Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Horb a. N. Narren starten bei Eröffnungsball durch

Von
Foto: Peter Morlok

Horb - Fasnetfans hat es am Samstag in die Hohenberghalle gezogen, wo der Eröffnungsball mit dem Motto "Provinz statt Metropole – Horber Landleben XXL" ausgiebig gefeiert wurde.

Pech gehabt Frau Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft! Da hat sie der Bauernchef aus Altheim ganz schön an der Nase herumgeführt und sie etwas zu früh in Horb gackern lassen. Ein paar Tage später und sie hätten eine Hohenberghalle erlebt, die voll war von Landadel, äußerst attraktiven Vogelscheuchen, abgearbeiteten Bauersfrauen, buntem Rassegeflügel, Schafen und Ziegen, Eseln und Rehen sowie Kühen in aller Schattierungen. Dazu ein Graf, der sich per Traktor standesgemäß in die Halle chauffieren ließ.

Man sah auch einen gewichtigen Imker aus Berlin, der sonst immer im Cowboy-Hut beim Eröffnungsball aufschlägt und eine örtliche SPD, die ganz nach der Erkenntnis: "Horber Bienen – ohne Konzept, aber trotzdem fleißig" schon mal ordentlich Wahlwerbung machten. Für wen? Das blieb ihr Geheimnis. Protest gab es aber keinen. Alle Tierchen fühlten sich sauwohl beim großen Eröffnungsball der Narrenzunft Horb, der unter dem Motto "Provinz statt Metropole" stand und vom Horber Landleben XXL erzählte.

Passend dazu wurden die Besucher beim närrischen Großereignis gleich am Eingang anstatt von schicken Damen aus der Metropole von einer weißen Hühnerschar empfangen, die Suppenwürfel – natürlich zur Herstellung von Hühnersuppe – verteilte. Ein cleverer Schachzug, den so landetet das Harem von Gockeler MMF (Manu Müller-Ferl), der (die) durchs Programm führte, nicht selber im Suppentopf, sondern später auf der Bühne und hinterher an der Bar.

Mit dem obligatorischen Einzug von Maskenträgern, Narrenrat, Hofmarschall mit dem schöneren Teil des Grafenpaares – der Graf kam später – samt Pagen, der wieder durch die Stadtkapelle Horb begleitet wurde, ging der protokollarische Teil dieser Traditionsveranstaltung pünktlich los.

Zunftmeister Eckhard Bukenberger reimte: "Bei ons stoht d’Sau net bloß em Stall. Bei onserem Eröffnungsball, da lasset mir se au mol raus – i moin damit: in Saus und Braus." Und weiter: "Und für einen Heidenspaß, sorgt unser Programm der Extraklass. Des isch zwar ziemlich provinziell, bringt aber Gaudi XXL." Auch das Grafenpaar begrüßte die großen und die kleinen Tiere und Hofmarschall Daniel Wagner stellt bei dieser Gelegenheit die Entstehungsgeschichte des Grafenpaares vor.

Doch dann gab es kein Halten mehr. Weg mit den verstaubten Traditionen, her mit dem geruchsfreien frischen Horber Landleben. MMF, alias Goggeler Konstantin, versammelte seine Hühner auf der Bühne, stolzierte ein bisschen hin und her und machte dann Platz für einen Fasnets-Esel der ganz besonderen Art. Im Kostüm steckten die singenden Brüder Dani und Markus (Euro) Wagner, die beim Landleben XXL direkt an Essen und Trinken dachten. Gesanglich haben sie diese Notwendigkeit in das Lied "Heute hier, morgen dort" verpackt und später zudem festgestellt: "Jo, wenn du mol durch Dätsail (Dettensee) gloffa bischt, gefällts dir eigentlich überall – odr net?" Was die Brüder boten, gefiel selbst den Leuten, die noch nie in Dätsail waren.

Als einzige Horber Eierfrau mit echten Eiern lief Markus "Magic" Maier zur Hochform auf. Er war vergangene Woche in den Aktiv-Arkaden, erzählte er, berichtigte sich dann aber. "Ich war in den ›Inaktiv-Arkaden‹, denn das einzige, was dort aktiv, ist, das ist manchmal die Rolltreppe." Metze Kreidlers – "des isch der mit dem breita Maul, der emmer so schee lache ka" – Metamorphose vom Fotografen zum Citymanager "dappte" die Eierfrau auch so richtig schön aus. "Wenn man jetzt a Bildle von dem will, dann muss man nur Richtung Rauschbart fahren und ordentlich Gas geben. Diese Bilder sind dann zwar teurer, dafür aber mit Datum." Auch der "neue Vollposten vom ASV" war ihm eine Erwähnung wert. "Den zahlt das Regierungspräsidium, der mosert net und spielt immer die gleiche Position", zählte er die Vorteile eines Brückenpfeilers auf dem Fußballplatz auf.

Gardetanz aus Gaildorf

Ganz ohne lokale Spitzfindigkeiten kamen die "Mariechen der Schlossgarde Gaildorf" aus. Sie präsentierten akrobatischen Gardetanz der Extraklasse, bei dem man schon vom Zuschauen Muskelkater bekam. Nach Horb kamen sie durch Ex-Gräfin Sabine Peter, die in Gaildorf geboren ist und beste Kontakte zu der Trainerin der Mariechen hat.

Wer sein Tier liebt, der sollte es unbedingt bei Dr. Paule Dresser vorbeibringen. Ein bestens aufgelegter Alexander "Locke" Guth, der auch für die Regie des Abends verantwortlich zeichnete, gab den Tierarzt, der so begehrt war, dass der Besitzer eines Wellensittichs sogar dem armen Tier Hämorriden andichtete, nur um vom Dr. Paule Dresser behandelt zu werden. Auch der Herr Ministerpräsident verlangte nach den Diensten des Nordstetters. Aber da gab es Schwierigkeiten. Der Tierarzt hat einen Diesel und der MP ein E-Auto. Nach Stuttgart darf der Doktor nicht rein und für die E-Karre gibt’s hier keine Ladestation. Also blieb nur die Lösung mit dem Notstromaggregat. "Mit dem Dieselmotor können wir Strom erzeugen – bringen sie halt 20 Liter mit."

Grandios lebensnah präsentierte sich die "Erbengemeinschaft" in der Ute Karp, Elke Straub, Lisa Dörr, Franzi Schneiderhan und Simon Köninger singend und kalauernd den Tod vom reichen Bauern bedauerten und ganz scharf auf das ein oder andere Erbteil waren. Luca Niedernhöfer (Gitarre) und Alexander Wolpert (Keyboard) begleiteten die Fünf bei ihrer wie immer live gesungenen Darbietung.

Live war auch der Auftritt der Dorfband "Dana’s Bitches", und zum ersten Mal sah das Publikum Exklusivaufnahmen der Altheimer Friedhofs-Toilette, dem nächsten Auftrittsort der Band.

Es war ein bunter, heiterer Abend und die Bemühungen einer Ahldorfer Familie durch den Verkauf eines Grundstücks an ordentlich Kohle zu kommen, die in fünf Fortsetzungen als Video-Clip über die beiden großen Leinwände flimmerte, war die Krönung eines genial ländlichen Eröffnungsballs.

Ihre Redaktion vor Ort Horb

Florian Ganswind

Fax: 07451 9003-29

Ausgewählte Stellenangebote

Flirts & Singles

 
 

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.