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Horb a. N. Mit gemischten Gefühlen in die Sommerferien

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Foto: MH – stock.adobe.com

Horb - Corona ist die große Unbekannte: Wie sich die Lage in den kommenden Wochen entwickelt, ist kaum vorherzusehen. Die Leiter der Horber Schulen müssen sich trotzdem jetzt aufs neue Schuljahr vorbereiten. Sie schildern ihre Gefühlslage.

Eigentlich ist der letzte Schultag ein guter Tag: Die schönste Zeit des Jahres liegt nicht nur vor den Schülern, sondern auch vor den Lehrern. Zeit für Urlaub, Zeit zum Abschalten. Angesichts der Corona-Pandemie ist dieses Jahr vieles anders. Auch am letzten Schultag in den Horber Bildungseinrichtungen.  

Gutermann-Grundschule

Sandra Irion geht mit einem Gefühl der Unsicherheit in die Sommerferien. Die Konrektorin der Gutermann-Grundschule leitet die Einrichtung seit diesem Schuljahr kommissarisch. "Ein paar Herausforderungen weniger hätten mir auch gereicht", sagt sie, immerhin lachend.

Irions größtes Problem mit Blick aufs neue Schuljahr ist, dass kaum vorhersehbar ist, wie sich die Situation entwickelt. Zwar gebe es Vorgaben, vor allem vom Kultusministerium, was eine Schule zu tun hat, wenn ein Lehrer am Coronavirus erkrankt, ein Schüler oder eine Person, die mit einem der beiden im Haushalt lebt. Dann ist beispielsweise geplant, dass die betroffene Klasse wieder auf Fernunterricht wechselt. Doch das bedeutet für den Schulalltag: "Wir müssen einfach ganz, ganz spontan sein", sagt Irion. "Und die Eltern auch."

Seit dem 29. Juni werden an den Grundschulen wieder alle Schüler vor Ort unterrichtet. Die allergrößte Umstellung haben diese Einrichtungen also hinter sich. Dennoch sind sie weit vom normalen Schulalltag entfernt. Klassen und Jahrgänge dürfen wegen der Infektionsgefahr nicht durchmischt werden. Also fand an der Gutermannschule kein Religionsunterricht mehr statt, und gegessen wird im Schichtbetrieb. "Es funktioniert", sagt Irion. "Aber es macht lange nicht mehr so viel Spaß."

Sandra Irion hat ein junges Kollegium, die Sorge vor der Ansteckungsgefahr sei deshalb kein großes Problem. Allerdings herrsche Unsicherheit mit Blick auf die Erkältungswelle, die im Herbst zu erwarten ist. Wann ist ein Kind erkältet, und wann hat es Corona?

Einige positive Seiten hat die Ausnahmesituation: "Ich hab gemerkt, dass wir ein super gutes Team vor Ort haben", erzählt die Konrektorin. Und die Schule hat sich technisch sehr weiterentwickelt – vom Computerraum mit einem veralteten Rechner zu zahlreichen digitalen Angeboten. Das eingespielte Kollegium stimmt Sandra Irion zuversichtlich: "Wir werden das hinkriegen, aber natürlich sind da graue Wolken."

 Pestalozzi-Schule

Angelika Pavlicek ist gerade noch Leiterin der Pestalozzi-Schule, eines sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung. Pavlicek geht nach dem von Corona geprägten Schuljahr in Pension.

Das größte Problem an ihrer Schule sei die Organisation der Schülerbeförderung gewesen. Die übernimmt allerdings der Landkreis als Schulträger. Viele der Kinder kommen in Kleinbussen zum Unterricht. Als das Land die Corona-Verordnung immer wieder lockerte, musste die gerade erst gemachte Planung gleich wieder über den Haufen geworfen werden.

Ansonsten hat es die Pestalozzi-Schule in Coronazeiten etwas leichter als andere: Die Klassen sind mit sechs Kindern ohnehin klein. In der Grundstufe, also im Grundschulalter, können die Kinder ohnehin unterrichtet werden, ohne Abstand zu halten. Ab Klasse fünf betreut ein Lehrer inzwischen maximal drei Kinder in einem extra Raum. Dies erlaubt sowohl die Personalausstattung als auch das Schulgebäude. Gleichwohl fallen auch dort klassenübergreifende Angebote weg. Auch bei der Einschulung gibt es Einschränkungen. Die beiden neuen ersten Klassen feiern getrennt, und die ABC-Schützen dürfen dazu lediglich ihre Eltern mitbringen.

Die größte Unsicherheit mit Blick aufs kommende Schuljahr sind für Pavlicek, die steigenden Infektionszahlen. Denn Fernunterricht sei für ihre Schüler nicht das Wahre. Ohnehin findet sie, egal bei welcher Schulart: "Unterricht ist Beziehung."

Roßbergschule

Die Roßbergschule ist ebenfalls ein sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum. Der Förderschwerpunkt dort liegt auf dem Lernen liegt, unterrichtet wird in den Klassen eins bis neun. Die Klassen sind relativ klein, deshalb konnte schon bisher in Klassenstärke unterrichtet werden. Doch auch an der Roßbergschule legen AGs eine Zwangspause ein, und der Nachmittagsunterricht entfällt. So wird verhindert, dass Schüler unterschiedlicher Klassen ihre Mittagspause zusammen verbringen.

Leiter Joachim Straub hat das kommende Schuljahr bisher normal geplant. "Dann schauen wir, wie es am Ende der Sommerferien aussieht." Straub jedenfalls ist optimistisch. "Und die Stimmung an der Schule ist gut", erzählt er.

