Das Horber Kloster ist ein künstlerisches Zentrum in der Stadt.Foto: Asprion Foto: Schwarzwälder Bote

Kultur: Winfried Asprion (Grüne) wünscht sich eine höhere Landesförderung für soziokulturelle Zentren

Zu einem Gedankenaustausch über die Situation von Künstlerinnen und Künstlern in der Corona-Pandemie traf sich der grüne Landtagskandidat Winfried Asprion mit Ewald Loschko, dem langjährigen ersten Vorsitzenden des Projekts Zukunfts im Kloster in Horb.

Horb. Ewald Loschko skizzierte zunächst die Wurzeln des Projekts. Seit 1985 aktiv, zunächst in Nordstetten im legendären "Maier", einem Zwischenhalt von 1991 bis 1998 im Talhaus, hat der Verein seinen endgültigen Sitz im Horber Kloster gefunden. Das Kloster, zunächst vom Abriss bedroht und von der Klosterstiftung mit viel Engagement gerettet, ist mittlerweile ein künstlerisches Zentrum in der Stadt Horb.

"Erstaunlich ist, dass nahezu alles in ehrenamtlicher Arbeit geleistet wird, auch der Betrieb der zugehörigen Klostergaststätte ruht auf diesem Fundament. Die Gaststätte selbst ist biozertifiziert, also ein Aushängeunternehmen", schreibt Asprion in seiner Pressemitteilung.

Projektziel ist, hochwertige und regelmäßige Kulturveranstaltungen in den ländlichen Raum zu bringen. So dass es richtig Freude macht, in der Region zu leben und zu arbeiten. Das Horber Kloster soll deshalb ein Begegnungsort für alle Menschen sein, die kulturell interessiert sind und welche die gesellschaftliche Vielfalt in ihrem Potenzial wertschätzen und bereichern kann.

Vier Millionen Euro für 72 Zentren in Baden-Württemberg

Seit 1983 ist das Kloster ein aktives soziokulturelles Zentrum und daher auch schon seit vielen Jahren an die LAKS Baden-Württemberg angeschlossen (Landesarbeitsgemeinschaft der Kulturinitiativen und Soziokulturellen Zentren in Baden-Württemberg). Die 72 soziokulturellen Zentren in Baden-Württemberg werden vom Land mit etwas über 4 Millionen Euro im Jahr gefördert; demgegenüber werden die 15 Staatstheater mit mehr als 270 Millionen Euro im Jahr gefördert. Die soziokulturellen Zentren konnten im Jahr 2017 über 1,6 Millionen Besucher verzeichnen. "Deshalb wäre eine höhere Landesförderung angebracht", schreibt Asprion.

Trotz allen Erfolges steht das Projekt Zukunft vor einer Zäsur: das Jahr 2023 wird das Jahr der Entscheidung, dem Zeitpunkt, wenn sich der Verein "Projekt Zukunft" nach 40 Jahren erfolgreicher Tätigkeit in seiner jetzigen Form aus dem Kloster verabschiedet. Loschko bedauerte, dass weder von den Eigentümern des Gebäudes, der Klosterstiftung, noch von Seiten der Stadt bisher irgendetwas unternommen wurde, um sicherzustellen, dass die Kulturarbeit weitergeführt wird. Dies, obwohl seit 2018 bekannt ist, dass der Weiterbetrieb so nicht möglich ist. Es bestehe dringend Handlungsbedarf.

Handlungsmöglichkeit sei laut Loschko auch im Hinblick auf eine hauptamtliche Unterstützung der Ehrenamtlichen angezeigt. Mit geringen finanziellen Mitteln könne dabei viel erreicht werden.

Mit 80 bis 90 kulturellen Veranstaltungen ist das Kloster der Mittelpunkt der Kulturlandschaft in Horb. Die Räume werden 400 bis 450-mal im Jahr fremdvermietet. "Das zeigt die ungebrochene Attraktivität dieser Einrichtung. Das Kloster, das Projekt Zukunft muss überleben", schreibt Winfried Asprion.

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