Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Horb a. N. Neustart für Kampf um gerechte Rente

Von
Wolfgang Baumhackl kämpft gegen Altersarmut, will sich aber nicht von "Rechten" vereinnahmen lassen. Foto: Lück

Horb - Mit Mahnwachen in Horb und Baiersbronn will Wolfgang Baumhackl, selbst IG-Metaller, auf die drohende Altersarmut aufmerksam machen. Mit "Rechts" aber will er nicht zu tun haben. Was er mit seiner neu gegründeten Gruppe bewirken will, erzählt er in unserem (SB+)-Artikel.

Wolfgang Baumhackl. Talh eimern bekannt als ein Mitglied der Bürgerinitiative, die damals erfolgreich für schnelles DSL gekämpft haben. Übernahm mit 18 den Polstereibetrieb seines Großvaters. Wechselte dann in den Schwarzwald, stieg bei Rolf Benz ein. Inzwischen ist der Reha-Fachmann bei einem Automobil-Zulieferer.

Gründer der Bewegung ist umstritten

Baumhackl war auch einer der Menschen, die am 24. Januar auf dem Freudenstädter Marktplatz für "Fridays gegen Altersarmut" auf die Straße ging. Allerdings: Deren Gründer Heinz Gustav Madsen geriet schnell in den Verdacht, die rechte Szene zu unterstützen. Die Facebook-Gruppe, die 325 000 Follower hatte, soll von rechten Gruppen unterwandert sein, berichtet der Talheimer.

Baumhackl: "Ich habe mich im Oktober letzten Jahres der Gruppe auf Facebook angeschlossen. Ich habe bis November erst nur gelesen, dann bin ich zu einem der Administratoren geworden."

Damit war Baumhackl einer derjenigen, der für "Fridays gegen Altersarmut" auf Facebook die Inhalte und Kommentare prüfen durfte und gegebenenfalls löschen. Baumhackl: "Als das dann aufkam, dass Madsen Verbindung nach rechts nachgesagt wurden, habe ich ihn angeschrieben. Und gefragt, was da dran ist. Drei Wochen gab es keine Antwort. Dann habe ich den Brief auf Facebook in der Gruppe veröffentlicht. Minuten später wurde ich komplett aus der Facebook-Gruppe rausgeschmissen!"

Eigene Facebookgruppe gegründet

Viele der auf Facebook verkündeten Ziele fand der ehemalige Benz-Betriebsrat allerdings richtig. Baumhackl: "Deshalb habe ich angefangen, mit einem anderen ehemaligen Administrator, die neue Gruppe "Gemeinsam gegen Altersarmut" aufzubauen. Dabei sehen wir uns als Koordinatoren und völlig unabhängig von Institutionen, Parteien oder Organisationen!"

Der Anspruch und die Hoffnung von Baumhackl und seinen Mitstreitern formuliert der Talheimer wie folgt: "Die Facebook-Gruppe hatte in Höchstzeiten über 300.000 Follower. Selbst wenn davon zwei Drittel aus der rechten Ecke die Seite befeuert haben sollte, bleiben 100.000, die das Anliegen an sich gut finden und dahinter stehen. Und damit haben wir genug Bürger, die von unten Druck machen können. Auf die Entscheider in der Politik. Es bringt wenig, sein Anliegen nach Berlin an die Politiker zu schicken. Wenn man da überhaupt eine Antwort bekommt, dann nur mit vorgestanzten Sätzen."

Neue Aktion will keine Stimmung machen

Der IG-Metaller, der zehn Monate vor der Rente steht, will Lokalpolitiker und auch seine Gewerkschaft überzeugen, dass die neue Aktion "Gemeinsam gegen Altersarmut" keine Stimmung machen will, um Unzufriedene Populisten in die Arme zu treiben. Sondern um Druck von der Straße aus zu machen, damit sich wirklich was ändert. Damit beim Bürger und zukünftigen Rentner auch wirklich im Portemonnaie für die Altersvorsorge landet.

Baumhackl: "Da bin ich dran. Einen Pastoralreferenten der Kirche habe ich als Redner schon gewinnen können!"

"Auch an Kinder und Enkel denken"

Was bewegt ihn persönlich? "Mein Kinder. Ich habe fünf und sieben Enkel. Ich sehe derzeit nicht die Chance, dass die auf eine vernünftige Rente hoffen können. Als das Rentensystem mit dem Generationenvertrag gegründet wurde, haben zehn bis zwölf Arbeitnehmer einen Rentner bezahlt. Derzeit sind es zweieinhalb Arbeitnehmer. Deshalb muss die gesetzliche Rentenversicherung so umgebaut werden, dass meine Kinder und Enkel, wenn sie alt sind, nicht zum Sozialamt laufen müssen."

Und schätzt er die Chancen ein? Baumhackl: "Mein Mitstreiter und ich versuchen, bundesweit jeden Samstag die Mahnwachen an den verschiedenen Orten zu koordinieren. In Freudenstadt habe ich gemerkt, das auch viele Jüngere gekommen sind. Da ist schon ein starkes Bewusstsein da für das Thema!"

Die erste Mahnwache von "Gemeinsam gegen Altersarmut" ist am kommenden Freitag, 26. Juni um 14.30 auf dem Flößerwasen. Am Samstag, 27. Juni, geht es um 14.30 Uhr an der Baiersbronn-Touristik los. Mehr Infos und Kontakt auf Facebook unter "Horb.Gemeinsam.gegen.Altersarmut"

Artikel bewerten
8
loading

Ihre Redaktion vor Ort Horb

Florian Ganswind

Fax: 07451 9003-29

Flirts & Singles

 
 
3

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.