Foto: Hopp

Fans feiern sich in hohen Drehzahlen – und gegen Augenringe helfen irre Sonnenbrillen.

Horb - Das TV-Programm wird ab Samstag wieder von den fünf Ringen bestimmt. Auf dem Festplatz interessiert das keinen. Hier heißt es beim Mini-Rock: Lieber Augen-Ringe vom Feiern als Ringe von Olympia!

Das probate Mittel gegen die Augenringe – klar, die Sonnenbrille. Oder die optische Ablenkung: krasses Kostüm, Bierhelm oder einfach mal Haut zeigen.

Medina Rekic von White Miles probierte Letzteres: Schwarze Klamotten. Einfach die Jacke aufgemacht, die E-Gitarre durchgeschwungen und Haut gezeigt – und schon wird aus dem sonst so doofen Fotomotiv schwarz gekleideter Sänger vor schwarzer Bühne im Hintergrund ein absoluter Hingucker.

Robin aus Ludwigsburg macht mal auf Gender: einfach ein schickes Kleid an. Da müssen natürlich die Kumpels gucken, was er drunter anhat. Er grinst: "Ich hab was an. Aber hier gibt es genug Mädels, die haben nichts drunter an."

Johanna, Sonny und Lukas aus Horb tarnen die Augen-Ringe mit Sonnenbrillen. Hippie-Look, Seifenblasen – und ganz langsam in den Tag kommen. Johanna: "Das ist schon Gold wert, das Mini-Rock. Da triffst du alle Leute aus Horb, die du seit dem Abi oder dem Schulabschluss nicht mehr gesehen hast."

Medaillenverdächtig auf jeden Fall: die irren Kostüme. Steffen aus Sindelfingen gibt den Power-Ranger in Rot, Justus aus Karlsruhe tarnt sich mit Perücke und Sonnenbrille, und Karim aus der badischen Metropole macht das Rotkäppchen. Selbstbewusst sagt er: "Mein Kostüm hat doch auch ’ne Goldmedaille verdient, oder?" Obwohl: Der Kerl mit dem Schwert im Festzelt hat auch einen Platz auf dem Treppchen verdient, oder?

Schneller, weiter, höher. Bei den Wohnmobilen sorgt Peter vom Bodensee dafür, dass das olympische Motto funktioniert. Denn: Auf dem Dach seines MAN K1 hast du den Super-Ausblick auf den Campingplatz und das Festivalgelände. Peter grinst: "Das ist mein Hobby. Ich habe den Wohncontainer jetzt vor zwei Wochen fertig ausgebaut. Mit Klimaanlage und Standheizung. Das war letzte Nacht beim Regen Gold wert!"

Das Mini-Rock in Horb. Auch eine Olympiade der Ehrenamtlichkeit. Viele Helfer, die ohne Bezahlung dafür sorgen, dass du für gut 50 Euro jede Menge Bands gucken kannst und drei Tage ganz entspannt abfeiern kannst. Da hält auch unser Stadtoberhaupt die Fahne hoch. OB Peter Rosenberger: "Ich stehe am Samstag ab 9.30 Uhr bei Stulle 2.0 und sorge mit dem Lions-Club dafür, dass die Kids ein ordentliches Frühstück bekommen. Dabei bin ich nur Handlanger."

Kein Wunder, dass gut 5000 Fans auf dem Festplatz in Horb sagen: Lieber Ringe unter den Augen vom Feiern als von Olympia. Said Houri vom DRK bringt es wie folgt auf den Punkt: "Mich überrascht immer wieder, wie familiär und friedlich die Gäste des Mini Rock sind. Dafür haben sie von mir die Goldmedaille verdient!"