Ritterspiele: Ertel: "Akzeptanz schwindet". Hier seit Jahren Umsatzrückgang. "Endgültige Entscheidung noch nicht gefallen.
Horb - Die Ritterspiele wurden in Horb wurden 1997 rund um den Marktplatz zum ersten Mal gestartet, um Spenden für die Sanierung des Klosters zu sammeln. Jetzt droht der endgültige Bruch mit dieser Tradition.
Matthias Ertel, Vorsitzender des Ritterspiele-Vereins, sagte so deutlich wie nie auf der Pressekonferenz zum Horber Advent, dass der Marktplatz vielleicht endgültig als Spielort der Ritterspiele verschwinden könnte.
Ertel: "Die Akzeptanz für die Ritterspiele am Oberen Marktplatz schwindet. Über Jahre verzeichneten wir hier einen Besucherrückgang. Die Marktbeschicker haben uns signalisiert: Vergesst diesen Ort. Wir haben seit Jahren hier Umsatzrückgang."
Fakt ist aber auch: Auf dem oberen Marktplatz war hauptsächlich Kunsthandwerk platziert.
In diesem Jahr waren die Ritterspiele zum ersten Mal ohne Marktplatz. Offizielle Begründung: Wegen des Umbaus der Stiftskirche sei die Straße vom Kloster zum Marktplatz zu eng für den historischen Umzug mit dem Horber Vertrag – das Ereignis von 1498, auf das sich die Ritterspiele beziehen – vor der historischen Kulisse des Horber Rathauses mit seinem Bilderbuch.
Klaus Graf, Vorsitzender der Fördergemeinschaft Stiftskirchendach: "Wir sind froh, wenn die Stiftskirche im Februar 2016 innen so weit wird. Die Gerüst außen wird zu den Ritterspielen im nächsten Jahr wohl nicht weg sein. Das ist zu früh." Und damit hätte der Ritterspielverein wieder ein Argument, den Marktplatz aus der Liste der Spielorte zu streichen. Das wäre ein fataler Bruch mit der Tradition des Ritterspielevereins. Denn: Die Ritterspiele auf dem Marktplatz dienten immer dazu, das Kloster weiter zu finanzieren. Das Projekt Zukunft hatte im vergangenen Jahr 5000 Euro Einnahmen aus dem Essens- und Getränkeverkauf während der Ritterspiele im Jahresetat für deren Arbeit kalkuliert. Eine Finanzlücke, die auch im nächsten Jahr droht.
Eine endgültige Entscheidung gegen den Marktplatz sei aber noch nicht gefallen, so Ertel: "Wir sind in unserem Resümee so weit, dass wir gerade am schauen sind, ob wir den Festplatz weiter bespielen sollen. Wir werden das in den verschiedenen Gremien besprechen. Fakt ist aber, dass nach wie vor das Gerüst vor der Kirche stehen wird."
Bei den diesjährigen Ritterspielen wurde zum ersten Mal der Festplatz mit einem mittelalterlichen Lager der oberschwäbischen Landsknecht belegt. Dort musste König Maximilian den Horber Vertrag auf einer Bühne vor einem blauen Müllcontainer vorführen. Die Umsätze der Marktbeschicker dort, so war zu vernehmen, entsprachen übrigens auch nicht den Erwartungen.