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Horb a. N. Ortsverwaltung fordert mehr Kontrollen

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In und um Mühlen herrscht reger Verkehr. Foto: Morlok

Horb-Mühlen - Relativ kurzfristig, fast schon in der Sommerpause, lud Mühlens Ortsvorsteher Michael Eitelbuß das Ortschafts-Gremium nochmals zu einer Sitzung ein. Hauptgrund für diese Sondersitzung war die Verkehrssituation, die sich jetzt aus der Vollsperrung der B  32 zwischen Nordstetten und Horb für den Ortsteil Mühlen ergibt.

Mit am Ratstisch saß zu diesem Thema auch Sabine Sachsenmaier, bei der Stadt Horb für den Straßenverkehr verantwortlich. Erstaunlicherweise scheint sich die Mühlener Bürgerschaft kaum für dieses Thema, das dem Ort mindesten für die nächsten zwei Jahre wesentlich mehr Verkehr, vor allem auch Schwerlastverkehr, bescheren wird, zu interessieren. Gerade mal vier Personen aus zwei Haushalten nutzten die Chance, jetzt noch ihre Anregungen einzubringen.

Halteverbotsschilder sind ein Erfolg

Bevor man jedoch nochmals die Gesamtsituation erläuterte, fasste die städtische Verkehrsexpertin zu Beginn ihrer Ausführungen die Ist-Situation zusammen und stellte sich und ihrer Behörde bei dieser Gelegenheit auch gleich einen Blanko-Persil-Schein aus. Dies, indem sie feststellte, dass alle Maßnahmen vom Regierungspräsidium geplant und angeordnet werden, die Stadt Horb lediglich als Mittler auftritt. "In der Vergangenheit haben wir alle Anregungen gesammelt und weitergegeben und so soll es auch in der Zukunft sein", so ihr Kommentar dazu. Damit nahm sie auch den Ortschaftsrat von Mühlen aus der Schusslinie. Sie betonte, dass die Sperrung lang genug im Raum stand, dass sie nicht von heute auf morgen kam und die Ortschaften Ahldorf und Mühlen auch in der Vergangenheit schon als bekannte Bedarfsumleitungsstrecke genutzt wurden.

Als Erfolg wertete sie, dass die Halteverbotsschilder, auch die Tunnelsteige hoch, entlang der gesamten Hauptdurchfahrtsstraße stehen. Jedoch das Gebot einer abbiegenden Vorfahrtsstraße auf Höhe der Einmündung L 370/ K 4769 hätte aus irgendwelchen Gründen nicht geklappt. "Diese musste nochmals aufgehoben werden und wird jetzt von Seiten der Verkehrsbehörde beobachtet", erklärte Sabine Sachsenmaier den Räten. Dasselbe gilt für die gesamte Durchfahrtsstraße. "Die Durchfahrt wird beobachtet und die Bußgeldstelle hat das Ganze auf dem Schirm", ergänzte die Expertin.

Hier fragte eine Bürgerin kritisch nach: "Was bedeutet beobachten? Wird solange beobachtet, bis was passiert?" Die Bürgerin erinnerte Ortsvorsteher Eitelbuß an das Bürgertreffen in der Rundhalle, in der dieser Punkt ebenfalls angesprochen wurde. "Wir haben derzeit noch eine Art Maßnahmen-Grundgerüst, das wir peu à peu den Gegebenheiten anpassen", versuchte Sachsenmaier offensichtliche Mängel in der Planung zu erklären.

Was bisher noch gar nicht gemacht sei, das sei die Ausschilderung an den Autobahnanschlüssen. "Die BAB-Anschlussstelle Horb ist noch nicht gesperrt und auch an den anderen Abfahren findet man keine Hinweise auf die Vollsperrung von Nordstetten nach Horb. "Hier treffen einfach zu viele Verantwortungsbereiche aufeinander. Die einzelnen Ämter müssten sich irgendwie einig werden. Die Empfehlungen auf den Abfahrten sind zwar gegeben, jedoch nicht verbindlich und auch nicht aktiv beschildert."