Gemeinschaftsschule

Götz Peter, der Rektor der Gemeinschaftsschule, beschreibt die vergangenen Wochen als "außergewöhnliche und unwirkliche Zeit". Seine Schüler wurden zuletzt im wöchentlichen Wechsel vor Ort und aus der Ferne unterrichtet. Die Klassen wurden halbiert. So war es möglich, Abstand zu halten. Zudem müssen auf den Fluren und auf dem Schulhof Masken getragen werden, und es gelten weitere Hygieneregeln. Die meisten Schüler seien sehr diszipliniert und halten sich daran.

Peter freut sich darauf, dass ab September endlich wieder alle Schüler kommen. Die wesentlichen Vorbereitungen seien schon vor Aufnahme des Präsenzunterrichts getroffen worden. Nach den Sommerferien gehe es eher um "kleinere Optimierungen". Auch seine Kollegen freuen sich auf die Schüler und auf ein Stück Normalität. "Alle hoffen natürlich, dass dieser Zustand möglichst dauerhaft anhalten wird."

Ein positiver Aspekt an der derzeitigen Situation ist, dass die Schule nun die Lernplattform Moodle nutzt und so einen großen Schritt in Richtung digitale Bildung gemacht hat. Götz Peter freut sich trotzdem auf die Sommerferien. Er und sein Stellvertreter hätten seit Mitte März weitgehend durchgearbeitet. Da freue er sich "nach der Deputatsplanung auf eine etwas ruhigere Zeit ab Mitte August, bevor es Ende August schon wieder weitergeht."  

Realschule

"Es ist halt doch etwas anderes, wenn man die Schüler sieht", findet Heidrun Linka, die Leiterin der Realschule. Deswegen ist sie froh, dass in den vergangenen Wochen Präsenzunterricht wieder möglich war – auch wenn die Klassen halbiert wurden und in der Folge nur alle zwei Wochen vor Ort waren. Linka hofft, dass der Unterricht mit allen Schülern nach den Ferien wieder starten kann. Bisher habe es an der Schule keinen Infektionsfall gegeben. Und bei den Hygieneregeln ist die Realschule schon strikter, als es das Kultusministerium bisher vorgibt: Auf dem Schulhof und in den Pausen herrscht bereits Maskenpflicht. So viel wird sich also nicht ändern nach den Sommerferien.

Zudem haben Linka, ihre Kollegen und die Schüler inzwischen Erfahrung mit Fernunterricht. "Wir sind jetzt schon viel besser gerüstet als am Anfang." Darüber hinaus hat die Rektorin vorsichtshalber schon einmal die Bücher fürs neue Schuljahr austeilen lassen. Für den Fall der Fälle. "Man muss halt einen Plan B habe", meint sie. Und hofft dennoch, dass der "Worst Case" nicht eintrifft.   Gymnasium Die Stimmung am Martin-Gerbert-Gymnasium ist gut, berichtet Direktor Georg Neumann. Das liegt unter anderem daran, dass er und seine Kollegen ein System gefunden haben, bei dem bisher schon alle Schüler zwei Tage die Woche da sind. Unterrichtet werden sie in zwei Gruppen. Er blickt ebenfalls gelassen aufs neue Schuljahr, weil Schüler und Lehrer inzwischen digital gut vernetzt sind. "Wir haben alle Szenarien durchprobiert": Fern- und natürlich Präsenzunterricht sowie eine Mischung aus beidem.

Zudem wird auch das Gymnasium weiterhin auf die Hygiene und Abstand achten: Die Schüler kommen wie zuletzt durch drei Eingänge ins Schulhaus, die Pausen bleiben zeitlich versetzt. Neumann ist überzeugt von der Wirksamkeit von Schutzmasken. Ginge es nach ihm, könnten sie sogar im Unterricht getragen werden. Zumal dort ja nach den Ferien wieder große Klassen in einem Raum sitzen, ohne dass die Schüler Abstand halten müssen. Mit Blick auf die Sommerferien lautet Georg Neumanns Wunsch: "Wir sollten alle vorsichtig sein."

Gewerbliche und hauswirtschaftliche Schule

Jochen Lindner leitet die Gewerbliche und hauswirtschaftliche Schule in Horb. Er kann recht beruhigt in die Ferien gehen, weil er sagt: "Wir wären für Unterricht mit Fernübertragung weiterhin gerichtet." Trotzdem sei das Ziel Unterricht nach Stundenplan. "Ich hoffe auf logische und konsequente Entscheidungen, die wenig politisch motiviert sind."

Schwierigkeiten machte ihm beispielsweise die Risikogruppenzuordnung von Lehrkräften. Denn in der Folge entfiel Unterricht. Das Einzige, was aber wirklich mühsam gewesen sei: Die Schüler zu ermahnen, Masken zu tragen und die Hände regelmäßig zu waschen. Jetzt reiche der Vorrat an Handseife dafür für sechs Wochen. "Da menschelt es eben." Lindner sieht durchaus die guten Seiten dieser außergewöhnlichen Situation: Noch nie habe es einen "solchen positiven und kreativen Aufbruch quer durch das gesamte Kollegium" gegeben wie gerade. Der Wunsch, die Schüler zu erreichen und neue Medien zu testen, sei ein echter Katalysator gewesen. "Es herrscht ein Spirit in der Schule, und das ist toll." Gleichzeitig freut er sich, dass der Wert der Schule und ihres Besuchs in der Gesellschaft wieder gestiegen ist.

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