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Horb a. N. Mehr Blüten für Talheims Bienen?

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Die Honigbiene nutzt das warme Winterwetter zum Honigsammeln. Aktuell blühen in Talheim Christrosen, aber auch die ersten Krokusse strecken bereits ihre Blüten dem Himmel entgegen. Auch der Ortschaftsrat hat sich eingehend mit dem Thema Bienen und Blüten befasst. Foto: Götz Foto: Schwarzwälder Bote

Blühende Felder und Wiesen, öffentliche Flächen und Gärten, die mit ihrer Farbenpracht nicht nur das Auge erfreuen, sondern Insekten Nahrung und Lebensraum bieten, findet man immer weniger. In Talheim möchte man deshalb das Projekt "Bienen-Blüten-Reich" fortsetzen.

H orb-Talheim. Evelyne Walliser, Referentin für das Netzwerk Blühende Landschaften, hat dieses Projekt vor zwei Jahren in Talheim vorgestellt und fand im damaligen Gremium regen Zuspruch. Talheim wurde sogar zusammen mit Nordstetten als Ort ausgewählt, in denen man auf bestimmten Flächen Pilotprojekte startete.

Die Veterinärmedizinerin Walliser war nun, gleich bei der ersten Sitzung des Ortschaftsrats im neuen Jahrzehnt, wieder zu Gast im Sitzungssaal. Sie stieß nach wie vor auf Zustimmung und begeisterte "Mitmacher", die diese besondere Art der Dorfverschönerung mit all ihren Facetten begrüßten. Die Expertin zog eine erste Bilanz aus den bisherigen Erfahrungen mit Standorten und Saatmischungen und ging dabei ganz gezielt auf die bisher angelegten Flächen ein.

Blühwiese neben dem Friedhofsparkplatz soll in Teilstücken erweitert werden

Im Wesentlich konnte sie folgendes zusammenfasen: Die Blühwiese in der Kellerstraße sollte neu angelegt werden. Dies jedoch nur, wenn man jemanden findet, der sie auch pflegt. "Grundsätzlich werden Freiwillige und Paten für unser Vorhaben ›Talheim blüht‹ gesucht", betonte Ortsvorsteher Anton Ade, der das Ganze für ein extrem wichtiges Thema erachtet.

Die Brachwiese am Bruckwasenweg (Kurve bei der Krone), die Roland Becht pflegt, soll, sofern ein Umbruch für Blühwiese zulässig ist, auf der gesamten Fläche vergrößert werden.

Die Blühwiese neben dem Friedhofparkplatz, die Walliser selbst betreut, soll in Teilstücken erweitert werden. Zur Kenntlichmachung, wo der Bauhof mähen darf, werden bestimmte Flächen eingezäunt. An der Haiterbacher Steige pflegt Klaudia Ade eine Parzelle. "Wir müssen mal schauen, wie die Blumen in diesem Jahr kommen", so die Fachfrau, die darauf hinwies, dass man eventuell die Aussaat mehrjährig anlegen müsste und auf längere Sicht dort auch die Hecken austauschen sollte.

In der Barbelstraße ist eine Neuanlage im Sommer geplant, bei gleichzeitiger Erweiterung der bisher vorgesehenen Fläche. Für die Arbeiten im Bereich der Martinstraße/Ulrichstraße ging ein Dank der Fachfrau an Marianne Hötzel, die sich in Eigenregie seit Jahren mit großem Engagement um die Artenvielfalt kümmert.

Insgesamt sieht die Initiatorin der Interessengruppe "Talheim blüht" weitere 500 Quadratmeter Fläche, zum Beispiel auf Bauplätzen, die man bepflanzen könnte.

An den beiden Pilotprojekten, der Blühwiese Bruckwasenweg (unterhalb Gemeindezentrum) und bei der Schule ist gegebenenfalls das Anlegen von "Naturmodulen" geplant.

Zu diesem Thema lud Ortschaftsrat Thomas Bischof unter dem Sammelbegriff "Vielfalt-Schönheit-Nutzen" die Bürger zu einem Vororttermin ein. Die in Talheim angelegten Blühflächen, die ehrenamtlich gepflegt werden, sollen zum Teil zu sogenannten "Lebensinseln" weiter entwickelt werden.

Eine Lebensinsel sei mehr als eine normale "Blühfläche" betonte Bischof, der seit Jahren hinter seinem Haus ein Biotop am Talheimer Barbelberg pflegt. Eine Lebensinsel schaffe einen gesamten Lebensraum für (bedrohte) Tiere und Pflanzen. "Sie wirkt so dem Rückgang der Biodiversität aktiv entgegen", so Bischof, der weiter ausführte, dass Lebensinseln eines oder mehrere sogenannte Naturmodule enthalten, die essenziell für die Existenz verschiedener einheimischer Lebewesen sind. Er nannte hierzu beispielhaft neben der Blühfläche auch Totholz, das nicht nur Insekten Unterschlupf und Nahrung bietet, sondern auch Öffnungen hat, die die Wildbienen als Nistmöglichkeiten nutzen.

Infoveranstaltung im Bruckwasenweg unterhalb des Rathauses für 19. Februar geplant

Mehr als die Hälfte der einheimischen Bienen brauchen jedoch Röhren in sandigem Boden als Nistplätze. Sandhaufen, sogenannte "Sandarien", sind daher für ihr Überleben notwendig.

Flächen, die als "Lebensinsel" gepflegt werden, respektieren die Natur und natürliche Kreisläufe und tragen so effektiv zur Steigerung der gefährdeten heimischen Artenvielfalt bei.

Um dieses Projekt zu planen gibt es am 19. Februar um 17 Uhr einen Ortstermin im Bruckwasenweg unterhalb des Rathauses.

Ortsvorsteher Anton Ade sagte, dass alle interessierten Mitbürger eingeladen sind, sich zu informieren und mitzuwirken.

Im ihrem Fazit konnte Evelyne Walliser feststellen, dass man noch lange nicht "Hurra, wir haben es geschafft" schreien könne, doch ein guter Anfang, auf den man aufbauen könne, der sei gemacht.

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