Für jeden Musikgeschmack war bei der Horber Rocknacht etwas dabei, nur wo und wie man sein ganz spezielles Rock-Menü zusammenstellte, das blieb jedem selbst überlassen. Foto: Schwarzwälder Bote

Zehn Kneipen und fast immer volle Hütte: Die erste Horber Rocknacht kommt gut an.

Horb - Die Stadt rockte zum ersten Mal gleich an zehn verschiedenen Orten. Was man von der "Kneipennacht" schon kannte, funktionierte auch mit dem etwas lauteren und härteren Sound von Rock, Funk und Blues.

Für jeden Musikgeschmack war etwas dabei, nur wo und wie man sein ganz spezielles Rock-Menü zusammenstellte, das blieb jedem selbst überlassen. Meist in kleinen Gruppen zogen die Fans durch die Lokale, und sie hatten die Wahl zwischen allen Stilrichtungen, die in den letzten 50 Jahren aus den Tonstudios kamen. Rock ist in seiner Vielfalt so breit wie eine Autobahn lang und selbst der einsamste Sucher fand irgendwann in dieser Nacht seinen Platz und seine musikalische Heimat.

Vielleicht im "Gleis Süd" am Bahnhof. Dort steppte schon am frühen Abend der Bär, denn die Location von Daniela Stockburger und Carsten Müller hat sich mittlerweile als erstklassiger Partytreff im "Städtle" etabliert. "Yellow Circle", fünf Herren aus dem Remstal, brachten dort die Filetstücke der Popmusik unters feiernde Volk und sorgten damit für Hochstimmung unter den Gästen.

Ein kleiner Fußmarsch über die Christopherusbrücke brachte die Rockfans ins Epizentrum der nächtlichen Unterhaltung. Gleich vier Kneipen – mit vier völlig unterschiedlichen Bands – buhlten hier um die Gunst des Publikums. Im "Belle Arti" war jedoch den ganzen Abend über sowohl auf der Tanzfläche als auch bei den Sitzgelegenheiten genügend Platz vorhanden.

Der etwas anspruchsvollere Stil der dort gastierenden Soul-Band, mit ihren edlen Arrangements, zog irgendwie bei den Partygängern nicht. Ganz anders dagegen im Horber "Bermuda-Dreieck" zwischen "Bistro", "Pub" und "Kulisse".

Raue Gitarrentöne

Hier konnte man von einer Tür zur anderen marschieren und im Minutentakt zwischen recht lautem, rauen Gitarrentönen von "Gangway", die klassisch besetzt – zwei Gitarren, ein Bass und ein Schlagzeug – die guten alten Zeiten von Uriah Heep, Black Sabbath und Steppenwolf wieder aufleben ließen oder dem Alleinunterhalter Holger Blösch, der als "Buddyholgi" unterwegs war und mit dem John Denver Hit "Living on the Jetplane" leichtsinnigerweise Heiratsversprechen übers Mikrofon machte, wechseln. Nebenan in der "Kulisse" gab‘s Ohrenschmeichler von Sängerin Jasmin Lindner und ihrer Band "Longlines", die von englischen Rockstandards bis zur heimischen Schlagermusik alles im Repertoire hatten.

Im "Kö23" lag man musikalisch irgendwo zwischen deutschem Dosenbierrock und den Gassenhauern der Popgeschichte und Frau Susi am Gesang der Band "Inbetween" rockte die Bude. Viel ruhiger ging es da schon im "Catweazle" und im "Marktstüble" zu. Akustikgitarre – von romantisch bis fetzig – dominierten hier das Programm.

Manchmal sah man sogar ein paar Tänzer vor der Bühne. Dies war aber eher die Ausnahme, denn die Besucher der ersten Horber Rocknacht wollten zwischen den Lokalen pendeln, Freunde und Bekannte treffen und sich amüsieren.

Und zudem war meistens auch gar kein Platz zum Schwofen da, denn die Lokale waren teilweise brechend voll waren Deswegen lautet auch das Fazit: Horb und Rock, das verträgt sich.