Jetzt will ein privater Anbieter – das Radio-Onkologie-Netzwerk – neuen Schwung in dieses wichtige Angebot bringen. (Symbolbild) Foto: Hiekel

Radio-Onkologie-Netzwerk investiert 3,8 Millionen Euro. Neckarstadt ist einer von 13 Standorten bundesweit.

Horb - Die Strahlentherapie im Krankenhaus. Eins der Highlights für Patienten. Jetzt will ein privater Anbieter – das Radio-Onkologie-Netzwerk – neuen Schwung in dieses wichtige Angebot bringen.

Sie ist die einzig verbliebene Hightech-Medizin im ehemaligen Krankenhaus: Die Strahlentherapie im Keller unter dem MVZ. Hier gibt es jetzt einen Wechsel: Das Radio-Onkologie-Netzwerk mit Sitz in Aalen hat den Strahlenbunker im Keller übernommen und will hier insgesamt 3,8 Millionen Euro investieren.

Und das ist ein ganz wichtiger Schritt für den Gesundheitsstandort Horb. Denn: Bisher war die Strahlentherapie eine Außenstelle des Uni-Klinikums Tübingen. Heißt: Die Checks und Diagnosen, auch die "Einstellungen" für die eigentlichen Bestrahlungen – die Pläne – wurden in Tübingen gemacht. Und alle Patienten, für die Horb besser erreichbar war, wurden in den Strahlenbunker ins Spital geschickt.

Das Radio-Onkologie-Netzwerk geht entscheidende Schritte weiter: Es installiert hier eines der weltweit modernsten Bestrahlungsgeräte – brandneu aus den USA – den True Beam. Die Uni Klinik Tübingen hatte nach Horb nur ein gebrauchtes Strahlengerät geschickt.

Dazu wird auch noch ein Computertomograph in den Strahlenbunker gestellt. Damit können die Bestrahlungsplanungen präzise vorgenommen werden.

Axel Becker, der neue Leiter der Strahlentherapie, schildert: "Dieses CT werden wir nicht rund um die Uhr benötigen. Wir stellen es auch gerne in Absprache Radiodiagnostikern zur Verfügung. Ich denke, das könnte auch ein Signal an das MVZ sein oder für Mediziner, die sich überlegen, in das geplante Ärztehaus in Horb zu gehen!"

Noch eine Möglichkeit: Der Patient wird vom Arzt ins CT in den Strahlenbunker geschickt. Dort werden die Körperbilder gemacht, ein erfahrener Radio-Diagnostiker begutachtet die Bilder von seinem Standort aus per Telemedizin. Becker sagt: "Das funktioniert so in Oberndorf. Dort steht ein CT, welches von Tübingen aus bedient wird."

Komplett-Paket geboten

Der besondere Clou an der neuen Strahlentherapie: Schon mit CT und dem True Beam kann das zehnköpfige Team rund um Axel Becker das Komplett-Paket bieten – also: Von der Erstellung des Behandlungsplans mit Hilfe des CT bis zur Bestrahlung. Doch Horb bekommt noch mehr neueste Medizin-High-Tech. Becker: "Horb wird der erste Standort des RON, in dem wir das sogenannte Identify-System installieren."

Dahinter steckt ein ausgeklügeltes System. Es sorgt nicht nur dafür, dass der Patient über den Handflächenscanner identifiziert wird und so zweifelsfrei die auf ihn abgestimmte Strahlenbehandlung bekommt. Becker: "Das System erkennt, wenn der Patient beispielsweise während der Strahlenbehandlung die Hand verschiebt und die Gefahr besteht, dass diese unnötigerweise bestrahlt wird und die Wirkung auf das eigentliche Ziel abgeschwächt wird." Dann stoppt die Bestrahlung sofort.

Becker: "Horb ist der erste Standort dieses Identify-Systems. Ehe es in der ganzen RON-Gruppe mit 13 Standorten deutschlandweit eingesetzt wird, wollen wir natürlich in der Praxis sehen, wie die Integration in das vorhandene System funktioniert."