in Horb bleiben. Und hier ist ein Alpirsbacher Fass, ein Sparkassen-Fass" – der OB tippt Holger Korneffel, Regionaldirektor der Kreissparkasse auf den Bauch – "und ein Stadt-Fass" und reibt seinen.

Ein gut gelaunter und spritziger OB – der Pfingsturlaub hat ihm sichtbar gut getan. Dann greift er zum Hammer, Ritterspiel-Vorstand Matthias Ertel hält den Zapfhahn. Drei Schläge – nichts passiert. Sechs Schläge – auch nichts. Rosenberger: "Ist das Fass leer?" Dann versucht er es noch mal mit sechs Schlägen. Legt dann den Hammer aus der Hand und drückt den Zapfhahn einfach rein – schwupps, und endlich fließt der Gerstensaft. Die durstigen Ritter rufen "Jubel".

Ein echter Fassbier-Profi. Liegt vielleicht daran, dass bei Rosenberger, wie er am Rande erzählte, schon sein Vater eine eigene Zapfanlage im Keller hatte. Das Stadtoberhaupt: "Ich hab deshalb so etwas auch installiert."

Schwungvoller Auftakt für die Ritterspiele, der mit etwas brachialer Gewalt zu einem guten Ende geführt wurde. Ritterlich, Herr Oberbürgermeister!

Kurze Zeit später versuchen auf dem Turnierplatz die Fun-Landsknechte Nignag und Tamtam, bei Robin Hood in die "gefährliche Gang" einzutreten. Wundern sich darüber, dass Robin Hood keinen Hut trägt. Antwort: "Kevin Costner hat auch keinen Hut getragen."

Doch klar, dass der Rebell erst mal sehen will, was die Bewerber können. Die Aufgabe: Reisende in die Falle zu locken. Klar, dass Nignag und Tamtam es schaffen, jeden Reiter anzuhalten. Was aber damit endet, dass der als Busch verkleidete Tamtam als Urinal herhalten musste.... Die Kinder kreischten, als ein betrunkener Reiter sich an dem armen Tamtam erleichterte.

Hier also auch handfester, derber Spaß. Und ab heute wartet bei den Turnieren (Samstag: 13 und 17.30 Uhr, Sonntag: 11.30 und 15.30 Uhr) jede Menge ernsthafter Action.

Überall ist Neues zu entdecken. Die hübsche Vanessa von der Garuda-Falknerei lässt ihre Greifvögel im Burggarten fliegen, Thomy der Weltenbummler, lässt die Kids Bilder mit Edelsteinen malen. Und wer mal was Eigenes schmieden will, ist bei Michael Uhlig in der Markthalle richtig. Kostenloses Silberschmieden für Kinder ab acht Jahre!

Zwischendurch gibt es nicht nur viele Gewandete, sondern auch lustige Unterhaltung. "Nashoch Himilsanc – Das musizierende Tier" ist einer der "Walking Acts". Der Hamburger macht den Laute spielenden Esel oder die Dudelsack spielende Sau. Und wer bei diesem Gedanken krank wird, der kann sich vom Medicus Miraculus mittelalterliche Heilmethoden angedeihen lassen. Zur Ader gelassen wirst du hier nicht – dieser Quacksalber ist kostenlos!

Und der Horber Abend heute ab 19 Uhr hat auch jede Menge zu bieten: Die Gruppe "Triskilian" bringt längst vergessene Instrumente auf die Bühne, und Grisu Alaman versprechen eine spektakuläre Feuershow.

Weil sich OB Rosenberger so zupackend und ritterlich gezeigt hat, hat er auch das Schlusswort: "Feucht, aber trocken. Feucht für die Kehle, trocken das Wetter." In der Tat: Mit vorhergesagten 23 Grad heute und morgen haben die Ritterspiele die perfekten Temperaturen. Da könnte es sein, dass die angepeilte Besuchermarke von 35 000 wirklich erreicht wird.