Schilder stehen nicht optimal

Als Ortsvorsteher Eitelbuß die Diskussion für die Bevölkerung freigab, reklamierte das Mutter-Sohn-Duo, die eine Landwirtschaft in der Nähe von Ahldorf betreiben, dass auch die Beschilderung "Vorsicht Landwirtschaft" sowohl aus Richtung Ahldorf als auch vom Autobahnzubringer her, nicht optimal sei. Hier gab der Ortsvorsteher den beiden recht. Die Schilder stehen keine 70 Meter von der Ausfahrt weg. Normalerweise müssten es mindestens 150 Meter sein. Die Landwirtin regte auch an, auf der besagten Strecke, aus beiden Richtungen, eine 70er-Zone zu machen.

"Wenn man im Winter aus dem Wäldle rauskommt, das Richtung BAB auf beiden Fahrbahnseiten steht, kann es glatt sein." "Und wenn dann noch die Sonne tief steht, dann sieht man dort kaum etwas", wussten Rätin Diana Holderried sowie der Ortsvorsteher aus eigener Erfahrung.

"Jetzt mit hohem Verkehrsaufkommen wird das noch gefährlicher", so die Bürgerin, die anfügte "dort geht auch noch der Wanderweg über die Straße. Er geht dort in den Wald Richtung Ahldorf." Sabine Sachsenmaier hat sich dies notiert und gibt es weiter.

Bei der Gelegenheit wurden gleich alle anderen bekannten Probleme zumindest angesprochen. Bahnschranken, die nicht aufgehen, Ortsfremde, die nicht clever überholen und an der Hirschhofkreuzung und dem Taberwasensträßele sollte eine Tonnagen-Begrenzung vorgeben, dass die Strecke für den Schwerverkehr nicht geeignet sei. Das Gleiche gilt auch nach Eutingen hoch und auch das 30 km/h Schild an der L370, aus Mühlen kommend, fehlt noch. Weiter wünscht man sich Kontrollen an der Tunnelsteige, "Dort ist der Bürgersteig am Eck ständig demoliert". Auch möchte man unterbinden, dass die Lkw ihre Abkürzungs-Schleifen durch den Brühl drehen. Abschließend fordert der Ortsvorsteher nach Einfahrt Schelmenwasen eine 30er-Zone.

Im Grunde waren und sind dies jedoch ortsinterne Wünsche, die mit dem erheblichen Verkehrsaufkommen, auf das sich Mühlen einstellen muss, nur bedingt etwas zu tun hat.

Das Ehepaar, das als Zuhörer bei der Sitzung vorbeischaute, sprach das wirkliche Problem an, das man in Mühlen bald haben wird. "Was ist mit den Lkw, die durch den Ort fahren? Wenn die sich an der Engstelle bei der Kirche treffen, geht nichts mehr vor und nichts mehr zurück. Dann ist alles dicht. Ist da etwas vorgesehen?", fragten die Beiden. Auch die Einbieger aus Bildechingen würden an dieser Stelle zum Einbiegen zu sehr ausholen und so den Gegenverkehr aus beiden Richtungen behindern, so eine weitere Beobachtung. Für das Ehepaar ist das eine Gefahrenstelle, die man durch eine Geschwindigkeitsbegrenzung entschärfen sollte.

Ortsverwaltung fordert mehr Kontrollen

Ortsvorsteher Eitelbuß möchte jedoch die hohen Bordsteine entlang dieser Strecke als Schutz für die Fußgänger behalten. "Eine Absenkung wäre kontraproduktiv", so seine Einschätzung. Von Seiten der Verkehrsbehörde gab es dazu ein symbolisches Schulterzucken und den Hinweis, dass es in der Altheimer Straße auch schon des Öfteren recht eng im Begegnungsverkehr zugegangen wäre.

Im Fazit dieser Besprechung forderte die Ortsverwaltung mehr Kontrollen. Die Kommunikation mit Stadt und Regierungspräsidium funktioniert, betonte Michael Eitelbuß, doch der Begriff "zeitnah" wäre ein dehnbarer Begriff und oft ginge ohne Nachfragen nichts.

Eines ist jedoch sicher – die Mühlener müssen sich für lange Zeit mit mehr Verkehr als bisher arrangieren. Ob sie wollen oder nicht. Doch sie können die Belastung mit klugen Maßnahmen, sofern das Regierungspräsidium mitspielt, zumindest etwas abfedern.

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