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Horb a. N. Miller & Monroe: Folgt jetzt Kik, Tedi oder Woolworth?

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Für immer geschlossen: Miller & Monroe in Horb. Foto: Ganswind

Horb - Bei "Miller & Monroe" sind endgültig die Lichter aus. Nachdem für Charles Vögele eine direkte Nachfolge-Lösung gefunden wurde, gibt es nun den ersten richtigen Leerstand in den Activ-Arkaden in Horb. Haben die Verantwortlichen einen Nachmieter an der Angel?

Tristesse im Obergeschoss: Das Logo von Miller & Monroe ist zwar noch an der Außenfassade und über dem Geschäftseingang zu sehen, doch die Ladenfläche ist fast komplett ausgeräumt. Für die Activ-Arkaden ist das der erste schwere Rückschlag. Der erste Wechsel von Charles Vögele zu Miller & Monroe war eher fließend, die Nachfolge stand rechtzeitig fest. Das ist nun nicht mehr der Fall.

Keine neuen Informationen, wie es weitergeht

Nur vereinzelt sind im Internet geglückte Lösungen zu finden. In Buchen im Neckar-Odenwald-Kreis folgt beispielsweise die österreichische Kette "Fussl Modestraße", in Schramberg konnte die Non-Food-Kette Tedi gewonnen werden. Mögliche Optionen auch für Horb? City-Manager Thomas Kreidler hat keine neuen Informationen, wie es weitergeht. "Ich habe vor zwei Wochen ein Gespräch mit den Angestellten gehabt. Die hatten dort selbst noch überhaupt keine Ahnung, wie es für sie weitergehen soll."

Die Apleona Real Estate betreut die Activ-Arkaden. Daniel D. Caspers, der das operative Center Management führt, antwortet auf unsere Anfrage: "Haben Sie bitte Verständnis dafür, dass sich Apleona Real Estate GmbH zu Vertragsbeziehungen von Nutzern in den von uns betreuten Immobilien und Liegenschaften nicht äußert." Dennoch gibt er Einblick, dass es wohl aktuell Gespräche gibt:  "Wir stehen momentan in enger Abstimmung mit dem Eigentümer und der Stadt, um mögliche Nachvermietungen zu prüfen. Auch hier bitten wir um Verständnis, dass wir Sie und die Öffentlichkeit erst informieren, wenn abschließende Entscheidungen getroffen sind."

Der Insolvenzverwalter für Miller & Monroe, Jochen Sedlitz, gibt da mehr Auskunft: "In Horb wird gerade noch über den Mietvertrag verhandelt. Nach meiner Info steht es gut, dass es dort zu einem Nachfolgemietvertrag kommt und die Mitarbeiter dann ein Angebot bekommen, weiter zu arbeiten."

Fortführung der Filialen wirtschaftlich undenkbar

Eine Fortführung der Miller & Monroe-Filialen sei nach den Feststellungen von Sedlitz wirtschaftlich undenkbar. "Die Verlustsituation und umfangreiche Probleme mit den Vermietern wegen ausstehender Mietraten ließen eine Sanierung des Geschäftsbetriebes in Eigenregie leider nicht zu", so der Insolvenzverwalter. Für etwa 80 Filialen stehe bereits fest, dass Kik, Tedi oder Woolworth sie nicht übernehmen würden. Gehört auch Horb dazu? Sedlitz verneint. Tatsächlich würde gerade mit der Gruppe (siehe Info) verhandelt. Man wolle den Standort Horb gerne haben, es sei aber noch kein Mietvertrag unterschrieben worden.

Kommt es nun doch zu dem Szenario, das die Stadt unbedingt vermeiden wollte? Gemeinderat und Stadtverwaltung hatten sich klar gegen eine sogenannte "Billigkette" ausgesprochen. Kik war stets ein "rotes Tuch". Genauso wie andere "Billig-Anbieter".

Der frühere Investor Hans-Jürgen Birk hatte noch 2017 über Tedi gesagt: "Tedi stand für uns nie zur Disposition. Wir versuchen alles, uns an die Aussagen zu halten, die wir gegenüber den Bürgern gemacht haben. Wir wollen am Vögele-Standort Qualität und möglichst keine Billiganbieter." Wirtschafsförderer Axel Blochwitz erklärte im gleichen Jahr: Kik gehöre ins untere Preissegment, existiere bereits in Empfingen und sei nicht das, was man sich wünsche.

Tedi-Lösung für Angestellten keine gute Nachricht.

In Schramberg war die Tedi-Lösung übrigens für die Angestellten keine gute Nachricht. Beim neuen Nachmieter hätten die Verkäuferinnen von Miller & Monroe keine Chance gehabt, da dieser nur Kräfte aus dem Billiglohnsektor beschäftige. Die Filialleiterin hatte sich dort ein anderes Ende gewünscht. Die Mitarbeiterinnen seien ohne ein Dankeschön vom Arbeitgeber abserviert worden. Sedlitz zeigt sich für Horb allerdings optimistischer. Wenn das mit dem Mietvertrag klappe, würden auch die Angestellten übernommen.

Tedi, Kik und Woolworth gehören alle zur HH Holding aus Bönen in der Nähe von Dortmund. Hinter der Holding stehen die Tengelmann-Eigentümerfamilie Haub sowie der Kik-Gründer Stefan Heinig. Heinig wurde vom Manager-Magazin als "Deutschlands Ramsch-König" bezeichnet. Ramsch sei sein Leben, denn er liebe es billig.

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Florian Ganswind

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