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Horb a. N. Patienten bedrohen Arzthelferinnen

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Wird der Job der Arzthelferin durch Pöbeleien und Beschimpfungen immer stressiger? Orthopäde Jochen Marx schlägt Alarm und berichtet auf Facebook von Beschimpfungen und Bedrohungen. Symbolbild. Foto: dpa

Horb - Führt der Ärztemangel im ländlichen Raum jetzt schon zur Eskalation? Offenbar beschimpfen Patienten schon die Arzthelferinnen, weil sie keinen Termin bekommen. Ein Horber Arzt appelliert im Internet, sich vernünftig zu verhalten.

Jochen Marx, Orthopäde mit Praxissitz in der Neckarstraße, schreibt auf Facebook: "Derzeit versuchen leider einige Patienten, Druck auf unsere Mitarbeiterinnen auszuüben, um einen Notfalltermin zu erhalten. Dies reicht bis zu Beschimpfungen und Bedrohungen."

Was ist da los? Hat Horb zu wenig Orthopäden? Fakt ist: Neben Jochen Marx gibt es im MVZ noch den D-Arzt Peter Paul Olinczuk. Doch der ist vor allem spezialisiert auf Unfallchirurgie. Knochen mit Platten befestigen, Eingipsen. Marx dagegen schreibt auf seiner Homepage, dass er unter anderem auf fußchirurgische Eingriffe spezialisiert ist. Gibt es zu wenig orthopädische Fachärzte in Horb?

Kai Sonntag, Pressesprecher der kassenärztlichen Vereinigung: "Nein. Der Landkreis Freudenstadt ist mit einem Versorgungsgrad von 113,2 Prozent bei den orthopädischen Fachärzten rechnerisch überversorgt. Weil diese Systematik, die der Gesetzgeber so vorschreibt, gewisse Schwächen hat, können das die Patienten ganz anders empfinden." Allerdings: Hier könnte bald ein Nachwuchsproblem drohen. Sonntag: "Laut der Altersstruktur aus dem Jahr 2016 sind mehr als 50 Prozent aller orthopädischen Fachärzte im Landkreis Freudenstadt über 60 Jahre alt. Im Landesvergleich sind lediglich 23 Prozent aller Orthopäden über 60 Jahre alt."

Doch was ist mit den Patienten des Horber Orthopäden Jochen Marx los? Müssen die wirklich zu lange warten?

Physiotherapeut Alexander König aus Horb, der viele Patienten von Marx zur Behandlung bekommt: "Gewisse Wartezeiten bei nicht dramatischen Beschwerden sind für Patienten beim Orthopäden normal. Das war schon immer so. Die Zusammenarbeit mit Dr. Marx ist reibungslos. Und die Patienten, die dann bei mir durch ein Rezept durch seine Praxis behandelt werden, beschweren sich nicht über zu lange Wartezeiten."

Offenbar, so schätzt es ein anderer Physiotherapeuten-Kollege ein, sind einige Patienten zu ungeduldig. Und wollen sofort behandelt werden. Dieser Physiotherapeut sagt: "Es gibt einige orthopädische Beschwerden, bei denen tragen die Patienten selbst dazu bei, dass es so schlimm geworden ist."

Der große Frust zwischen Anspruch auf sofortige Behandlung und das Warten auf einen Termin. Orthopäde Marx bittet, das nicht auf dem Rücken der Arzthelferinnen auszutragen. Er appelliert: "Wir möchten daher alle bitten, sich fair gegenüber unseren Mitarbeiterinnen zu verhalten. Die medizinische Versorgung auf dem Land wird zukünftig immer schwieriger. Wenn wir kein qualifiziertes Personal mehr finden, weil der Arbeitsplatz durch Pöbeleien und Beschimpfungen immer stressiger wird, ist niemandem geholfen."

Dennoch wird niemand mit schlimmen Schmerzen sitzen gelassen, betont der Facharzt: "Wir haben in unserer Praxis ein Notfallsystem mit klaren Definitionen eines fachorthopädischen Notfalls, an das sich unsere Mitarbeiterinnen streng zu halten haben. Patienten, die kein Notfall anhand dieser Kriterien darstellen, werden zur Erstbehandlung an die Hausärzte weitergeleitet und erhalten bei uns reguläre Termine."

Orthopäde Marx selbst möchte zu seinem Facebook-Post nicht weiter Stellung nehmen. Er wollte das Thema nicht noch mehr aufbauschen. Doch der Facebook-Post ist auf alle Fälle ein alarmierendes Signal.

Ihre Redaktion vor Ort Horb

Florian Ganswind

Fax: 07451 9003-29

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