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Horb a. N. Modell gibt der Urnburg ein Aussehen

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Horb/Eutingen-Weitingen. Im Rahmen der Vortragsreihe über die Burgruinen am Neckarknie bei Horb hatte der Kultur- und Museumsverein am Freitagabend zu einem Vortrag ins Gasthaus Schiff geladen. Hermann Nesch vom Förderkreis Weitinger Hoamet und Franz Geßler, Ehrenvorsitzender des Kultur- und Museumsvereins, referierten über die Urnburg und ihre Geschichte.

Mit dem Weitinger Hermann Nesch stellte Vereinsvorsitzender Joachim Lipp einen profunden Kenner der Geschichte der Urnburg vor, denn Nesch hat dieses Kapitel in der 16. Folge der Vereinsveröffentlichungen ausführlich bearbeitet.

Die Urnburg ist die Stammburg eines Zweiges der Herren von Weitingen. Dieses Ministerialengeschlecht spielte am oberen Neckar eine herausragende Rolle, obgleich es an seinem Stammsitz bald keine Herrschaftsrechte mehr ausübte.

Urnburg gleich mehrmals verpfändet

Die Herrschaft Urnburg mit den Orten Weitingen und Rohrdorf zählte zu dem Besitz, den Graf Rudolf III. von Hohenberg 1381 an Herzog Leopold III. von Österreich verkaufte. Aufgrund von nicht ausgelösten Pfandschaften behielt jedoch seine Gemahlin Ita von Toggenburg als Sicherheit die Stadt Horb, die Amtsorte Bildechingen und Eutingen sowie die Herrschaft Urnburg. Die Burg diente der zweiten Stifterin des Horber Spitales zum Heiligen Geist zeitweilig als Witwensitz. Erst als Herzog Leopold der IV. von Österreich 1392 von seinem Auslösungsrecht Gebrauch machte, wurden die Weitinger und die Rohrdorfer zusammen mit den Horbern und den Bewohnern der beiden Amtsorte zu richtigen Vorderösterreichern. Das Geld für die Auslösung hatten übrigens die Herren von Weitingen dem österreichischen Herzog vorgestreckt.

Weitingen und Rohdorf nieder gebrannt

Von den neuen österreichischen Herren wurde die Herrschaft Urnburg gleich mehrfach verpfändet und nach der Verpfändung der noch verbliebenen Teile der Grafschaft Hohenberg an die Reichsstädte wurde auch die Urnburg mit in die Wirren der Städtekriege hineingezogen und von dem Markgrafen Bernhard von Baden vergeblich belagert.

In der weiteren Geschichte der Urnburg spiegelt sich der württembergisch-österreichische Interessengegensatz wider, in dessen Verlauf die Herrschaft nach einigem Hin und Her in den Besitz des württembergischen Grafen Eberhard im Bart gelangte, nachdem dieser zuvor in einem Rechtsstreit 1465 die Burg selbst durch Beschuss gründlich zerstört hatte.

Letztlich scheiterte aber der Versuch von Erzherzogin Mechthild, die Herrschaft Urnburg ihrem Sohn aus erster Ehe zuzuschanzen und mit finanzieller Unterstützung von König Maximilian I. wurde die unbewohnbare Burg wieder aufgebaut, weshalb dem späteren Kaiser und Österreich das Wiederlosungsrecht eingeräumt wurde. Als es zum Zerwürfnis mit seinem ehemaligen Schützling Herzog Ulrich von Württemberg gekommen war, ließ dieser die Urnburg mit den dazugehörigen Orten Weitingen und Rohrdorf wiederum plündern und niederbrennen.

Seither diente die Urnburg eine Zeit lang noch als Kornspeicher und 1576 kam das "öd Schlößlin" samt der zugehörigen Dörfer wieder gänzlich unter österreichische Herrschaft, der schließlich Napoleon im Frieden zu Pressburg 1805 ein Ende setzte. Über die Herrschaft Urnburg in österreichischer und württembergischer Zeit berichtete Nesch ebenso ausführlich wie über das Schicksal der Burgruine, die vor allem den Rohrdorfer Bauern das für ihre Höfe notwendige Baumaterial lieferte.

Mit der Baugeschichte und dem einstigen Aussehen der Burg beschäftigte sich in einem zweiten Teil des Vortrags Franz Geßler, der die beiden Burgenbücher des Kultur- und Museumsvereins herausgegeben hat. Geßler hat sich intensiv mit den bisherigen Rekonstruktionsversuchen beschäftigt und sich vor Ort ein Bild von der noch vorhandenen Bausubstanz gemacht, um einen eigenständigen Deutungsversuch der historischen Wehranlage zu machen. Mit zahlreichen Folien belegte er schlüssig seine Deutungsansätze und ließ sogar mit einem maßstabsgetreuen Modell die abgegangene Burg wiedererstehen.

 
 

Ihre Redaktion vor Ort Horb

Florian Ganswind

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