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Horb a. N. Mit einem kleinen Holz-Backofen fing es an

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Mit dem alten Backhäuschen fing alles an – heute backen die Asprions über 50 Kilo Brot in der Woche - da staunen die Besucher um Landrat Rückert. Von links: Moritz Asprion, Gerhard Faßnacht, Ralph Zimmermann, Klaus Michael Rückert, Jochen und Carina Asprion, Lorenz Kreidler, Bernhard Staer und Karl-Friedrich Günther beim Besuch des Landrats auf dem Dreikönigshof. Foto: Morlok Foto: Schwarzwälder Bote

"Mensch, isch des schee hier", staunte Landrat Klaus Michael Rückert bei seinem Besuch auf dem Dreikönigshof in Rexingen. Besonders "schee" fand er die heimelige Atmosphäre, mit der Carina und Jochen Asprion ihren Hofladen in der ehemaligen Wohnstube von Jochens Vater eingerichtet haben.

Horb-Rexingen. Rustikale Holz-Schränke und moderne Kühlmöbel ergänzen sich hier, wie für einander gemacht, zu einem Ort, an dem man sich gerne mit Lebensmitteln eindeckt, denen man schon ohne vorher groß zu probieren ansieht, dass sie mit frischen Produkten und viel Liebe gemacht wurden.

Carina Asprion, vielen Horbern als eine der drei Pfarramtssekretärinnen der Kirchengemeinde Heilig Kreuz bekannt, und ihr Mann Jochen, der als Mechaniker bei Bosch-Rexroth in Horb arbeitet, haben sich hier als Nebenerwerbslandwirte ein Standbein geschaffen, bei dem sie nicht nur ihre Produkte mitverarbeiten können, sondern auch ein klein wenig ihre Hobbys zum Beruf gemacht haben.

"Ich hab schon immer gerne alles, was bei uns wächst eingekocht und immer mehr ›Gsälz‹ gemacht, als wir essen konnten", verriet Carina Asprion ihren Besuchern, die sich am Donnerstagnachmittag im kleinen Hofladen trafen.

Neben Landrat Klaus Michael Rückert war auch Bernhard Staer, Amtsleiter vom Landwirtschaftsamt Kreis Freudenstadt, Horbs Bürgermeister Ralph Zimmermann sowie der Vorsitzende des Kreisbauernverbands, Gerhard Faßnacht, und Verbands- Geschäftsführer Karl-Friedrich Günther vor Ort, um sich über die Möglichkeiten landwirtschaftlicher Betriebe, aber auch um sich über deren Situation und Sorgen zu informieren.

"Angefangen hat bei uns alles mit dem Bau eines kleinen Holzbackofens", erinnerten sich die beiden agilen Nebenerwerbslandwirte, die sich schon 14 Tage später einen professionellen Ofen zulegten, in dem sie jetzt Woche für Woche rund 50 Kilo Teig in knusprige Brote verwandeln und bis zu zwölf Hefezöpfe backen. "Vor allem das Anheizen des Backofens ist eine Kunst für sich, die ich mir mit vielen Versuchen beigebracht habe. Da muss alles passen. Die Holzsorte, die Menge, die Zeit bis die Glut die richtige Temperatur hat", erklärt der Hofbesitzer stolz. Die Besucher erfuhren bei dieser Gelegenheit auch, dass das Feuer aus sein muss, bevor das Brot reinkommt und der Begriff "No net hudla" ursprünglich aus dem Tiroler Land stammt und dort das Auswaschen des Backofens mit nassen Lappen beschreibt.

Aber nicht nur Positives gab es von Landwirt Asprion zu hören, sondern die Vorschriften, die heute gerade beim Schlachten und Wursten gemacht werden, sind gerade für so einen kleinen Betrieb, sehr hinderlich. So muss er lange Verkehrswege in Kauf nehmen, bis er sein Schwein in der Dose hat. "Metzgen können wir nur noch in Klosterreichenbach und Dürrenmettsetten." Ein Umstand, der auch dem Landrat nicht gefiel, denn für ihn stellt sich die Frage, wie man den regionale Produkte kaufen kann, wenn den Erzeugern die Produktion extrem schwer gemacht wird.

Landwirt Faßnacht brachte hier die Situation des Altheimer Schlachthauses ein, das wegen einiger technischen Kleinigkeiten geschlossen wurde. Rückert versprach, mit dem Veterinärsamt zu sprechen und bat Ralph Zimmermann in Zusammenarbeit mit Faßnacht um eine Art Ist-Aufnahme der Situation.

Nach diesem Austausch ging es dann raus in den Hof. Mit schicken Plastiküberziehern an den Füßen schaute die Gruppe im Stall vorbei, wo zwei Mutterkühe, ein Bulle, drei Rinder und ein Kälbchen stehen, wie Lorenz Kreidler, Vater von Carina Asprion und Nachbar vom Dreikönigshof, aufzählte. Natürlich war auch ein Stopp beim Ur-Back-Häusle eingeplant, doch der Blickfang im Asprion-Garten, der beim jährlichen Bauernhof-Brunch des Naturparks Nordschwarzwald bis zu 100 Gästen Platz biete, ist der gigantische Nussbaum. Außer dem Garten bewirtschaftet die Familie neun Hektar Ackerland und vier Hektar "Kruscht-Wiesen" – also qualitativ nicht so ergiebige. Das jüngste der Kinder ist Moritz. Von seinem Kommuniongeld hat er sich einen Aufsitzrasenmäher gekauft, um mithelfen zu können.

Ihre guten Wiesen hat die Familie der Weidegemeinschaft Rexingen verpachtet, bei der die Asprions selbstverständlich Mitglied sind. 1997 haben sie den Hof übernommen und nach und nach zu dem, was er heute ist, ausgebaut und entwickelt, ohne ständig den gängigen Trends hinterherzulaufen.

Nach dem Rundgang versammelten sich die Besucher, um den alten Tisch, der einst in Vater Asprions guter Stube stand, und probierten vom Hefezopf und dem Nusskuchen.

In seinem persönlichen Fazit stellte Landrat Klaus Michael Rückert fest, dass er einen tollen Bauernhof besuchen durfte, dessen Besitzer sich intensiv um die Nahversorgung der Bürger mit guten, natürlichen Lebensmitteln bemühen. Er nannte diese Art, wie hier die Natur erhalten und bewirtschaftet wird, sehr beeindruckend. Gerade in den regional erzeugten Lebensmitteln sehe er ein großes Stück Lebensqualität, dessen Erhalt sich mit allen Mitteln lohne.

Weitere Informationen: www.dreikoenigshof- rexingen.de

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