Das Ende von Miller & Monroe in Horb? Seit Kurzem heißt es: "Wir schließen." Foto: Hopp Foto: Hopp

Handel: Bald Leerstand im Einkaufszentrum? / Insolvenzverwalter: "Erklärung nächste Woche"

Schock in den Activ-Arkaden: Seit Kurzem hängen in den Schaufenstern von Miller&Monroe Plakate: "Wir schließen. Alles muss raus!" Stehen bald gut 800 Quadratmeter im Einkaufszentrum leer?

 

Horb. Die Schock-Plakate. Sie erhöhen die Unsicherheit bei den Mietern im Einkaufszentrum. Denn: Es gibt – neben den großen Ketten wie Drogerie Müller, Rewe oder Deichmann – auch Privat-Investoren wie Carsten Müller (Alte Küche), Holger Zimmermann (Projektraum 42) oder Cem Mora (Vodafone-Shop) und Friseur.

Schon der Insolvenzantrag von Miller & Monroe am Faschingsdienstag Anfang März hatte die Aussichten getrübt. Jetzt die Schließungs-Plakate. Macht die Kette ganz dicht?

Der Schwarzwälder Bote fragte ihn Freitagnachmittag: "Stimmt das, dass der Standort Horb schließt?" Er antwortet um 16.50 Uhr. Sedlitz: "So ist das nicht ganz richtig. Wir geben Anfang nächste Woche dazu eine Erklärung ab. Heute kann ich leider noch nicht mehr dazu sagen."

City-Manager Kreidler hofft auf eine Nachfolge-Lösung

Was kann das bedeuten? City-Manager Thomas Kreidler spekuliert: "Das könnte man als ein positives Signal deuten. Natürlich ist die Lage schwierig einzuschätzen." Kreidler verweist darauf, dass Miller & Monroe in Horb eine der wenigen Filialen hat, die noch offen sind. Der City-Manager: "Die meisten Filialen sind schon dicht."

Er vermutet, dass in Horb die Restbestände von Miller & Monroe gesammelt werden und dort abverkauft sind. Dies könnte dafür sprechen, dass die Mietpreise für die Filiale in Horb im Vergleich zu den anderen Filialen in Deutschland nicht die höchsten sind. Und dies könnte möglicherweise für den Standort in den Activ-Arkaden sprechen.

Was steckt hinter den Worten des Insolvenzverwalters? Steht auf den Plakaten die Wahrheit?

Nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens versuchen Spezialisten wie Sedlitz, die angeschlagene Firma zu retten. Sie versuchen, neue Investoren zu finden, die Interesse haben, eine Kette in Deutchland wie "Miller & Monroe" mit insgesamt 160 Filialen oder einen Teil davon zu übernehmen. Sie versuchen auch, mit den Gläubigern eine Einigung zu finden, damit der Investor so unbelastet wie möglich anfangen kann. Es ist also möglich, dass Sedlitz dabei ist, solch eine Lösung gefunden zu haben. Und letzte Details noch geklärt und vertraglich fixiert werden müssen. Denkbar, dass ein anderer Anbieter mit anderem Namen dann auch den Standort Horb übernimmt. Dann wäre das Plakat "Wir schließen. Alles muss raus" nicht gelogen. Weil es sich auf "Miller & Monroe" bezieht.

Es bleibt also spannend in der ersten Etage der Activ-Arkaden. Oder in Oberjettingen und Rottenburg, wo das Plakat auch hängt.

Lex Hes, Vorstandschef der niederländischen Victory & Dreams-Holding und Muttergesellschaft von Miller&Monroe, ging in einem Interview mit dem Fachportal "Fashion United" Ende März davon aus, dass bei der Deutschland Tochter von Miller & Monroe zwischen 40 bis 60 Geschäfte während des Insolvenzverfahrens geschlossen werden müssten. Die genau Anzahl hänge aber noch von den Verhandlungen des Insolvenzverwalters Jochen Sedlitz mit den Vermietern ab, so Hes.

Sind Forderungen der Vögele-Gläubiger das Problem

Dort schilder Hes auch die Gründe für die Schieflage von Miller&Monroe. Er habe eine Bilanzgarantie in Höhe von 93 Millionen Schweizer Franken vom vorherigen Eigentümer – der OVS Schweiz – bekommen. Während der Übernahmen der ehemaligen Charles Vögele Filialen hätten die Schweizer allerdings noch Geld ohne Verwendungszweck von Deutschland in die Schweiz überwiesen. Hes spricht von insgesamt elf Millionen Euro.

Am ersten Juni sei das Schweizer Unternehmen in Konkurs gegangen. Forderungen der Gläubiger gegenüber Vögele wolle die niederländische Holding aber nicht begleichen. Hes erhob im Interview mit Fashion United schwere Vorwürfe gegen den mittlerweile insolventen Vögele-Verkäufer Sempione.

Mit dem Ausverkauf der Vögele-/OVS-Ware hatten die Schweizer die Gordon Brothers beauftragt. Die verlangten dann sechs Mio. Euro von der Vidrea. Gordon Brothers stellte dann Insolvenzantrag.

Die einzigen Nutznießer des Zitterns um Miller&Monroe dürften derzeit die Kunden sein. So sind die Waren im Geschäft nochmals um 20 Prozent reduziert worden.