Michael Theurer zieht es in den Gemeinderat. Foto: Hopp

Ex-OB und FDP-Landesvorsitzender will in den Gemeinderat. Hochbrücke beschäftigt ihn nach wie vor.

Horb - Es ist die Rückkehr eines echten Alphatieres: Michael Theurer, seines Zeichens FDP-Landesvorsitzender, EU-Parlamentarier und Ex-OB, kandidiert für den Einzug in den Gemeinderat. Ihm gehe es "nur" darum, die Sache der FDP zu stärken, erzählt Michael Theurer auf Anfrage. Daher kandidiere er auch lediglich auf Platz 32 – und damit dem letzten der FD/FW-Liste für die Kommunalwahl. "Eine bärenstarke Liste", befindet Theurer, dessen Chancen auf einen Einzug ins Gremium sehr hoch stehen dürften.

Doch wer ihn kennt, weiß dass er sich sicherlich nicht mit einem Platz als Hinterbänkler zufrieden geben dürfte – sofern er denn die Zeit findet, den Sitzungen beizuwohnen. Gestern war er in Brüssel, morgen ist er mit EU-Währungskommissar Olli Rehn in Baden-Württemberg, tags darauf geht es in Brüssel weiter, bevor er wieder zu einer Gedenkveranstaltung für den Amoklauf in Winnenden ins Ländle zurückkehrt. Zudem fordere ihn die Aufgabe als FDP-Landesvorsitzender derzeit "Tag und Nacht", sagt Theurer.

"Mit gutem Beispiel vorangehen"

Doch gerade deshalb sei es wichtig, die kommunale Basis zu behalten. Er verweist auf den CDU-Landesvorsitzenden Thomas Strobl, der im Heilbronner Gemeinderat sitze. "Auch Carmina Brenner ist als Präsidentin des Statistischen Landesamtes stark gefordert und da hat bislang noch niemand Anstoß genommen", so der frühere OB.

Seine Beweggründe für die Kandidatur? "Ich will mit gutem Beispiel für die Sache der FDP voran gehen und so auch andere für die Kommunalpolitik zu überzeugen", sagt Theurer. Zudem habe er stets engen Kontakt zu Horb gehalten, auch wenn er die vergangenen fünf Jahre öffentlich unkommentiert gelassen habe, was in Horb passiert sei. "Der OB konnte schalten und walten", betont Theurer.

Gleichzeitig hört es sich wie eine Warnung an, dass sich das schon bald ändern könnte. Spätestens bei folgendem Satz dürfte die politischen Kontrahenten hellhörig werden: "Ich bin mir sicher, dass ich den ein oder anderen inhaltlichen Beitrag leisten kann". Im Klartext: Im Gemeinderat könnten schon bald wie in der Vergangenheit die verbalen Fetzen fliegen, wo die Auseinandersetzungen zwischen dem damaligen OB Theurer und der CDU-Bastion schon nahezu legendär sind.

Auf Sachthemen angesprochen, ist Theurer rasch wieder so im Element, als ob er nie weg gewesen wäre. Sein Leib- und Magenthema ist nach wie vor nicht gelöst: die Hochbrücke. "Ich habe den Eindruck, dass Horb hier wichtige Zeit verliert, die wir nicht haben", stellt er angesichts der jüngsten Diskussion um den Verkehr in der Innenstadt fest. "Entscheidend ist doch nur eins: Wie bekommen wir den Verkehr aus der Innenstadt heraus?", so Theurer. Die Hochbrücke müsse daher ganz oben auf der Agenda stehen.

Auch zum Bahnhofsareal und der geplanten Neckargalerie hält er mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg. "Dort brauchen wir Sortimente, die die der Innenstadt ergänzen", sagt er. Zudem zeigte er sich verwundert, warum nun die geplante Verkaufsfläche deutlich größer ist als noch unter seiner Ägide. Wenn sich namhafte Modeketten und ein Geschäft für Unterhaltungselektronik dort ansiedeln, dann spreche vieles dafür, das so zu machen. "Ich werde meine Stimme erheben, damit die Chance Bahnhofsareal genutzt wird", schiebt er fast schon drohend in Richtung seiner politischen Kontrahenten hinterher. Trotz allem spricht er sich für eine ergebnisoffene Diskussion unter Einbeziehung der Bürger aus.

Ob Theurer gar mit einer Rückkehr auf den OB-Stuhl liebäugelt? "Derzeit gilt mein Augenmerk dem Wiedereinzug ins EU-Parlament", erklärt er angesichts der bevorstehenden Europawahlen. Und doch, eine definitive Absage hört sich anders an.

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