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Horb a. N. Mayk Herzog verkauft alle Skulpturen

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Mayk Herzog verkauft Skulpturen. Das Werk "Die Zufriedene" von Miriam Lenk wurde letzten Freitag schon verladen und geht nach Oberndorf. Foto: Privat

Horb - Nächste Stufe im Streit zwischen Mayk Herzog und der Stadtverwaltung: Der exzentrische Eigentümer startet nun den Kunst-Ausverkauf. Warum er das machen, lesen Sie in unserem (SB+)-Artikel.

Gastro-Entwickler Uli Riedel – der das "Remotel"-Konzept im ehemaligen Café Kipp plant – hatte auch einen Skulpturenpfad zur Belebung der Horber Altstadt empfohlen. Da macht ihm Mayk Herzog vielleicht einen Strich durch die Rechnung: Er macht einen Kunst-Ausverkauf!

Siehe auch: Mayk Herzog gibt nicht auf

Der Zoff zwischen Mayk Herzog und Rathaus um die Ausbaupläne im Lotzer-Haus hat eine neue Eskalationsstufe erreicht!

Sogar Lotzer-Denkmal ist im Angebot

Herzog verkauft jetzt alle Skulpturen wie den "Zeus" von Peter Lenk. Sogar das über zehn Meter hohe Lotzer-Denkmal von Lutz Ackermann vor dem Lotzer-Haus ist im Angebot.

Seit 2016 tobt ein Krieg vor diversen Gerichten zwischen dem Rathaus und Mayk Herzog. Der wesentliche Grund: Im Lotzer-Haus sollen im Untergeschoss Wohnungen in den ehemaligen Restaurant-Räumen entstehen. Das Rathaus hatte die Baustelle stillgelegt (wir berichteten).

Seitdem bietet der Lotzer-Platz ein trauriges Bild: Aufgerissene Fassade, Taubenkot. Nur die Lenk-Skulpturen wie "Die Zufriedene" (Miriam Lenk) oder die "Dame aus der Dix-Kurve" (Peter Lenk) und die drei stählernen Lanzen der Skulptur von Lutz Ackermann sorgen noch für ein bisschen Ästhetik.

Oberndorfer will damit seinen Garten schmücken

Doch vergangenen Freitag wurde "Die Zufriedene" abtransportiert. Auch die Dame ist schon verkauft. Mayk Herzog zum Schwarzwälder Boten: "Die hat ein Liebhaber aus Oberndorf gekauft. Er will damit seinen Garten schmücken." Doch warum verkauft Herzog die tolle, aber teilweise auch provokante Kunst?

Auf Ebay-Kleinanzeigen gibt’s beispielsweise das Sebastian Lotzer-Denkmal ("10 Meter hoch") für 30.000 Euro Verhandlungsbasis (VB). Oder "Leda und der Schwan" für 45.000 Euro VB. Auch der goldene Zeus (der Schwan mit dem langen Penis, ein Bronzeabguss des Originals) ist für 15.000 Euro VB zu erwerben. Und genau diese Lenk-Skulptur war der Auslöser für den "Kunst-Ausverkauf" von Herzog.

Der Architekt und Immobilienbesitzer glaubt den Grund zu kennen, warum der bronzefarbene Schwan im vergangenen Sommer auf Anweisung von Bürgermeister Ralph Zimmermann von seinem Standort am ehemaligen "Belle-Arti" im Mühlgässle entfernt wurde: Missfallen. Er sieht sich sogar als Opfer eines Nazi-Kunstverständnisses, das er den Verantwortlichen unterstellt.

Spielen auch finanzielle Gründe eine Rolle?

Herzog ergänzt: "Dazu haben mich die am Schwanen stattgefundenen Stadtführungen mit den andauernden Lügengeschichten der Stadtführer und der dazu gehörenden Nachtwächter geärgert."

Der jahrelange Gerichtsstreit ist sicherlich nicht billig. Spielen auch finanzielle Gründe eine Rolle?

Mayk Herzog zum Schwarzwälder Boten: "Nein. Meinerseits ist nicht mehr gewünscht, dass sich unsere Verwaltungsspitze für Stadtbesucher und andere Öffentlichkeit mit meinen Skulpturen ein Image der Weltoffenheit und Toleranz verschafft, das diese vier fünf Spießbürger nicht wirklich haben."

Sind die im Rathaus wirklich Spießer? Bürgermeister Ralph Zimmermann: "Ich bin ein großer Kunstliebhaber. Insbesondere die Skulpturen von Peter Lenk finden nicht nur in Konstanz, sondern auch in Horb mein Wohlgefallen, so habe ich ›Leda und der Schwan‹ sehr gerne in unserer Stadt gesehen."

Doch warum wurde der bronzene Schwan mit dem Riesenpenis dann geräumt? Stadtsprecherin Inge Weber: "Die Skulptur musste geräumt werden, weil sie sich im öffentlichen Verkehrsraum befand." Im August 2019 hatte unsere Zeitung über den Abtransport und die Begründung der Stadt berichtet.

Herzog schüttet weiter Öl ins Feuer

Bürgermeister Zimmermann ergänzt das: "Selbst die schönste Kunst entbindet nicht davon, sich der Verkehrssicherungspflicht unterzuordnen. Bedauerlicherweise wurde der Schwan von seiner Leda getrennt und im öffentlichen Raum positioniert, so dass uns zur Minimierung der Unfallgefahr leider nichts übrig blieb, als diesen aus demselben zu entfernen."

Herzog schüttet weiter Öl ins Feuer: "Übrigens – meine Lotzerskulptur steht fast komplett auf städtischem Grund. Da war und ist es nur eine Frage der Zeit, wann der Bürgermeister diese auch abbauen lässt. Vielleicht hatte er davor bisher auch nur die Hosen voll. Durch sein neues Amt als Schriftführer des Kultur- und Museumsvereins dürfte ihm und den seinen das Lotzer-Denkmal im Vergleich zu deren Pinkelstein (gemeint ist das offizielle Lotzer-Denkmal in der Wintergasse unterhalb des Klosters, Anm. d. Red.) zusätzlich ein Dorn im Auge sein."

Es rummst also wieder gewaltig zwischen dem Rathaus und Mayk Herzog. Der Kunst-Ausverkauf des Immobilienbesitzers dürfte wohl weitergehen.

Ihre Redaktion vor Ort Horb

Florian Ganswind

Fax: 07451 9003-29

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