Zoff um Gewerbegebiete. Gibt es Demo unter Corona-Bedingungen? 

Horb - Zoff um einen Demo-Aufruf an der heutigen Gemeinderatsitzung: Sowohl die BI "Hau und Holzwiese" als auch die "Fridays for Future" rufen zur Teilnahme auf. Die Stadtspitze reagiert verschnupft.

Oberbürgermeister Peter Rosenberger: "Wir empfinden schon eine gewisse Irritation, nachdem wir heute morgen zufällig den Aufruf der BI ›Hau und Holzwiese‹ auf Instagram entdeckt haben."

Zitat: "Es geht um eine geplante Gewerbestrategie, die mehr als 120 Hektar Acker- und Waldboden vernichtet. Inklusive der Grundsteinlegung für Hau und Holzwiese als künftiges Gewerbegebiet sind Thema! Nicht mit uns! Wer sich informieren will, folgt der Einladung der Stadt!"

Gemeinderatsdebatte wird nach Draußen übertragen

Rosenberger weiter: "Ich hätte schon erwartet, dass BiM-Fraktionschefin Nuss mit uns kommuniziert. Wir finden es nicht gut, wenn man die BI Hau und Holzwiese so quasi dazu aufruft, massenhaft zu erscheinen, ohne uns vorab Bescheid zu sagen. Fakt ist: In die Halle können wir die vielen Menschen nicht einlassen – wegen der Corona-Schutzmaßnahmen. Wir haben jetzt deshalb ad hoc eingerichtet, dass die Gemeinderatsdebatte nach draußen übertragen wird, damit nichts passiert und alle etwas mitbekommen! Das ist kein Problem für uns."

Und was sagt OB Rosenberger zu dem Argument der "Grundsteinlegung für Hau und Holzwiese als künftiges Gewerbegebiet", welches auch von den "Fridays for Future" (einer der Initiatoren: OGL-Fraktionschef Luis Schneiderhan) über Whats-App verbreitet wird?

Gewerbegebiet Ahldorf könnte um Jahre verzögert werden

Rosenberger: "Das sind reißerische Parolen. Es ist das Gegenteil von dem, was wir wollen. Wir schlagen dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vor, dass erst das Güterverkehrsterminal oberste Priorität hat. Die anderen Gewerbeflächen, die wir dann noch übrig haben, sollen für das Interkommunale Gewerbegebiet Empfingen von Horb eingebracht werden." Ferner sei man gerade dabei, durch das gesetzliche Umlegungsverfahren zwei Mal 13 Hektar im Gewerbegebiet Heiligenfeld nutzbar zu machen. Laut Stadtplaner Peter Klein sei der Zeitplan so, dass die umgelegten Flächen im nächsten Jahr zugeteilt werden.

OB Rosenberger: "Wenn wir die Beschlüsse so fassen, wird das mögliche Gewerbegebiet Ahldorf auf Jahre verzögert." Die Ergebnisse der zweiten Runde der Gutachten über die Eignung von Ahldorf sollte eigentlich im Frühjahr im Gemeinderat besprochen werden. Dies fiel aber wegen Corona flach. Rosenberger will zwar nicht verraten, was drin steht. Nur so viel: "Wir haben keine Erkenntnis, dass das Gewerbegebiet Ahldorf nicht möglich sein sollte."

Möglicherweise, so Rosenberger, gelingt es, die Flächenreserve von 50 Hektar, die der Regionalverband Nordschwarzwald an vier Standorten (unter anderem Nagold, Pforzheim, Horb) für einen großen Arbeitgeber wie BMW bereit hält, im Heiligenfeld als zusätzliche Gewerbefläche zu generieren.

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